Jahrgang 
1894
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Siebert II musste sich für vier Wochen beurlauben lassen und wurde ausserdem noch während des Sommerhalbjahrs mehrmals durch sein Befinden der Schule fern gehalten. Mehr als 20 Stunden mussten ferner noch folgende Herren während des Schuljahrs um ihres Befindens willen vom Unterricht fern bleiben: die Professoren Heuser, Grebel, Siebertl und Schantz, die Oberlehrer Krauth, Stehlich, Danker, Krüger sowie Herr Jürgens. Herr GrebelI lag einen Monat krank bei seinen Eltern. Sonst traten nur wenig Veranlassungen zu kurzen Unterrichtsunterbrechungen für einzelne Lehrer ein.

Für den Herbsttermin fand die schriftliche Reifeprüfung vom 10. 16. August, die mündliche am 19. September unter dem Vorsitze des zum Königlichen Kommissar ernannten Direktors statt; die drei Oberprimaner, welche sich derselben unterzogen, sowie der Extraneer Wickert bestanden. Für den Ostertermin sind die schriftlichen Prüfungsarbeiten vom 18. bis 24. Januar von den 13 Oberprimanern geschrieben worden. UÜber das Ergebnis der mündlichen Prüfung wird erst im nächsten Jahre berichtet werden können.

Die vorjährige mündliche Abschlussprüfung fand am 20. und 21. März unter dem Vorsitz des Direktors statt. Von 50 Schülern, die sich gemeldet hatten, bestanden 43; davon waren I1 von der ganzen mündlichen Prüfung zu befreien gewesen, 2 von allen zu prüfenden Gegenständen; ein Schüler hatte wegen Täuschungsversuches zurückgewiesen werden müssen. Für den Herbst war zwar durch Ministerialerlass die Möglichkeit der Zulassung für die Schüler geboten worden, die zu Ostern nicht bestanden hatten; da aber nach Entscheidung des Königlichen Provinzialschulkollegiums, wer die Prüfung nicht bestehe, gewärtig sein musste zu einer nochmaligen Wiederholung derselben nicht zugelassen zu werden, so verzichteten die sechs Schüler, welche sich gemeldet hatten, auf die Zulassung. Für den Ostertermin 1894 wurden die schriftlichen Arbeiten vom 7. 10. Februar geschrieben; über die mündliche Prüfung wird, da dieselbe womöglich in der letzten Schulwoche stattfinden soll und das Ergebnis derselben nicht vor Schulschluss mitgeteilt werden darf, immer erst im nächsten Jahresbericht Kunde gegeben werden können.

Während des Schuljahres wurde zweimal eine Prüfung der Reife für Prima vorgenommen, die der betreffende Zögling der hiesigen Beheim-Schwarzbachschen Militärvorbildungsanstalt jedesmal bestand; im Sommerhalbjahr wurde Paul Blumenthal, im Winterhalbjahr Otto Rosemann geprüft.

Am 21. Februar wurde unter Leitung unseres Gesanglehrers, Herrn Erdmann, eine musikalische Abendunterhaltung abgehalten, in der zunächst Vorträge einzelner Schüler auf Violine und Klavier stattfanden und dann eine melodramatische Cantate mit I1 Chõren zur Aufführung kam, die wiederum ein günstiges Zeugnis von dem musikalischen Können und Streben der Schüler ablegte. Der Reinertrag des Abends floss teils der Preimestiftung, teils der Ferienkolonie zu.

Das Curatorium bestand aus folgenden Herren: 1) Oberbürgermeister Westerburg, später Bürgermeister Klöffler als Vorsitzendem, 2) Stadtratsmitglied Wentzell, 3) Bürgerausschuss- mitglied Geh. Kommerzienrat Henschel, 4) Kaufmann Rudolf Scholl, 5) Privatbaumeister Potente, 6) Stadtschulrat Bornmann, 7) Pfarrer Wagner, 8) Direktor Wittich.

Das Lehrerkollegium setzte sich folgendermassen zusammen: Direktor: Dr. Wittich; Oberlehrer: Prorektor Prof. Heuser, Prof. Grebe, Prof. Dr. Hornstein, Prof. Dr. Siebert, Prof. Dr. Kramm, Prof. Stange, Prof. Zwirnmann, Prof. Dr. Schantz, Prof. Dr. Ulrici, Krauth, Dr. Stehlich, Völler, Dr. Danker, Heydenreich, Siebert, Dr. Meyer, Dr. Peters, Dr. Krüger, Lange; wissenschaftliche Hilfslehrer: Kaplan Lins, Dr. Stein, Angersbach, Kunze, GrebelI; Zeichenlehrer: Karbiner; Elementarlehrer: Spangenberg, Jürgens, Erdmann, Nau(bis Ende Mai); dazu Seminarkandidaten Schmidt, Veith(im Sommer), Abt, v. Hanxleden, Menges(im Winterhalbjahr).