Jahrgang 
1915
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Die öffentliche Schulfeier am Geburtstag Sr. Kgl. Hoheit unsres Großherzogs im Saalbau zum Johannisberg wies folgende Vortragsfolge auf:

1. Feſtmarſch für Violinchor u. Klavier G. Hecht. 7. Deklamationen 2. Dem Ewigen unſre Lieder G. W. Fink. a. Feldmarſchall Derfflinger H. Lebmann. 3. Begrüßungsanſprache b. Schwerins Tod. Th. Fontane. 4. Feſtouvertüre König Friedrich II. c. Was will Majeſtät mit d. Jungen? O. Hntbes. 5. Deklamationen 8. Finnländiſcher Reitermarſch

a. Thusnelde K. Gerok. 9. Feſtanſprache(ſiebe Anlage).

b. Schwäbiſche Kunde L. Ubland. 10. Indante aus dem C⸗dur Trio Haydn. 6. Deutſcher Marſch Kücken. 1 11. Morgenrot, Morgenrot Vollkslied.

12. Joseph Heyderich oder: Deutsche Treue Eine wahre Hnekdote, als Drama in einem Hufzug von Th. Körner.

13. Schlußwort.. 14. Hymne an Neu-Deutſchland 4. W. Loos, W. Borngäßer. 15. Koburger Joſiasmarſch.

Im Orcheſter wirkten mit;

am Klavier und Harmonium: Frl. Görlach, Fr. Dürbedt Ub, El. Dürbed Ula, H. Dotzert IV. im Violinchor: K. Krömmelbein, H. Mandt, H. Renker, E. Fauldrath Ub, E. Dürbeck Ula, R. finger- bauſen, W. Schwarz Ulb.

In dankenswerter Weiſe hatten Herr Fr. Buſch, Herr Steueraufſeher Nöller, Herr Oberpoſt- afſifſent Rönick und Herr Muſiker Schmelz uns ibre Kräfte zur Verfügung geſtellt. Weiter ſind wir Herrn Hermann Keutzer und der Kaſinogeſellſchaft für Überlaſfung der Uniformen und der Dekorationen zu großem Dank verpflichtet.

Am 1. Schultag nach den Sommerferien versammelten sich Lehrer und Schüler im Zeichensaal zu einer Kriegsandacht, und im Anschluß an diese sprach der Unter- zeichnete zu den Kindern über die Frage: Wie kam es zum Krieg?

Der Kriegsausbruch brachte mancherlei Störungen im Unterrichtsbetrieb. Zu- nächst hatte Herr Prof. Weidig sich für die Bahnbewachung gemeldet und mußte dadurch für einige Wochen beurlaubt werden. Von Mitte September ab stellte er sich dann der Militärbehörde freiwillig zur Verfügung und tut seitdem als Offizier- stellvertreter im Landsturmbataillon Gießen Dienst. Auch Herr Assessor Kaltenhäuser mußte sich als Ersatzreservist gleich in den ersten Tagen des Krieges stellen, wurde aber erst im Oktober einberufen, er ist gegenwärtig beim Landsturmersatzbataillon in Frankfurt a. M. Mitte September wurde auch Herr Reallehrer Kadel als Land- sturmmann nach Gießen einberufen. Als Vertreter wurden unserer Anstalt dann zu Be- ginn des Winterhalbjahres für Herrn Reallehrer Kadel die Schulverwalterin Frl. Lina Gör- ljach aus Gießen und für Herrn Oberlehrer Kaltenhäuser Herr Lehramtsreferendar Heinz Lauckhardt aus Gießen überwiesen. Herrn Prof. Weidig vertraten die Mitglieder des Kollegiums, außerdem erklärten sich die beiden Pfarrer unserer Stadt, Herr Dekan Müller und Herr Stadtpfarrer Schlösser, bereit, die Geschichtsstunden zu übernehmen. In den Monaten August und September erlitt der Unterricht auch dadurch vielfach Störungen, daß die auswärtigen Schüler fast alle fehlten. Sie konaten teils nicht zur Schule kommen, weil die Zugverbindungen nicht passend waren, teils waren sie beurlaubt, damit sie ihren Eltern helfend zur Hand sein konnten. Auch einige hiesige Schüler hatten aus dem gleichen Grunde Urlaub erhalten, andere hatten sich für landwirtschaftliche Arbeiten, sowie für das Rote Kreuz zur Verfügung ge- stellt und halfen, soweit es in ihren Kräften stand. Auch später betätigten sich