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Lage Deutschlands während der zwei ersten Drittel dieser Zeit und die Erkämpfung und Behauptung der achtunggebietenden Stellung unseres Vaterlandes während des letzten Drittels hervorhob und auf die grossen Aufgaben hinwies, welche der Gesamtheit wie dem Einzelnen für die Zukunft gestellt seien.
Herr Geheimrat D. Dr. Lahmeyer wohnte am 0. Juni, am 5. Septbr. und am 12. Febr. dem Unterricht der beiden Seminarkandidaten bei: am letzteren Tage besuchte er auch die Herren Oberlehrer Dr. Fuckel, Oberlehrer Kunze und Dr. Knatz.“
Am Nachmittag des 11. September von 2— 4 ½ Uhr und am 13. September von 7—12 Uhr wohnte Herr Prof. Mohn aus Berlin, vom Herrn Minister mit einer Revision des Zeichenunterrichts an höheren Schulen beauftragt, bei uns in vier Klassen dem Unterricht in Linearzeichnen, in 8 Klassen dem in Freihandzeichnen bei. In einer Besprechung mit dem Direktor und den beiden Zeichenlehrern, Herrn Karbiner und Herrn Erdmann, gab er dann seine Wünsche zu erkennen, nachdem er vorher seiner Zufriedenheit mit den gebotenen Leistungen mehrfach Ausdruck gegeben hatte. Auch der neuerbaute, erst seit kurzem in Gebrauch genommene Zeichensaal fand seine Anerkennung.
Die Errichtung der 18. Klasse hatte die Beschaffung eines neuen Klassenzimmers not- wendig gemacht. Da auch nicht alle Zimmer genügend gross waren, wurde der bisherige Zeichensaal durch Teilung zu zwei geräumigen Zimmern umgeschaffen und ein neuer Saal über dem bisherigen gebaut. Eine andere wesentliche Verbesserung ist unserer Turnhalle durch Anbringung grosser Gaslampen und Anlage einer Sprengvorrichtung zu teil geworden.
Störungen im regelmàâssigen Gange des Unterrichts blieben auch in diesem Jahre nicht aus. Urlaub zu einer Badekur hatte Prorektor Hornstein auf 5 Wochen, Prof. Schantz auf 1 Woche; zu militârischen UÜbungen waren die Oberlehrer Dr. Krüger, Dithmar und Kratsch eingezogen. Mehr als 20 Stunden fehlten ausserdem die Herren Prof. Ulrici, Prof. Völler, Dr. Peters, Oberl. Menges, Oberl. Bauer, Dr. Knatz, Karbiner und Kaplan Lammeyer. Vom 1. Januar an ist Oberl. Dr. Stehlich auf ein halbes Jahr beurlaubt. Bei den Vertretungen war im Sommerhalbjahr Herr Kand. Güngerich thätig, der dann auch bis zum Herbst als unbesoldeter Hilfslehrer an der Anustalt verblieb. Seit Neujahr sind die Herren Dr. Heinze und Michels, beide zugleich Probekandidaten an einem hiesigen Gymnasium, mit Vertretungen betraut. Im übrigen wurden diese von Mitt- gliedern des Lehrerkollegiums geleistet.
Die Reifeprüfungen der Schüler fanden in ihrem schriftlichen Teil vom 14. bis 19. August und vom 290. Januar bis 10. Februar statt, in ihrem mündlichen Teil am 16. Septbr. und am 2. und 3. März, am 2. März unter dem Vorsitz des Herrn Geheimrat D. Dr. Lahmeyer, die beiden andern Male unter dem des Direktors. Ausserdem wurde am Schlusse des vorigen Schuljahres die volle Reifeprüfung von einem Auswärtigen, O. v. d. Mülbe, und die Er- gäÄnzungsprüfung in Latein von dem früheren Oberrealschüler stud. Tolle bestanden. Am 14. März d. J. konnte dem Oberrealschulabiturienten E. Stern, der 1 ½ Wochen zuvor das Zeugnis der Reife an seiner Anstalt erhalten hatte, auch die Reife für Latein von uns zu- gesprochen werden. Die Reife für Prima wurde von zwei Prüflingen, A. Stamm und J. Lilienfeld, die der Reife in Latein für Obersekunda von einem Auzwärtigen, H. Grote, durch Prüfung nachgewiesen. Der Abschlussprüfung unterzogen sich am Schluss des vorigen Schuljahres 65 Schüler, von denen 51 bestanden. Im Herbst 1809 wurde der Unter- sekundaner Karl Schmidt mit Erfolg geprüft. Für den diesjährigen Ostertermin wurden die schriftlichen Prüfungsarbeiten vom 14. bis 17. Februar geschrieben.


