3. Überſicht über die mährend des abgelaufenen Schuljahres durchgenommenen Cehraufgaben.
A. Allgemeine Bemerkungen.
Die Umwandlung der Anſtalt in ein Reformrealgym⸗ naſium kam in dem abgelaufenen Schuljahr zum Abſchluß. Nur die Oberprima b gehörte bei Beginn des Schuljahres noch dem Realgymnaſium alter Art an. Da aber nach Ausbruch des Krieges ſämtliche Schüler dieſer Klaſſe nach beſtandener Reifeprüfung die Schule verließen, ſo hörte da⸗ mit die letzte Klaſſe des alten Realgymnaſiums auf.
Daher werden jetzt alle Klaſſen nach dem vom König⸗ lichen Provinzial⸗Schulkollegium genehmigten Lehrplan für Reform⸗Realgymnaſien unterrcchtet, der ſich an den amtlichen Lehrplan anſchließt.
Das Eranzöſiſche iſt in Sexta, Quinta und Quarta die einzige Fremdſprache; der Lehrplan in dieſen Klaſſen ſchließt ſich im weſentlichen an den der Oberrealſchule an. In Sexta und Quinta wurden Dubislav⸗Boek für VI und V durchgenommen, in Quarta Ploetz⸗Kares, Üübungs⸗ buch gekürzte Ausgabe C, die Kapitel 1— 22, in Untertertia die Kapitel 23— 45, in Obertertia die Kapitel 46— 64. In Unterſekunda wird die Grammatik mit den Kapiteln 65— 76 des Übungsbuches abgeſchloſſen und leichtere Schrift⸗ ſteller geleſen.
Das Tnateiniſche beginnt in Untertertia. In dieſer Klaſſe wird die Formenlehre(außer dem Deponens und den unregelmäßigen Verben) eingeübt und aus dem Übungsbuch für Reformſchulen von Oſtermann⸗Müller⸗Michaelis, 1. und 2. Teil(Ausgabe B) die Stücke 1—91 überſetzt.
In Obertertia wird die Formenlehre vollendet und die Kaſuslehre durchgenommen, aus Oſtermann⸗Müller⸗ Michaelis, 3. Teil, die entſprechenden Stücke überſetzt. Die Cäſarlektüre beginnt in der Regel nach den Sommer⸗, ſpäteſtens nach den Herbſtferien.
In Unterſekunda wird die Satzlehre außer einigen Abſchnitten beendet, nebenher gehen Wiederholungen aus der Formen⸗ und Kaſuslehre. Die Hälfte der Zeit wird dem Leſen von Cäſar, bellum Gallicum gewidmet.
Das Engliſche tritt in Unterſekunda zu den beiden anderen Fremdſprachen. Nach Einübung der Laute in den erſten Wochen wird der Schüler in die geſprochene Sprache eingeführt. Durchgenommen werden Sketch 1—10 und Supplement 1—30, ſowie einige leichtere Gedichte.
Die Anſtalt war zu Anfang des Schuljahres von 635 Schülern beſucht. Da nach dem Beginn des Krieges zahl⸗
reiche Schüler in das Heer eintraten, ſank die Schülerzahl auf 564.
Hierüber wie über andere Folgen des Krieges ſiehe Abſchnitt IV.
B. Bemerkungen zu den einzelnen Lehrfächern.
Im evangeliſchen Religionsunterricht waren nur die Klaſſen Untertertia b und d vereinigt, alle anderen wurden getrennt unterrichtet.
Den katholiſchen Religionsunterricht erhielten die Schüler des Realgymnaſiums zuſammen mit denen der beiden Oberrealſchulen und der Realſchule in fünf Ab⸗ teilungen.
Der jüdiſche Religionsunterricht wurde in einer Ab⸗ teilung 2 Stunden wöchentlich erteilt.
Außer im Religionsunterricht waren die Untertertia b und c noch in Zeichnen und Turnen vereinigt, ſpäter auch noch in Erdkunde.
Nach Einberufung des Realgymnaſiallehrers Lehmann, der im Singen unterrichtet hatte, hörte der Unterricht in dieſem Fache auf.
Die Anſtalt beſuchten im Sommer 635, im Winter 564 Schüler. Von dieſen waren vom Turnen befreit:
von
Wuonen igzelnen dolldngn überhaupt arten Halbjahres
Auf grund ärztlichen Zeugniſſes: im S. 25 im S. 9 im S. 7 im W. 8 im W. 1 im W. 5 aus anderen Gründen: im S.— im S.— im S.— im W.— im W.— im W.— zuſammen: im S. 25 im S. 9 im S. 7 im W. 8 im W. 1 im W. 5
alſo von der Geſamt⸗ zahl der Schüler: im S. 3,9% im S. 1,4% im S. 1% im W. 1,4% im W. 0,2% im W. 0,9%
Der Turnunterricht wurde bis zum Kriege in 15 Ab⸗ teilungen erteilt; vereinigt waren die Oberprimen, die Unter⸗ primen, die Oberſekunden und U IIIb und c. Nach dem Ausbruch des Krieges wurden die Turnabteilungen der


