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3. Reifeprüfungen. Am 21. Juli fand die mündliche Reifeprüfung der oben genannten Herbstabiturienten statt. Am 5. März 1901 fand unter dem Vorsitz des Herrn Geheimen Oberschulrates Nodnagel die mündliche Reifeprüfung der Osterabiturienten statt; es bestanden die oben genannten 13 Abiturienten.
4. Schulfeierlichkeiten.
Am 23. Juli fand eine Gutenbergfeier in den einzelnen Klassen statt.
Am 3. August beging das Gymnasium Fridericianum die Feier seines 25 jährigen Bestehens.
Da unmittelbar nach dem Feste ein eingehender Bericht über den Verlauf der Feier aus bewährter Feder im Druck erschienen ist, auf den wir verweisen, dürfen wir uns an dieser Stelle wohl auf folgende Mitteilungen beschränken.
Das Fest wurde vorbereitet durch ein Komitee, das sich am 16. April 1900 bildete und später durch Zuwahl ergänzte. Zum Ehrenpräsidenten wurde Se. Erlaucht Graf Friedrich xvu³ Solms-Laubach erwählt. Den Vorsitz in diesem Komitee führte Herr Bürgermeister Jochem, erster Schriftführer war Herr Oberlehrer Dr. Roth, zweiter Herr Lehrer Gerhard.
Das grosse Komitee wählte später aus seiner Mitte folgende 6 Unterausschüsse, die alles Einzelne vorzubereiten hatten(die Namen der Vorsitzenden stehen jedesmal an erster Stelle):
a. Finanzausschuss: Kammerrat Bröchelmann(später zurückgetreten); Bürgermeister Jochem, Gemeinderat Göbel.
b. Komitee früherer Schüler: Oberlehrer Kallmann, Verwalter Schiwörer, Pfarrer Wagner.
c. Pressausschuss: Professor Dr. Röschen, Lehrer Bergheimer, Gemeinderat Göbel.
d. Wirtschafts-, Bau- und Dekorationsausschuss: Professor Dr. Wetzxell, Rentner August Klipstein, Oberlehrer Osszwald, Gemeinderat Ritter, Gemeinderat Stotx.
e. Wohnungsausschuss: Beigeordneter Diehl, Rentner August Klipstein, Gemeinderat Ritter.
f. Engerer Festausschuss: Dr. Balser, Bürgermeister Jochem, Lehrer Bergheimer, Kammerrat Bröchelmann, später Gemeinderat Göbel; Beigeordneter Diehl; Oberlehrer Kuallmann; Professor Dr. Röschen; Oberlehrer Dr. Roth; Verwalter Schwörer; Schreinermeister Wilhelm Slotlx; Professor Dr. Wetzell.
Dem grossen Komitee gehörten ausser den bereits genannten Herren noch an die Herren: Pfarrer Nebel. Dr. Vogel, Pfarrer Volp und sämtliche noch nicht genannten Mitglieder des Lehrer- kollegiums..
Die Erweiterung des Festes über den Rahmen einer bescheidenen Schulfeier wurde ermöglicht durch das liebenswürdige Entgegenkommen der Stadt Laubach, die in Aussicht stellte, die Deckung eines etwa sich ergebenden Fehlbetrages zu übernehmen.
Als Programm der ganzen Feier wurde festgesetzt:
für den 2. August, Abends: Fackelzug zu Ehren Sr. Erlaucht des Grafen Friedrich, mit anschliessender geselliger Vereinigung in der Festhalle. 3. August, Morgens: Festaktus im Gymnasium. Mittags: Festmahl. Nachmittags: Waldfest auf dem Ramsberg. Abends: Kommers. 4. August: Ausflüge in die Umgegend.
Die Leitung des ganzen Fackelzuges, an dem sich die hiesigen Vereine beteiligten, zu über- nehmen, hatte Herr Gemeinderat Ritter die Güte; die Führung der Schüler übernahmen die Herren Oberlehrer Dr. Keller und Ossecwald.
Es wurde ferner beschlossen, aus Anlass der Jubelfeier eine Festschrift erscheinen zu lassen; mit ihrer Abfassung wurde Herr Oberlehrer Professor Dr. Röschen betraut. Sie führt den Titel: „Rückblick auf die Geschichte der Lateinschule und des Gymnasiums Fridericianum zu Laubach in Hessen.“
Bei der Ausarbeitung des Programms für die Feier innerhalb der Schule waren dem Direktor behilflich die Herren Oberlehrer Kullmann, der es übernahm, den Prolog zu verfassen, Dr. Schmidt, für den musikalischen Teil, und Osszcald. Die Vorbereitungen für das Waldfest, soweit sie uns


