Jahrgang 
1913
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3. Übersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres durchgenommenen Lehraufgaben.

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A. Allgemeine Bemerkungen.

Grundlegend für den Unterricht sind die amtlichen Lehrpläne und Lehraufgaben für die höheren Schulen in Preußen vom Jahre 1901, die im Verlag der Buch- handlung des Waisenhauses in Halle erschienen sind und durch jede Buchhandlung zum Preise von 75 Pfg. bezogen werden können. Sie enthalten die allgemeinen und besonderen Lehrpläne für Gymnasien, Realgym- nasien, Oberrealschulen und Realschulen.

Das Realgymnasium zu Cassel ist nun in der Um wandlung zu einem Reformrealgymnasium begriffen, die sich im ablaufenden Schuljahr auf die Klassen VI bis O II einschließlich ausgedehnt hat. Die Klassen OQl und U Isowie die O II'b wurden nach den amt- lichen Lehrplänen für die Realgymnasien unter- richtet. Für die Klassen VI bis IV hingegen, in denen als Fremdsprache nur Französisch getrieben wird, war im wesentlichen der Lehrplan der Oberrealschulen und Realschulen maßgebend. Nur umfaßte der geometrische Unterricht der IV noch die Gesetze über die Flächengleichheit der Figuren und einfachere Be- rechnungen geradliniger Figuren, während die Anfangs- gründe der Buchstabenrechnung der U III zugewiesen waren.

Die beiden Untertertien des Reform-Real- gynasiums, in denen der lateinische Unterricht be- ginnt, wurden in Deutsch, Geschichte, Erdkunde und Zeichnen nach dem Lehrplan der Realgymnasien unter- richtet. Im Lateinischen wurden aus dem lateinischen UÜbungsbuch für Reformschulen von Ostermann-Müller- Michaelis(Ausgabe B) die Stücke 191 erledigt. Im Französischen wurden die Kapitel 23 45 aus dem UÜbungsbuch von Ploetz-Kares, gekürzte Ausgabe O, durchgenommen(in VI Elementarbuch C, Kapitel 1 29, in V Kapitel 30 59, in IV Kapitel 60 72 und aus dem UÜbungsbuch Kapitel 1 22). In der Geometrie wurde durchgenommen: Kreislehre, regelmäßige Vielecke, Konstruktiansaufgaben, Ausmessungen geradliniger Fi- guren, Proportionen an Strahlenbüscheln; in der Arith- metik: die vier Grundrechnungsarten, Proportionen, Gleichungen ersten Grades mit einer Unbekannten, insbesondere mit Anwendung auf Aufgaben aus dem bürgerlichen Rechnen. In der Zoologie wurden außer den Gliedertieren noch die Weichtiere erledigt.

Die beiden Obertertien des Reform-Real-

gymnasiums wurden in Deutsch, Geschichte, Erd-

kunde und Zeichnen nach dem Lehrplan der Real- gymnasien unterrichtet. Im Lateinischen wurde nach dem oben erwähnten Übungsbuch die Formenlehre erledigt und aus Teil III die Kasuslehre durchgenommen. Die Cäsarlektüre begann bereits kurz nach den Sommer- ferien. Im Französischen gelangten die Kapitel 4664 des UÜbungsbuches zur Durchnahme. In der Geometrie wurde durchgenommen: Khnlichkeit der Figuren, Pro- portionen am Kreise, Ausmessung des Kreises, alge- braische Geometrie und graphische Darstellungen; in der Arithmetik: Potenzen und Wurzeln, Gleichungen ersten Grades mit mehreren Unbekannten, zweiten Grades mit einer Unbekannten; in den naturwissen- schaftlichen Stunden: Kryptogamen; Würmer, Stachel- häuter, Pflanzentiere, Urtiere; Mechanik und Wärme- lehre; Einleitung in die Chemie.

Auch die beiden Untersekunden des Reform- Realgymnasiums wurden in Deutsch, Geschichte, Erdkunde und Zeichnen nach dem Lehrplan der Real- gymnasien unterrichtet. Im Lateinischen wurde die Satzlehre mit Ausnahme weniger Abschnitte zu Ende geführt. Durch fortgesetzte Wiederholungen aus der Formen- und Kasuslehre wurde dafür Sorge getragen, daß die nötige Sicherheit in den grammatischen Kennt- nissen erhalten blieb. Die Hälfte der Zeit war der Lektüre gewidmet, die sich auf Cäsars Bellum Galli- cum beschränkte, so daß sich die Schüler in diesen Schriftsteller gut einlesen und eine hinreichende Ge- wandtheit im Übersetzen aneignen konnten. Im Fran- zösischen wurde gleichfalls mit den Kapiteln 65 76 des Ubungsbuches die Grammatik abgeschlossen und neben Kühn, La France et les Français, noch ein leichterer Schriftsteller gelesen. Im englischen An- fangsunterricht der Untersekunda wurden die Schüler nach einem propädeutischen Unterricht von einigen Wochen, der hauptsächlich auf die Einübung der Laute abzielte, zunächst in die gesprochene Sprache ein- geführt. Da sie bereits fünf Jahre im Französischen und zwei Jahre im Lateinischen unterrichtet worden waren, bereiteten ihnen die grammatischen Erschei- nungen fast keine Schwierigkeiten. Zur mathematischen Lehraufgabe gehörten die Logarithmen, die Anfänge der Trigonometrie und Stereometrie, sowie die Fort- setzung der graphischen Darstellung. Im naturwissen- schaftlichen Unterricht wurde durchgenommen: Ana- tomie und Physiologie der Pflanzen, Lehre vom Schall, Licht, vom Magnetismus und der Elektrizität.