Jahrgang 
1905
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In dem Nachstehenden berichten wir in gewohnter Weise über die kleinen Erlebnisse der Schule.

1. Personalangelegenheiten.

Durch Dekret Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs vom l. März 1904 wurde Herr Oberlehrer Kullmann zum Professor ernannt.

Am 1. April 1904 wurde Herr Oberlehrer Professor Dr. Röschen durch Dekret Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs zum Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Giessen ernannt. An seine Stelle trat durch Verfügung Grossh. Ministeriums des Innern vom 28. März 1904 Herr Lehramtsassessor Ferdinand Werner(vorher in Lauterbach).

Am 24. Juni 1904 wurde Herr Oberlehrer Osswald zu einer vierzehntügigen Landwehrübung eingezogen.

Durch Dekret Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs vom 28. August 1904 wurde Herr Oberlehrer Professor Becker, mit Wirkung vom 1. Oktober ab an das Gymnasium zu Bensheim versetæzt.

An seine Stelle trat durch Verfügung Grossh. Ministeriums des Innern am 1. Oktober 1904 Herr Lehramtsakzessist Dr. Karl Ausfeld(vorher in Darmstadt).

Am 1. Oktober 1904 wurden die Herren Lehramtsakzessisten Sandmann und Dr. Grüninger zu Lehramtsassessoren ernannt.

Vom 22. März 1905 ab war Herr Dr. Ausfeld zu einer achtwöchentlichen Uebung eingezogen.

In den Tagen vom 20. bis 29. März 1905 nahm Herr Oberlehrer Dr. Keller an einem zu Darmstadt abgehaltenen physikalischen Fortbildungslehrgang teil.

Herr Lehrer Bergheimer war zur Wiederherstellung seiner Gesundheit während des ganzen Schuljahrs beurlaubt.

2. Der Unterricht.

Das Schuljahr begann am 11. April 1904 mit der Prüfung der neu angemeldeten Schüler, der Unterricht am 12. April.

Am 2. Dezember 1904 fand eine Besichtigung der Anstalt durch Herrn Geheimen Ober- schulrat Nodnagel statt.

3. Reifeprüfung.

Am 9. März 1905 fand die mündliche Reifeprüfung unter dem Vorsitz des Direktors statt. Von den neun unter Vb genannten Oberprimanern konnte einer wegen unbefriedigender Leistungen überhaupt nicht zur Prüfung zugelassen werden, einer musste bereits nach der schriftlichen Prüfung für nicht bestanden erklärt werden. Es bestanden die oben unter VI genannten Prüflinge.

4. Schulfeierlichkeiten.

Am 23. Juni 1904, dem Geburtstag des hohen Begründers der Anstalt, legten die Schüler der Sexta im Auftrage des Direktors an dem Denkmal weiland Sr. Erlaucht des Grafen Friedrich au Solms-Laubach einen Kranz nieder, zu dem sie selbst die Blumen und Zweige gesammelt hatten.

Ueber die Bedeutung des Tages und die Verdienste des Grafen Friedrich wurden die Kleinen vorher durch ihren Klassenführer, Herrn Lehramtsassessor Weissbart, belehrt.

Die Geburtsfeste Sr. Königl. Hoheit des Grossherzogs, sowie Sr. Majestät des Kaisers wurden am 24. November und am 26. Januar in der üblichen Weise gefeiert. Die Festreden hielten Herr Lehramtsassessor Heissbart über Landgraf Philipp den Grossmütigen, der Direktor über die Be- deutung der Seemacht für die Geschichte.

Am 2. Februar 1905 fiel anlässlich der Vermählung Seiner Königlichen Hoheit des Gross- herzogs der Unterricht aus..

5. Sonstige Veranstaltungen.

Auch in diesem Jahre wurde wührend des Winters in der seit Herbst 1902 eingerichteten Schülerwerkstätte eifrig gearbeitet.

Allerdings verlor sie durch die Versetzung des Herrn Oberlehrers Professor Becker, den wir auch deshalb nur ungern aus unserer Mitte scheiden sahen, einen ihrer Leiter; auch war Herr Oberlehrer Osszwwald längere Zeit durch Krankheit verhindert, sich an den Arbeiten zu beteiligen.

Zum Glück konnte sich aber Herr Kammerrat Julius Richard Bröckelmann der Leitung der Arbeiten mit gewohnter Hingabe widmen und es traten neu in die Leitung ein die Herren Pfarrer Nebel, Lehramtsassessor Sandmann und Lehramtsassessor Dr. Gräninger.