Jahrgang 
1901
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3. Übersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres durch- genommenen Lehraufgaben.

Oberprima.

Klassenvorstand: In a Professor Dr. Schantz, in b Professor Dr. Siebert IJ. Wöchentlich 31 Stunden(ohne Turnen und Gesang). Lehrgang einjährig.

1. Religion. 2 Std. In a Professor Dr. Schantz, in b Professor Dr. Siebert I. Einleitung zu den drei Symbolen. Erklärung des Augsburger Bekenntnisses bis Art. 20. Erklärung des Römerbriefes. Wiederholungen aus dem Katechismus, der Kirchengeschichte und ein- zelner Abschnitte aus dem Neuen Testament. Hollenberg, Hilfsbuch für den evangel. Religionsunterricht.

2. Deutsch. 3 Std. In a Direktor Dr. Wittich, in b Professor Dr. Siebert I. In a wurden die in Muffs Deutschem Lesebuch VII enthaltenen Lieder Walthers v. d. Vogelweide, ferner Lessings Nathan der Weise und Göthes Tasso gelesen und eingehend besprochen, ebenso Schillers Spaziergang und Künstler und Gôthes Zueignung. Schillers Eleusisches Fest und Lied von der Glocke fanden eine kürzere Behandlung. Von den Schülern wurde Göthes Zueignung und die Parabel von den drei Ringen aus Lessings Nathan auswendig gelernt und vorgetragen, ebenso von jedem einzelnen ein freigewähltes Gedicht. Ferner hatte jeder im Anschluss an Lessings Nathan den Weisen einen Vortrag auszuarbeiten und frei zu halten. Das Lesen der mittelhochdeutschen Gedichte sowie die Besprechung der Aufsätze gab Ver- anlassung zu mannigfachen Hinweisungen auf Grammatik und Rhetorik. In b wurden gelesen und besprochen die in Muffs Lesebuch VII enthaltenen Lieder Walthers v. d. Vogel- weide, die Parabel vom Mann in der Grube aus Barlääm und Josaphät, einige Abschnitte aus Boners Edelstein und Freidanks Bescheidenheit sowie verschiedene Lesestücke aus Muffs Lesebuch VIII, ferner Napoleon von Calebow, General Vork von Greif, 1812 von O. v. d. Pfordten, einige Lieder aus den Freiheitskriegen. Göthes Tasso und Lessings Nathan der Weise. Der Inhalt von Schillers Braut von Messina wurde noch einmal durchgesprochen. Die freien Vorträge der Schüler bezogen sich auf das Gelesene sowie auf Göthe, Schiller und Lessing, auch einige freigewählte Gedichte wurden auswendig gelernt. Erörterungen und Wiederholungen aus dem Gebiete der deutschen Sprachwissenschaft wie in a.

Aufsätze in a: 1) Die Landschaft in SchillersSpaziergang. 2) Festrede zum 2. September 1900. 3) Welche Bedeutung hat Göthes GedichtZueignung?(Probearbeit.) 4)Willst du, dass wir mit hinein in das Haus dich bauen, Lass es dir gefallen, Stein, dass wir dich behauen. 5) Die Stellungnahme der Römer nnd der Samniten zu dem Vertrag von Caudium. 6) Die Vorfabel zu Lessings Nathan.(Klassen

arbeit.) 7) Was denken wir von dem Ausspruch des Tempelherrn in Lessings Nathan:Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten? 8) Prüfungsarbeit.

Aufsätze in b: 1) Vor siebenhundert Jahren(nach K. Stieler). 2) Drei Tage der Reformation in Augsburg. 3) Würde das Wissen der Zukunft für uns ein Glück oder ein Unglück sein? 4) Welche Be deutung hat Friedrich Wilhelm J. für den preussischen Staat gehabt?(Probearbeit.) 5) Jeder ist seines Glückes Schmied. 6) Wem wohl das Glück die schönste Palme beut? Wer freudig thut, sich des Gethanen freut. 7) In welchem Verhältnis stehen Schuld und Schicksal in der Braut von Messina? 8) Prüfungsarbeit.

Aufgaben für die Reifeprüfung: 1) Herbst 1900: Wie entwickelt sich die Handlung in Hartmanns Dichtung: Der arme Heinrich? 2) Ostern 1901: a) Inhalt und Würdigung der Parabel von den drei Ringen in Lessings Nathan. b) Drei Blicke thu' zu deinem Glück: Schau' aufwärts, vorwärts, schau' zurück!