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Opfer für die böchſten Güter des Vaterlandes nicht nur, nein auch der ganzen Menſchbeit ſind. So ſind durch den Krieg zu Männern geworden, die als Jünglinge auszogen, ſo ſind die, denen ein Leben ſorgloſer Bequemlichkeit beſchert war, be⸗ ſcheiden und genügſam geworden, ſo baben die, die den Wert ihrer Friedensarbeit nur zu gern unterſchätzten und glaubten zur Seite gedrückt zu ſein, einſeben lernen, daß auch ſie von der Kraft unſeres großen Volkes ein wertvoller Teil ſind, ſo ſind die trennenden Wände, die ſich zwiſchen den einzelnen Klaſſen aufgerichtet batten, gefallen. Mann neben Mann ſtebhen ſie draußen und fragen einander nicht, was ſchaffft Du dabeim, welchem Geſellſchaftskreis gehörſt Du an, einer für den anderen, ſo ſteben ſie, ſo kämpfen ſie für das eine gewaltige, das ihnen Heimat, Vaterland beißt. Und noch mehr, ſie ahnen es alle, ſie ſtreiten noch für Höberes, ſie ſtreiten für das Heil der ganzen Menſchheit. Wenn unſere Feinde über uns Herr würden, wenn dieſe Lügenbrut, dieſe Krämerſeelen jen⸗ ſeits des Kanals, dieſe ſittlich durch und durch verſeuchten Romanen jenſeits der Vogeſen, dieſe im dummen Kberglauben dabinlebenden, von Schuften und Wolüſtlingen beberrſchten Slawen im Oſten ſiegten, dann wäre alles, was unter dem Schutze und Zeichen des Chriſtengottes an Kulturwerten errungen worden iſt, auf Jahrhunderte binaus verloren und der große Entwicklungsgang der Menſchheit gebemmt oder gar zum Stillſtand gebracht. Das Reich muß uns doch bleiben, ſo ſangen Tauſende und aber Tauſende, als ſie auszogen, und ſie ahnten, was ſie ſangen. Was uns durch Christi Wirken geſchenkt, was in ſeinem Geiſte emporgewachſen, beute berrlich blüht und Früchte trägt, iſt gefährdet. In den Herzen unſerer Deutſchen hat das Bewußtſein geſchlummert, ihr ſeid die Streiter für Gottes Reich und, als der Lug und Trug der Welt offenbar ward, als das beuchleciſche England das eitle, prableriſche Frankreich und das unbeilige Rußland mit ſeiner verlogenen Regierung gezeigt hatten, was von ihnen für das Glück der Menſchheit zu erwarten ſei, da brach es bervor, all das Gute und Wahrhaftige, und wies unſeren Kriegern den Weg. Dem Herrn gelobten ſie ſich an, ſo mag man dieſen Krieg einen Kreuzzug nennen, denn in ihm wird entſchieden, ob Chriſti Kreuz auch fernerhin der Menſchheit in ſeiner wahren Größe voranleuchten ſoll. Und ſollen wir, die wir dabeimbleiben mußten, binter denen, die draußen ſind, zurückſteben? Wollen wir kleinlich denken, kleinlich empfinden? Nein, ſicherlich nicht, wir wollen wetteifern mit den Streitern im Opfern und Geben. Nicht an uns und unſere Exiſtenz dürfen wir denken, auch wir wollen einer für den anderen ſteben und die Schickung des Hllmächtigen mit Seelenſtärke ertragen. Dann werden wir die Zeit nicht als eine ſchreckliche empfinden, dann werden wir ſagen: Wir erleben eine große Zeit; wir durften miterleben, wie unſer deutſches Volk ſich ſeines Wertes wieder bewußt wurde, wie unſer Volk erkannte, welche boben Hufgaben dem Deutſchtum im Entwidtlungsgange des Menſchengeſchlechts zugefallen und wie es an ſich arbeitete, dieſer Hufgabe gerecht zu werden. So möge der Krieg ein Erzieber unſeres Volkes werden, und möge uns lehren abzutun, was ſeiner nicht würdig iſt. Hm deutſchen Weſen ſoll dereinſt die Welt geneſen. Die Zeit iſt da. Zeigt, daß der recht bat, der uns das zugerufen. Möge der Parteibader nach dem Krieg verſtummen, möge ſich in unſerem Volke einer in den anderen ſchicken, mit ihm zu leben in Frieden, und mõgen die Konfeſſionen einander er⸗ tragen und ſich verſtehen lernen, möge die alte Sittenreinbeit und Sitteneinfach- beit der Deutſchen wiederkehren, von der uns ſchon der alte Römer Tacitus be⸗ wundernd berichtete. Der abſchreckenden Beiſpiele, wobhin Sittenverfall führt, bat uns der Krieg ja genug ſehen laſſen. Möõgen dann alle mitarbeiten, wenn es gilt, die kommenden Geſchlechter in die rechte Bahn zu leiten. Mögen auch nach dem Krieg ſo viele noch den Weg in die Gotteshäuſer finden, wie es während des Krieges geſchah. Und möge unſer Voll dann auch wieder ſeine Erbolung in ernſter Kunſt ſuchen, dann wird unſer Volh ſtark bleiben und allen Widerſtand leiſten können, die ihm entgegenzuarbeiten wagen.


