Jahrgang 
1906
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An Stelle des verstorbenen Professors Zülch wurde der Hilfslehrer Gonnermann*) in gleicher Eigenschaft überwiesen. Am 1. Juni wurde er zum Oberlehrer ernannt.

Zur Ableistung einer militärischen UÜbung waren der cand. prob. Dr. Thiele und Oberlehrer Dr. Heinze auf je 8 Wochen beurlaubt. Jener übte vom 1. Mai bis 24. Juni beim Inf.-Regt. 79 in Hildesheim, dieser vom 5. August bis 23. September beim 12. bayr. Inf.-Regt. zu Neu-Ulm.

Am Ende des Sommersemesters sah sich Professor Zimmermann genötigt, einen längeren Urlaub zur Wiederherstellung seiner Gesundheit anzutreten.

Zu gleicher Zeit verließ der cand. prob. und wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Thiele unsere Anstalt. Er wird am 1. April eine Oberlehrerstelle am Lyceum II in Hannover übernehmen; desgleichen schied der Seminarkandidat Dr. Bernigau, um als cand. prob. an das Gymnasium zu Limburg an der Lahn überzugehen, der Seminarkandidat Busse blieb als cand. prob. an unserer Anstalt.

Es traten ein der cand. prob. Müller, der bis dahin dem Gymnasium zu Fulda als Seminarkandidat angehört hatte, und die Seminarkandidaten Dr. Bickel und Dr. Israel.

Am 9. Mai fand in der Aula aus Anlaß der hundertsten Wiederkehr von Schillers Todestag eine Erinnerungsfeier statt. Orchester-Vorträge wechselten mit Chorgesängen und Deklamationen Schillerscher Gedichte. Die Festrede hielt Oberlehrer Dr. Heinze über: Schiller als Dichter des Idealismus.

Der Herr Minister hatte zu dieser Feier durch das Provinzial-Schulkollegium zehn wertvolle Festschriften zur Verteilung an Schüler der drei oberen, desgleichen 32 Exemplare der SchriftWarum feiern wir Schillers Todestag? von Otto zur Verteilung an Schüler aller Klassen übersandt. Diese wurden während der Feier an dieser Auszeichnung würdige Schüler verliehen.

Am 26. Mai besuchte Herr Provinzial-Schulrat Professor Dr. Baier eine Anzahl

Klassen.

Am 31. Mai fand die Hauptversammlung des Vereins von Lehrern höherer Schulen der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstentums Waldeck zu Nieder-Wildungen statt. Dreizehn Mitglieder des Kollegiums nahmen daran teil.

Am 5. Juli veranstaltete der Turn-Ruderverein des Wilhelms-Gymnasiums ein Schauturnen zum Besten seiner Bootskasse.

Dieser Verein besteht, zunächst als Turnverein gegründet, schon seit mehreren Jahren und ist im wesentlichen aus der Initiative einiger turnfreudiger Schüler hervor- gegangen. Angeregt durch einen Runderlaß des Herrn Ministers vom 15. Mai 1903, U. II, Nr. 855, in dem die Aufmerksamkeit der Schulbehörden auf das Schülerrudern

*) Karl Gonnermann, geb. am 17. Mai 1873 zu Archfeld, Kreis Eschwege als Sohn des Landwirts Heinrich Gonnermann, bestand am 6. September 1894 die Reifeprüfung auf dem Gymnasium zu Hersfeld, am 22. Februar 1901 die Staatsprüfung vor der Königlichen Wissenschaftlichen Prüfungs- Kommission zu Marburg, legte vom 1. April 1901 das Seminarjahr am Gymnasium zu Wiesbaden, vom 1. April 1902 das Probejahr an der Friedrich-Wilhelms-Schule zu Eschwege ab, war als wissenschaft- licher Hilfslehrer an dieser Anstalt vom 1. April bis 1. Oktober 1903, am Progymnasium zu Hofgeismar vom 1. Oktober 1903 bis 1. April 1905, an unsrer Anstalt vom 1. Mai bis 1. Juni 1905 beschäftigt.