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Weihnachten je zwei Stunden gearbeitet. Die Schüler beschäftigten sich mit Papparbeiten, Buch- binderei, Laubsägearbeiten, Kerbschnitt, Naturholzarbeiten, Schreinerei, Metallarbeiten und Drehen. Am 19. Dezember fand eine Ausstellung der bis dahin gefertigten Arbeiten statt. Wir verfehlen nicht, den genannten Herren für ihre opferwillige und äußerst verdienstvolle Mitwirkung unsern herzlichen Dank zu sagen.
Der Pflege der Stenographie widmeten sich ein Stenographenverein nach Gabelsberger, der sieben Mitglieder zählte und für den Herr Oberlehrer Frana im Sommer einen Unterrichts- kursus abhielt, sowie ein Verein nach Stolze-Schrey mit zehn Mitgliedern. Beide Vereine hatten Gelegenheit, an Wettschreiben in Friedberg und Wetzlar teilzunehmen und mehrere erste Preise davonzutragen.
Am 21. Juni hielt der Physiker Herr A. Stadthagen aus Breslau unsern Schülern einen Vortrag über tiefste und höchste irdische Temperaturen mit zahlreichen wohlgelungenen und lehrreichen Versuchen. Am 9. März veranstaltete Herr Missionar Gehring aus Leipzig einen fesselnden Licht- bildervortrag über Indien.
Am 29. Oktober besuchte eine größere Anzahl von Schülern unter Führung der Herren Frana, Vetter und Link die von dem Gießener Stadttheater veranstaltete Aufführung von Schillers ‚Räubern.“ Von der in Laubach selbst gebotenen Gelegenheit zum Besuche von Künstlerkonzerten und populär- wissenschaftlichen Vorträgen machten namentlich die Schüler der Oberklassen fleißig Gebrauch.
Das Hauptgebäude der Anstalt wurde im Laufe des Sommers von außen in geschmackvoller Weise neu hergestellt. Mit besonderer Freude begrüßen wir die Vollendung der stattlichen und zweckmäßig ausgestatteten neuen städtischen Turnhalle, die im Januar eröffnet worden konnte und auch von unserer Anstalt von Anfang März ab in Benutzung genommen wurqde.
Das unter Leitung des Herrn Dr. phil. Burckhardt stehende Evangelische Alumnat, das von einem zu diesem Zweck gegründeten Verein errichtet wurde und von dessen Vorstand verwaltet wird, konnte zu Beginn dieses Schuljahres mit dreizehn Zöglingen eröffnet werden und zühlte deren schon nach den Sommerferien fünfzehn, wodurch das Bedürfnis nach einem solchen Schülerheim klar erwiesen wurde.
Für die Geschenke, die im Laufe des Schuljahres unserer Anstalt gemacht wurden, sagen wir den Gebern, insbesondere dem Grossh. Ministerium und der Grossh. Zentralstelle für die Landes- statistilck, unsern besten Dank.


