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Dem Lehrerkollegium gehörten daher im Laufe des Schuljahres an: Direktor Schulte- Tigges; Professoren(mit dem Rang der Räte IV. Klasse): Stange, Dr. Schantz, Völler, Dr. Danker, Heydenreich, Siebert, Dr. Meyer, Dr. Peters, Dr. Krüger, Bauer, Dithmar, Kratsch, Kunze, Grebe; Oberlehrer: Dr. Knatz, Dr. Fuckel, von Hanxleden, Menges, Dr. Kugel, König, Mondon, Lic. Bach; anstellungsfähige Kandidaten: Dr. Stiebeling; Zeichenlehrer: Karbiner (Schmitt); Lehrer am Realgymnasium: jürgens, Erdmann; Hilfslehrer für Religion: Kaplan Becker(Winter: Kaplan Hünseler), Seminarlehrer Katz, Lehrer Schwab; Probekandidaten, zum Teil mit der Verwaltung einer wissenschaftlichen Hilfslehrerstelle betraut: Hillmer, Dr. Kling, Hossbach; Seminarkandidaten, zum Teil gleichfalls mit Unterricht betraut: Hofmann, Dr. Best, Dr. Siebert, Dr. Eymer, Wagner, Dr. Asteroth, Peter, Dr. Schindehütte; französischer Lehramts- assistent: Evrat; amerikanischer Lehramtsassistent: Averill.
Die im vorigen Jahresbericht ausgesprochene Freude darüber, dass Herr Professor Dr. Peters nach schwerer Erkrankung wieder in alter Rüstigkeit und Frische zurückgekehrt war, musste leider bald tiefem Schmerze weichen, da der vortreffliche Mann nach 3-wöchigem Krankenlager am 27. Dezember dem Leiden erlag, das er so lange mit grosser Standhaftigkeit getragen. Welchen Verlust die Anstalt mit seinem Hinscheiden erlitten, lässt sich am besten aus der allgemeinen Trauer ermessen, die weit über den Rahmen der Schule hinaus, insbesondere in den Kreisen der Philologen der Provinz— der Verstorbene war seit einigen Jahren Vor- sitzender des Philologenvereins von Hessen-Nassau und Waldeck— empfunden und zum Aus- druck gebracht wurde. Zahlreich war daher auch die Beteiligung an der Beerdigung am 30. Dezember, an der auch trotz der schneidenden Kälte viele Schüler der Aunstalt teilnahmen. An die Beisetzung schloss sich eine Trauerfeier in der Friedenskirche an, wo Herr Pfarrer Stein in herzergreifender Weise des vornehmen Charakters des Verstorbenen, seines heldenmütigen Verhaltens auf dem Kranken- und Sterbebette und seiner mannigfachen Verdienste gedachte. In dem Nachruf, den ihm das Lehrerkollegium widmete, heisst es:
In den 22 Jahren, die er dem Lehrerkollegium angehörte, hat seine wissenschaftliche Tüchtigkeit und eine hohe pädagogische Begabung, seine unermüdliche Pflichttreue wie seine selbstlose Hingabe ihm die Liebe der Schüler wie das Vertrauen seiner Amtsgenossen in seltenem Masse erworben. Wir werden seine reiche Erfahrung, sein treffendes Urteil und seinen besonnenen Rat sehr vermissen.
Am ersten Tage nach Beendigung der Weihnachtsferien fand in der Aula der Anstalt eine durch Choralgesänge eingeleitete und geschlossene Trauerfeier für den Verstorbenen statt, in der der Unterzeichnete nachstehende Ansprache an die Mitglieder des Lehrerkollegiums und die Schüler richtete:
Wir lesen im 103. Psalm: Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber lährt, so ist sie nimmer da und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. Werte Herren Kollegen! Liebe Schüler! An dieses wehmütige Wort von der Hinfälligkeit des menschlichen Lebens wurden wir in den Ferien gemahnt, als sich die Trauerkunde verbreitete, unser lieber Amtsgenosse, euer treuer Lehrer, Professor Dr. Heinrich Peters, sei uns durch den Tod entrissen worden. Zwar liess sein schweres Leiden kaum noch dauernde Besserung erwarten und mit trüben Blicken schauten wir in seine Zukunft. Aber aus den bisherigen schweren Erkrankungen hatte er sich stets mit einer so eisernen Energie emporgerafft, dass wir in seine scheinbar unverwüstliche Lebens- kraft doch noch unsere Hoffnungen setzten. Es sollte nicht sein. Im kräftigen Mannesalter, im 49. Jahr seines Lebens, musste er nach Gottes unerforschlichem Ratschluss von hinnen gehen, musste scheiden von seiner Gattin, mit der ihn eine zwölfjährige Ehe treu verband, von uns, seinen Amtsgenossen und Freunden, die auf ihn mit Stolz und ungeteiltem Vertrauen blickten, von euch, liebe Schüler, die ihr ihn, soweit ihr ihn näher kanntet, wie ich weiss, gern hattet und verehrtet.
Woher dieser Stolz und dieses Vertrauen, woher die einmütige Anhänglichkeit und Verehrung?


