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3. UÜbersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres durchgenommenen Lehraufgaben.
Oberprima.
Klassenvorstand: Prof. Dr. Hornstein. Wöchentlich 3o Stunden(ohne Turnen und Gesang).
I.
2.
3.
Lehrgang einjährig.
Religion. 2 Std. Prorektor Prof. Heuser. Eangelische Glaubens- und Sittenlehre unter An- knüpfung an die Artikel 1 bis 16, 18 u. 20 des Augsburgischen Glaubensbekenntnisses nach voraus- gegangener kurzer Einleitung über die 3 alten Symbole. Erklärung des Römerbriefs und der wich- tigsten Teile des Hebräerbriefs. Wiederholungen aus dem ganzen Gebiet der Kirchengeschichte. Hollenberg, Hilfsbuch für den evangelischen Religionsunterricht.
Deutsch. 3 Std. Prof. Dr. Siebert. Aus den Proben mittelhochdeutscher Dichtung, welche das Lesebuch von Hopf u. Paulsiek, II, 2, enthält, wurden gelesen und besprochen: Eneit, Alexanderlied, Lied von Troie, Rolandslied, Iwein, Parzival, Tristan und Isolt, Der arme Heinrich, Barlaam und Josaphat, Boners Edelstein, Freidanks Bescheidenheit, geistliche und weltliche Lieder, besonders die von Walther v. d. Vogelweide, Reincke de vos; bei Parzival wurde etwas länger verweilt und weitere Abschnitte dieses Gedichts nach der Ubertragung von G. Bötticher mitgeteilt; ferner Grimms Abhand- lung über die Tiersage und über die deutschen Dialekte, Göthes Tasso, Lessings Dramaturgie, Schillers Wallenstein. Freie Vorträge der Schüler über das Gelesene und über Leben und Werke der bedeu- tenderen Dichter. Abschnitte aus der Verslehre und Grammatik wurden im Anschluss an das Ge-— lesene durchgenommen und dabei die Sprachentwicklung an geeigneten Beispielen veranschaulicht; auch bei der Rückgabe und Besprechung der Aufsätze bot sich hierzu Gelegenheit.
Aufsätze: 1. Dass wir Menschen nur sind, der Gedanke beuge das Haupt dir, doch dass Menschen wir sind, richte dich freudig empor! 2. Schicksal und Schuld in Schillers Braut von Messina. 3. Entzwei' und gebiete, tüchtig Wort; verein' und leite, bessrer Hort. 4. Über Inhalt und Bedeutung von Wolframs Parzival(Probearbeit). 5. Sollen wir wünschen die Zukunft vorauszuwissen? 6. In wie weit ist die Behauptung begründet: Kenntnisse sind der beste Schatz?(Probearbeit). 7. Die Thränen. 8. Vgl. Aufg. für die Reifeprüfung.
Aufgabe für die Reifeprüfung: I. Was du ererbt von deinen Vätern hast, Erwirb es, um es zu besitzen. 2. Inwie weit beruht das Sprichwort:»Jeder ist seines Glückes Schmied«, auf Wahrheit?(Michaelis). 3. Das Leben ist ein Kampf, drum rüste dich!(Ostern).
Latein. 3 Std. Prof. Dr. Siebert. Gelesen wurde das 2. Buch von Vergils Aneide nach der Auswahl von A. Lange(Berlin, 1892, Gärtner), die erste Hälfte des 2. Buchs des Livius und Ciceros Schrift de senectute. Schriftliche UÜbersetzungen ins Deutsche, grösstenteils aus Livius. Wiederholungen aus der Grammatik im Anschluss an das Gelesene.
4. Französisch. 4 Std. Oberlehrer Dr. Danker. Planmässige Wiederholung von Lektion 58— 79
der Schulgrammatik von Plötz. Wiederholung und Vertiefung der schwierigsten Kapitel der Syntax. Zur Befestigung derselben wurden die Ubersetzungsübungen zur Erlernung der frz. Syntax von Plötz benutzt. Die wichtigsten Synonyma. Das Wichtigste aus der Metrik. Gelesen wurden Abschnitte aus Kreyssig: Trois siècles de la Littérature française, und Molière: Le Misanthrope.
Aufsätze: La France sous la Convention nationale. 2. Campagne de Russie. 3. Frédéric-Guillaume le Grand Electeur(Probeaufsatz). 4. César. 5. Louis XIV(Probeaufsatz). 6. Vgl. Aufg. für die Reifeprüfung.
Aufsatz-Aufgabe für die Reifeprüfung: I. Période suédoise de la guerre de Trente ans. 2. Frédéric Barbe- rousse.(Michaelis). 3. La guerre franco-allemande jusqu' à la bataille de Sedan.(Ostern).


