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Professor Dr. Rost war soweit hergestellt, daſs er sein Amt in vollem Masse wieder übernehmen konnte. Der wissenschaftliche Hilfslehrer von Hanxleden, der bisher einen Teil seiner Stunden gegeben hatte, erhielt eine Anstellung am Gymnasium zu Dortmund.
Die Oberlehrer Thies und Zimmermann waren noch wegen Krankheit beurlaubt. Die Stunden des Oberlehrers Thies wurden wie bisher den wissenschaftlichen Hilfslehrern von Seidel und Schlitt übertragen, als Stellvertreter für den Oberlehrer Zimmermann wurde Dr. Otto aus Wiesbaden berufen, der bisherige Vertreter Dr. Altenburg ging nach Hersfeld zurück.
Vom 17. bis 23. Mai beteiligten sich Oberlehrer Sandrock an einem Kursus für Turn- und Jugendspiele in Frankfurt a. M. und Lehrer Stern an einem solchen in Braunschweig. Der wissenschaftliche Hilfslehrer Watermeyer nahm in der Zeit vom 28. Mai bis 6. Juni an einem archäologischen Ferienkursus in Bonn und Trier teil.
Am 1. Juni trat Oberlehrer Thies sein Amt wieder an, um vorläufig erst die Hälfte seiner Stunden zu übernehmen; die andere Hälfte gaben bis zum Schluss des Semesters noch die wissenschaftlichen Hilfslehrer von Seidel und Schlitt. Vom 6. August ab erhielt Oberlehrer Thies zur Stärkung seiner Gesundheit wieder Urlaub.
Vom 22. Juni bis 4. Juli erhielt Professor Dr. Rost zum Zwecke einer Erholungs- reise Urlaub; er wurde durch die Amtsgenossen vertreten.
Vom 29. August ab mulste Professor Dr. Praetorius auf ein Vierteljahr Urlaub nehmen, weil er ernstlich erkrankt war. Seine Stunden in Prima wurden von Professor Wiskemann, Oberlehrer Dr. Schmitt und Oberlehrer Bochröder gegeben; als Stell- vertreter für diese trat der Hilfslehrer Otto Müller aus Wiesbaden ein.
Am 22. Juni wurde der wissenschaftliche Hilfslehrer Watermeyer zum Oberlehrer ernannt und bis auf weiteres dem Wilhelms-Gymnasium überwiesen.
An Stelle des katholischen Religionslehrers Kaplans Gruss wurde zum 1. Juli der Kaplan Lammeyer berufen.
An Stelle des Ausflugs auf die Dönche, der anfänglich geplant war, aber des unsicheren Wetters wegen aufgegeben werden mufste, trat zur Feier des Sedantages ein Schauturnen auf dem Schulhof, das von Freunden der Anstalt zahlreich besucht war. Denjenigen Schülern, die sich durch Eifer und Geschick im Turnen hervorthaten, wurden Bücher, zumeist solche patriotischen Inhalts, als Preise zuerkannt. Der Musikverein der Anstalt spielte mehrere Stücke, die Ansprache hielt der Direktor.
Als Professor Dr. Praetorius am 23. November wieder eintrat und nur 11 Stunden übernahm, wurde der Rest an die wissenschaftlichen Hilfslehrer von Seidel und Schlitt verteilt.
Von Michaelis ab übernahm der Oberlehrer Thies seine Stunden wieder bis auf die 8 Stunden Latein in M VI, die mit Bewilligung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums dem Dr. Frick, der von Michaelis an als Probekandidat eintrat, übertragen wurden.
Als Seminarkandidaten wurden der Anstalt die Schulamtskandidaten Hofmann und Endemann zugewiesen.


