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lärm und der Mangel an Licht, beseitigt, sodaß es durchaus jeden Vergleich mit den neuen Schulgebäuden aufnehmen kann.
Am 15. April fand die feierliche Eröffnung der Anstalt statt. Die von der Oberrealschule II überwiesenen Schüler wurden unter Vorantritt der Trommlerabtéeilung von Herrn Professor Hoebel aus ihrem alten Heim in das neue geführt. Die Feier in der farbenprächtig ernéuerten Aula begann mit dem Gesang„Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren.“ Herr Geheimer Regierungs- und Provinzialschulrat Dr. Kaiser erläuterte in längerer Rede die idealen Aufgaben der Schule, Erziehung im christlichen Geist und zu vaterländischer Gesinnung. Er sprach von den Pflichten des Direktors: Er möge Lehrern und Schülern in allem ein Vorbild sein, ihr Freund und Berater, auch mit dem Elternhaus möge er stets in Verbindung bleiben. Zur gedeihlichen Entwicklung der Schule sei einmütiges Zusammenhalten und ein stets auf das Ganze gerichtetes Zusammenarbeiten aller Einzelkräfte notwendig, hierzu sei gegenseitiges Vertrauen die Vor- bedingung. Er wünscht den Schülern, daß sie mit zunehmendem Alter immer mehr die Schule mit ihrer Arbeit nicht als drückende Last, sondern als eine Quelle der Freude empfinden möchten. Zum Schluß überreichte er dem Direktor die Bestätigungsurkunde Seiner Majestät.
Der Vertreter der städtischen Körperschaften, Herr Stadtschulrat Bobritz, wies auf die asche Entwicklung der realistischen Anstalten hin, diesem Zug der Zeit entspräche die Gründung einer neuen städtischen Realanstalt. Einen geeigneten Leiter hoffe die Stadt in der Person des Professors v. Hanxleden gefunden zu haben. Dann begrüßt der Herr Stadtschulrat die Mit- glieder des Kollegiums, besonders die, welche bereits seit längerer Zeit treu im Dienste der Stadt. gearbeitet hätten. Er wünscht der Schule reichen Segen.
Der Direktor dankte dem Königl. Prov. Schulkollegium und den städtischen Körperschaften für das Vertrauen, das ihm durch die Wahl zum Direktor geschenkt wäre und gab die Ver- sicherung ab, daß er es an Fleiß und Treue nicht fehlen lassen werde. Erl bat die Mitglieder des Kollegiums, ihm Vertrauen entgegen zu bringen und mit ihm zu arbeiten, die Schüler der Anstalt zu arbeitsfreudigen und charakterfesten Männern zu erziehen. Er ermahnte die Schüler, die Schulräume mit ihren Einrichtungen als anvertrautes Gut zu schonen und im] guten Zustand zu erhalten, um dadurch der Stadt ihre Dankbarkeit zu zeigen. Ebenso sollten sie ihren Eltern die schuldige Dankbarkeit durch gutes Betragen und steten Fleiß abstatten.
Mit dem Liede„Unsern Ausgang segne Gott“ schloß die erhebende Feier.
Das Lehrerkollegium der Anstalt besteht aus 9 Herren. Der Direktor Professor v. Hanx- leden gehörte bis Ostern 1912 dem Lehrerkollegium des Reformrealgymnasiums zu Cassel an. Die Herren Professor Theisen, Dr. IIeuser, Dr. Schläger, Oberlehrer Laubert und Zeichen- lehrer Schröder traten von der Oberrealschule II über. Herr Oberlehrer Fricke wurde vom Seminar zu Lüdenscheid berufen. Die Herren Lehrer Gersch und Knöpfel wurden auf ihren Wunsch von der Bürgerschule 24 und Bürgerschule 1 an die Realschule versetzt.
Von den Schülern gehörten 154 der Oberrealschulo II an, 62 Schüler, darunter 42 Sextaner, wurden neu aufgenommen, sodaß die Anstalt mit 216 Schülern eröffnet werden konnte.
Die Verwaltungskommission bestand aus den Herren Bürgermeister Jochmus als Vorsitzenden, Stadtschulrat Bobritz, Stadtrat Schoppach und Stadtrat Stippich als Mitgliedern des Magistrats, Justizrat Dr. Bartels, Hofapotheker Nagell und Sanitätsrat Dr. med. von Wild als Stadtverordueten, sowie dem Direktor.


