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Das Lehrerkollegium setzte sich daher folgendermassen zusammen: Direktor Schulte-Tigges; Professoren(mitidem Rang der Ràte IV. Klasse): Dr. Kramm, Stange, Dr. Schantz, Voͤller, Dr. Danker, Heydenreich, Siebert, Dr. Meyer, Dr. Peters, Dr. Krüger, Dithmar, Bauer; Ober- lehrer: Kratsch, Kunze, Grebe, Dr. Knatz, Dr. Fuckel, Menges, Dr. Kugel, König, Mondon, Lic. Bach; wiss. Hilfslehrer: Dr. Koch; Zeichenlehrer: Karbiner; Lehrer am Realgymnasium: jürgens, Erdmann; Hilfslehrer für Religion: Kaplan Becker, Seminarlehrer Katz, Lehrer Schwab: Probekandidat: Dr. Bickel; Seminarkandidaten: Goebel, Richter, Dr. Goetze, Hillmer.
Von Seiner Majestät wurde Herrn Erdmann am 18. 10. 1906 für„besondere Leistungen im Dienste des Roten Kreuzes“ die Rote Kreuz-Medaille dritter Klasse verliehen.
Von schweren Erkrankungen heimgesucht wurden die Herren Prof. Dr. Peters und Oberlehrer Menges. Letzterer musste von Ende Mai bis zu den Sommerferien den Unterricht aussetzen und wurde durch Mitglieder des Lehrerkollegiums vertreten, während Herr Professor Dr. Peters sich genötigt sah, vom 23. August bis zum Schluss des Schuljahres der Schule fern zu bleiben. Seine Vertretung wurde teils durch Mitglieder des Lehrerkollegiums bewirkt, teils von dem der Anstalt überwiesenen Probekandidaten Dr. Bickel übernommen. Mehr als eine Woche mussten wegen Erkrankung fehlen die Herren: Prof. Dr. Schantz, Prof. Völler, Prof. Heydenreich, Prof. Dr. Meyer und Prof. Bauer.
Militärische UÜbungen leisteten ab: Prof. Dithmar von Anfang des Schuljahres bis zum 14. Mai und Oberlehrer Kratsch vom 7. bis zum 20. Juni.
Eine Dienstreise(zur Besichtigung von neueren Schulgebäuden) unternahm der Direktor in Gemeinschaft mit Herrn Stadtbaurat Höpfner und Herrn Direktor Dr. Harnisch von der hiesigen Oberrealschule i. E. vom 10. bis zum 16. Juni.
Um den Unterricht an den Reformschulen in Frankfurt a. M. kennen zu lernen, waren die Herren Prof. Dr. Krüger und Oberlehrer Menges vom 26. bis 28. Juni abwesend. Zur Teilnahme an einem archäologischen Kursus in Trier und Bonn war Oberlehrer Dr. Knatz vom 7. bis zum 13. Juni beurlaubt. Oberlehrer Dr. Kugel, dem von der Stadt ein Stipendium bewilligt worden war, verwandte die Sommerferien und einige Tage darüber hinaus zu einer Studienreise nach London. Auch sonst machten Erkrankungen, Todesfälle in der Familie und dergl. einzelne Vertretungen notwendig.
An der Hauptversammlung des Provinzial-Vereins akademisch gebildeter Lehrer in Weilburg am 23. Mai nahmen 6 Mitglieder des Lehrerkollegiums teil.
3. Schüler. Am 12. September verstarb nach kurzem Krankenlager der Obersekundaner Karl Schaub, an dem die Anstalt einen braven und hoffnungsvollen Schüler verlor. An der in seiner Heimat stattgefundenen Beerdigung beteiligten sich Oberlehrer Dr. Knatz und mehrere Schulgenossen des Verstorbenen.
4. Prüfungen, Revisionen, Besuche. Bei der mündlichen Reifeprüfung, die am 4. und 5. März zum Teil unter dem Vorsitz des Herrn Provinzial-Schulrat Prof. Dr. Baier statt- fand, zum Teil von dem Direktor geleitet wurde, bestanden 13 Oberprimaner. An dem ersten der beiden Tage unterzog sich der Prüfung gleichfalls mit Erfolg Frl. Rhoda Erdmann aus Hamburg. Die Ergàânzungsprüfung im Lateinischen bestanden am 3. Mai die ehemaligen Ober- realschulabiturienten Adolf Kerll und Joseph Rosenberg, am 25. Oktober Carsten Strucks, Magnus Ludwig und Hermann Haller. Die Reife für Prima erlangte durch eine Prüfung am 9. März Kurt Henning aus Cassel.


