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des höheren Schulamts Lic. theol. Bach ²) in das Lehrerkollegium ein. Zur Ableistung des Semi- narjahres wurde zur selben Zeit der Kanditat des höheren Schulamts Wolfgang Päckelmann der Anstalt überwiesen. Schon zu Beginn des Sommerhalbjahres war an die Stelle des Kaplans Goebel, der sich in Marburg weiteren Studien widmen wollte, Kaplan Becker ³) getreten.
Den Oberlehrern Dr. Meyer und Dr. Peters wurde durch Verfügung des Ministers vom 14. 2. 05 der Charakter als Professor verliehen. Herr Oberlehrer Dr. Krüger erhielt die Aller- höchste Genehmigung zur Anlegung des ihm von Sr. Durchlaucht dem Fürsten von Waldeck und Pyrmont verliehenen Verdienstkreuzes IV. Klasse.
Das Lehrerkollegium setzt sich zur Zeit folgendermassen zusammen: Direktor Schulte- Tigges; Professoren: Dr. Kramm, Stange, Dr. Schantz, Völler, Dr. Danker, Heydenreich, Siebert, Dr. Meyer, Dr. Peters; Oberlehrer: Krauth, Dr. Krüger, Dithmar, Kratsch, Grebe, Menges, Bauer, Dr. Fuckel, Kunze, Dr. Kugel, Dr. Knatz; wiss. Hülfslehrer: Lic. theol. Bach; Zeichen- lehrer: Karbiner; Lehrer am Realgymnasium: jürgens, Erdmann; wiss. Hülfslehrer für Religion: Kaplan Becker, Seminarlehrer Katz, Lehrer Schwab; Seminarkandidaten: Päckelmann, Henkel(s. u.).
Der Gesundheitszustand des Kollegiums liess manches zu wünschen übrig. Im Sommer- halbjahr sahen sich Direktor Dr. Wittich und Prof. Dr. Schantz genôötigt, einen Urlaub von je 4 Wochen zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit in Anspruch zu nehmen, und Prof. Siebert II musste gleichfalls nach den Sommerferien mehrere Wochen aussetzen. Ihre Vertretung wurde teils vom Kollegium, teils von den Kanditaten des pädagogischen Seminars Mager und Weide- müller übernommen. Im Winterhalbjahr traten vielfach Erkältungen und Erkrankungen an Influenza auf; insbesondere erkrankte leider recht schwer Prof. Dr. Meyer, für den Kandidat Henkel vom pädagogischen Seminar als Vertreter eintrat. Erfreulicherweise befindet sich der verehrte Kollege wieder auf dem Wege der Besserung.
Am 1. Mai wird Herr Oberlehrer Krauth in den Ruhestand treten, nachdem er ein drittel Jahrhundert an unserer Anstalt mit stets sich gleichbleibendem ruhigen Eifer pünktlich und gewissenhaft seinen Pflichten obgelegen. Im vorigen Winter zuerst hatte er ernstlicher über seine Gesundheit zu klagen, und dies veranlasste den jetzt im 66. Lebensjahre Stehenden, für Ostern d. J. seine Versetzung in den Ruhestand zu beantragen. Beliebt bei zahlreichen Schüler- jahrgängen und stets im besten Einvernehmen mit seinen Amtsgenossen darf er sicher sein, dass ihm von allen Seiten die wärmste Dankbarkeit und die herzlichsten Wünsche für noch manches schöne Jahr ungetrübten Wohlbefindens in den Ruhestand folgen.
3. Schuldiener. An die Stelle des am 1. Marz ausgeschiedenen Schuldieners Pfeiffer trat der Vizewachtmeister Würschig, ging aber schon am 1. Juli als Schuldiener an das hiesige
²) Ludwig Friedrich Wilhelm Ferdinand Bach, geboren den 27. Januar 1875 zu Cassel, besuchte, nachdem er an dem hiesigen Königlichen Wilhelmsgymnasium Michaelis 1893 das Zeugnis der Reife erhalten hatte, die Universitäten Marburg und Greifswald, um Philologie und Theologie zu studieren. Im Frühjahr 1898 bestand er zu Stettin die erste theologische Prüfung und kehrte dann wieder nach Greifswald zurück, um sich orientalischen und alttestamentlichen Studien zu widmen. Dort erlangte er im November 1900 durch seine Dissertation:„Der Glaube nach der Anscnauunf des alten Testaments“, den Grad eines Lizentiaten der Theologie, bestand im Frühjahr 1901 die 2. theologische Prüfung und wurde im Herbst desselben Jahres zum Pfarrer ordiniert. Nach einjähriger Versehung einer Hülfspredigerstelle in Grossenwieden, im Kreise Rinteln, bezog er aufs neue die Universität Greifswald, um im Sommer 1903 daselbst die Prüfung für das höhere Lehr- amt abzulegen. Herbst 1903 bis ebendahin 1904 legte er alsdann das vorschriftsmässige Seminarjahr am Königl. Friedrichsgymnasium und später am Königl. Wilhelmsgymnasium hierselbst ab.
¹) Karl Otio Becker, geboren den 8. Januar 1878 zu Fritzlar, verliess Ostern 1897 das Gymnasium zu Fulda mit dem Zeugnis der Reife, um am bischöflichen Seminar daselbst Theologie zu studieren. Im März 1901 wurde er zum Kaplan in Orb bestellt, am 1. April 1903 in gleicher Eigenschaft nach Marburg und am 15. April 1904 nach Cassel versetzt. In Marburg erteilte er den katholischen Religionsunterricht an der Ober- realschule und der höheren Mädchenschule.


