Jahrgang 
1899
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9. Chemie und Mineralogie. 2 Std. Prof. Dr. Kramm. Wiederholungen aus dem Lehrstoff der Sekunda. Systematische Betrachtung von Kohlenstoff, Silicium, Bor, Kalium, Natrium, Barium, Strontium, Calcium, Zink und Aluminium nebst deren wichtigeren Verbindungen einschliesslich der als Mineralien vorkommenden. Rüdorff, Chemie; Hornstein, Mineralogie.

10. Zeichnen. 2 Std. Karbiner. Zeichnen nach Gipsornamenten. Projektives Zeichnen.

Obersekunda. Klassenvorstand: In a Prof. Dr. Schantz, in b Prof. Stange. Wöchentlich 31 Stunden (ohne Turnen und Gesang). Lehrgang einjährig. 1. Religion. 2 Std. In a Prof. Dr. Schantz, in b Prof. Dr. Ulrici. Erklärung der Apostel- geschichte als Einleitung in die Geschichte der Kirche. 1. Korintherbrief. Wiederholung des Katechismus und einiger Kirchenlieder.

2. Deutsch. 3 Std. In a Prof. Dr. Schantz, in b Oberlehrer Kratsch. Einführung in das Nibelungenlied durch Lesen und Ubersetzen der im Lesebuch enthaltenen Abschnitte mit Hinweis auf die nordischen Sagen und die grossen Sagen des Mittelalters. Gelesen wurden einige Gedichte Schillers, ausserdem in a: Schillers Jungfrau von Orleans, Göthes Egmont, Lessings Emilia Galotti, in b: Lessings Philotas, Göthes Götz von Berlichingen, Schillers Wallenstein. Wiederholung früher gelernter Gedichte. Vorträge: meist Lebensbilder aus der deutschen Litteraturgeschichte. Ubungen im Gliedern des Stoffes. Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten von Muff, VII. Abteilung.

Aufsätze in a: 1. Drei Blicke thu' zu Deinem Glück: Blick' aufwärts, vorwärts. blick' zurück. 2. Die Belagerungswerke der Cäsarianer vor Massilia. 3. Aus welchen Gründen beschliessen die Burgunder Siegfrieds

Tod? 4. Die Niederlage Curios in Afrika(Klassenarbeit). 5. Welche Charakterzüge sehen wir an Hagen im 27. 38. Abenteuer des Nibelungenliedes? 6. Weshalb siegte im zweiten punischen Kriege Rom? 7. Wie kommt Weislingen zum Treubruch? 8. Welche Charakterzüge sehen wir an dem Prinzen in Lessings Emilia Galotti im 1. Aufzug?(Klassenarbeit.)

Aufsätze in b.: 1. Die sittlichen Grundideeen in Schillers Balladen. 2. Welches sind die Wirkungen des Ackerbaues auf materiellem Gebiete? 3. Wie bewährt sich in Göthes Götz von Berlichingen das Sprichwort: Wie der Herr, so der Knecht?(Klassenaufsatz.) 4. Des Helden Recht und Schuld in Göthes Götz von Berlichingen. 5. Inwiefern ist Wallensteins Lager die erste Exposition zur ganzen Trilogie? 6. Im Kriege selber ist das Letzte nicht der Krieg. 7. Wie gelingt es Octavio Piccolomini, Buttler zum Abfſall von Wallenstein zu bringen? 8. Wo- raus erklärt sich die Siegesgewissheit der Pompejaner vor der Schlacht bei Pharsalus?(Klassenarbeit.)

Latein. 4 Std. In a Prof. Dr. Schantz, inb Oberlehrer Kratsch. In a wurde gelesen Caesar, de bello civ., lib. II; ausgewählte Abschnitte aus Ovids Metamorphosen: Niobe, lykische Bauern, Marsyas, kalydonische Jagd, Daedalus und Ikarus, Philemon und Baucis, Orpheus und Eurydice, Midas. In b wurden gelesen ausgewählte Abschnitte aus dem 1. u. 3. Buche von Caesars Bürgerkrieg und aus Ovids Metamorphosen(Perseus und Andromeda, Verwandlung lykischer Bauern in Frösche, lason und Medea, die kalydonische Jagd, Meleager, Memnon). Einige Stellen wurden auswendig gelernt. Grammatische Wiederholungen. Alle 14 Tage eine schriftliche Ubersetzung aus dem Lateinischen, darunter die Hälfte Klassenarbeiten.

4. Französisch. 4 Std. In a Oberlehrer Menges, in b Oberlehrer Dr. Krüger. Wiederholung der Formenlehre und des Wichtigsten aus der Lehre von den Zeiten, Moden und Fürwortern nach Plötz-Kares, Sprachlehre, und Plôtz-Kares, UÜbungsbuch B. Gelesen wurden ausgewählte Abschnitte aus Kreyssig, Trois siècles de la littérature française. Im Anschluss an das Gelesene Sprechübungen, sprachliche und sachliche Erläuterungen, die Grundzüge der Vers- lehre, Anleitung zu Aufsätzen. 10 hAàusliche, 10 Klassenarbeiten.

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