Jahrgang 
1911
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Neu traten in das Lehrerkollegium ein die Oberlehrer Söhli) und Dr. Made*)(als Ersatz für die im vorigen Jahr ausgeschiedenen Professor Dr. Meyer und Professor Dr. Danker), sowie die Zeichenlehrer Krämer) und Cohrs).

Anfang Mai wurde der katholische Religionslehrer Kaplan Hünseler durch Kaplan Dr. Schäfer abgelöst. Auch wurde am 3. August der bisherige Leiter der deutschen Schule in Mexiko, Dr. Albert Basse, dem Realgymnasium zur vorlâufigen Beschäftigung überwiesen, ging aber bereits am 1. Oktober an das hiesige Wilhelmsgymnasium über, von welcher Schule alsdann der Kandidat des höheren Schulamtes Kaiser wieder zurückkam, um am Realgymnasium sein Probejahr abzulegen.

Am I. Oktober verliessen die Anstalt die Kandidaten des höheren Schulamtes Dr. Asteroth, Lingelbach und Peter, welch letzterer den beurlaubten Lehrer am Realgymnasium Jürgens während des ganzen Sommerhalbjahres vertreten hatte. Herr jürgens trat zu demselben Zeit- punkt in den Ruhestand, da seine Gesundheit durch andauernde schwere Erkrankung zu sehr angegriffen war. Mit ihm schied ein Lehrer von der Anstalt, der der Schule in nie versagen- der, von ernst-religiösem Sinne getragener Pflichterfüllung fast 40 Jjahre ununterbrochen seine Dienste gewidmet hat. Die Anstalt schuldet ihm dafür den herzlichsten Dank. Möge Herrn Jürgens noch ein langer und ungetrübter Lebensabend beschieden sein. Von Seiner Majestaàt wurde ihm der Königliche Kronenorden IV. Klasse verliehen.

An die Stelle des ausgeschiedenen Herrn jürgens trat der Lehrer an der hiesigen Bürgerschule 13 Bruno Lehmanns). dem auf besonderen Wunsch des Lehrers am Realgymnasium Erdmann die Leitung des Gesangchors übertragen wurde. Auch an dieser Stelle sei Herrn

¹) Johann Söhl, geboren den 18. Juli 1880 zu Ringelheim, bestand die Reifeprüfung am Realgymnasium zu Hildesheim und studierte alsdann neuere Sprachen und Erdkunde an den Universitäten Göttingen und Strassburg. In Strassburg bestand er Ende 1903 die Prüfung für das höhere Lehramt und legte darauf von Ostern 1904 an das Seminarjahr am Realgymnasium und Gymnasium zu Goslar bezw. am Gymnasium zu Lüneburg und das Probejahr an dem Königlichen Realgymnasium und Gymnasium zu Leer ab. Seit dem 1. 4. 1906 wirkte er an der zuletzt genannten Schule als Oberlebrer.

²¹) Georg Made, geboren den 14. Januar 1877 zu Brensbach im Odenwald, legte, nachdem er einige Jahre Volksschullehrer gewesen war, Herbst 1904 die Reifeprüfung an der Oberrealschule in Worms ab. Darauf studierte er an der Universität Giessen Deutsch und neuere Sprachen, legte während des Studiums noch eine Ergänzungsprüfung im Lateinischen am Realgymnasium in Giessen ab und bestand die Prüfung für das höhere Lehramt im jJuli 1908. Seit Herbst 19008 war er an der Ernst-Ludwig-Schule(Realschule) zu Bad Nauheim tätig und erwarb die philosophische Doktorwürde im Juni 1910 an der Universität Giessen. Druckschrift: Das Verbum substantivum im Englischen(Dissertation) 1910.

¹) Ferdinand Krämer, geboren den 1. Oktober 1861 zu Cassel, wurde vorgebildet auf dem. König- lichen Schullehrerseminar zu Fulda und bestand die erste Lehrerprüfung im März 1887, die Zeichenlehrer- prüfung nach 1 ½ jährigem Besuch der hiesigen Kunstgewerbeschule im August 1888 und die zweite Lehrer- prüfung im Oktober 1890. Seit Ostern 1889 war er an verschiedenen Bürgerschulen Cassels als Volksschul- lehrer tätig.

*) Karl Cohrs, geboren den 15. August 1882 zu Berlin, wurde vorgebildet auf dem Königlichen Schullehrerseminar zu Erfurt und bestand die erste Lehrerprüfung im September 1904, die zweite im Dezember 1906. Seit dem ersteren Zeitpunkt war er als Lehrer an der Volksschule in Oberdorla in Thüringen tätig. Nach einem dreisemestrigen Studium an der Kunstakademie zu Düsseldorf bestand er daselbst im Juli 1909 die Zeichenlehrerprüfung. Im Winterhalbjahr 1900 wirkte er als Vertreter des Zeichenlehrers am Gymnasium in Barmen.

³) Bruno Lehmann, geboren den 14. Januar 1877 zu Rawitsch, erhielt seine Vorbildung auf dem Königlichen Schullehrerseminar zu Oels und legte die erste Lehrerprüfung im Juni 1896, die zweite im Dezember 1900 ab. Seit dem ersteren Zeitpunkt war er an der gehobenen Bürgerschule in Weissenfels i. 8. und von Ostern 1904 an als Volksschullehrer an der Bürgerschule 13 in Cassel tätig.