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vrochen wurde das Studium dadurch, dass er ein Jahr lang als Hauslehrer in Livland beschäftigt war. Im Juli 1890 legte er zu Marburg die Prüfung pro facultate docendi ab. Herbst 1890 wurde er zu seiner pädagogischen Ausbildung dem Kgl. Pädagogischen Seminar und dem Realgymnasium zu Cassel überwiesen.
lestädt, Wilhelm, geb. den 4. August 1865 zu Fulda, katholischer Konfession, besuchte das Gymnasium seiner Vater- stadt von Ostern 1876 bis Ostern 1886. Darauf studierte er Philosophie und Theologie ½ Jahr an der Universitüt zu Würzburg, dann 3 Jahre an der philos.-theologischen Lehranstalt zu Fulda, wo er nach bestandenem Examen am 21. Dezember 1889 zum Priester geweiht wurde. Vom 1. Januar bis Anfang Mai 1889 war er Kaplan in Schmalnau, Kr Gersfeld, sodann Kaplan in Cassel; Ende Mai wurde er mit Erteilung von Religionsunterricht, an den drei städtischen höheren Schulen beauftragt.
Der Gesundheitszustand war bei den Schülern im allgemeinen befriedigend. Einige Schüler sind jedoch durch monatelange Krankheit an das Lager oder doch an das Zimmer gefesselt. Ein früherer Schüler, Bermann Schlüter, einziges Kind des hiesigen Postdirektors Schlüter, der vorige Ostern nach der Versetzung zur Obersekunda wegen Lungenleidens aus der Schule ausgetreten war, erlag der Schwindsucht am 21. Februar d. J. Während der 1 ¼ Jahre, die er seit der Versetzung seines Vaters von Oberhausen Schüler des R.-G. hatte sein können, hatte er sich als pflichttreuer, strebsamer, liebenswürdiger Mens'h erwiesen, auf den die Eltern schöne Hoffnungen zu setzen berechtigt schienen. Die ehemaligen Mitschüler, welche ihn gekannt hatten, und der Direktor gaben ihm seitens der Schule das letzte Geleite.
Von Leistungen früherer Schüler ging auch der Schule in diesem Jahre von dem Generalsekretär Dr. Voltz in Kattowitz die von demselben geleitete Zeitschrift des Oberschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Vereins zu. Der Direktor der Leipziger Bank August Exner übersandte sein Prachtwerk über Japan.


