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Untersekunda.
Klassenvorstand: in a Dr. Danker, in b Oberlehrer Stange. Wöchentlich 32 Stunden(ohne Turnen und Gesang). Lehrgang einjährig.
1. Religion. 2 Std. In a Lange, in b Oberlehrer Dr. UlIrici. Übersichtliche Darstellung der Geschichte des Reiches Gottes bis auf Christus. Lesen ausgewählter biblischer Abschnitte, namentlich aus den Psalmen und Propheten. Erklärung des vierten und fünften Hauptstücks. Wiederholung der drei ersten Hauptstücke nebst den früher gelernten Sprüchen und Liedern. Lehrbücher: Bibel, Landeskatechismus, Leitfaden v. Hollenberg, ev. Gesangbuch.
2. Deutsch. 3 Std. In a Krauth, in b Oberlehrer Dr. Ulrici. Gelesen und erklärt wurden ausgewählte Stücke aus Hopf und Paulsieks Lesebuch aus der Zeit von Klopstock an, ferner Göthesche und Schillersche Gedichte, Schillers Tell, die Glanzstellen aus Homers Ilias, ferner Lessings„Uber die Fabel“ und„Wie die Alten den Tod gebildet“. Wiederholung und Er- weiterung der Lehre vom Reim und Versbau. Die Hauptdichtungsarten. Vorträge und Deklamationsübungen. Alle 4 Wochen ein Aufsatz.
Aufsätze in a: 1) Das Leben eine Reise. 2) Uber die Fabel(nach Lessing). 3) Noch schädlicher als Eisen ist das Gold(Chrie). 4) Synonyma für sterben. 5) Sedan(Klassenarbeit). 6 Das altgriechische Theater. 7) Die Verhandlungen auf dem Rütli nach Schillers Tell, II, 2(Klassenarbeit). 8) Reichtum ein Gfück, aber nicht ohne Gefahren. 9) Wie der Mensch bei seinen Arbeiten unterstützt wird. 10) Die Wasserflut nach Ovid, Met., I(Klassenarbeit).
Aufsätze in b: 1) Am Sonnabend. 2) Die Gastfreundschaft im Nibelungenliede. 3) Warum ist den Deutschen der Rhein so lieb? 4) Leonore(Klassenarbeit). 5) Gedankengang in Göthes Ballade„Der Zauber- lehrling“. 6) Vorgethan und nachbedacht hat manchen in gross Leid gebracht.(Chrie.) 7) Die Freuden des Herbstes(Klassenarbeit). 8) Welche Charakterzüge des Schweizervolks treten uns in der ersten Scene von Schillers„Wilhelm Tell“ entgegen? 9) Baumgarten erzählt Werner Stauffacher seine Flucht und Rettung (Klassenarbeit'. 10) Quelle, Bach, Fluss, Strom.
3. Latein. 5 Std. In a Kraut¹, in b Oberlehrer Zwirnmann. Grammatik nach Moiszisstzig, § 342— 579. Wiederholung der Formenlehre. Übersetzung aus Süpfles Aufgaben zu latei- nischen Stilübungen, Teil I, 1— 100. Wöchentlich eine schriftliche Haus- oder Klassenarbeit. Gelesen wurde in a: Caes. Bell. Gall., lib. VII, und ausgewählte Stücke aus Ovids Metamor- phosen, in b: Bell. Gall, VIII, und ausgewählte Stücke aus Ovids Metamorphosen.
4. Französisch. 4 Std. In a Dr. Danker, in b Dr. Meyer. Wiederholung des grammatischen Lehrstoffs der Tertia. Plötz, Schulgrammatik, Lektion 46— 57. Schriftliche häusliche und Klassenarbeiten, wöchentlich abwechselnd. Gelesen wurden Abschnitte aus Plötz, Lectures choisies, Guizot, Récits historiques, und Duruy, Histoire de France(1789— 1795). Sprech- übungen über das Gelesene.
5. Englisch. 3 Std. In a Dr. Danker, in b Dr. Meyer. Grammatik nach Zimmermanns Lehrbuch der englischen Sprache, systematischer Kursus, Lekt. 28— 54, nebst Wiederholung der Aufgaben der Unter- und Obertertia. Schriftliche häusliche und Klassenarbeiten, wöchentlich abwechselnd. Sprechübungen über das aus Lüdeckings Lesebuch, Teil II, Gelesene.
6. Geschichte. 2 Std. In a Krauth, in b Oberlehrer Zwirnmann. Griechische Geschichte nach Pütz, I. Geschichte des Mittelalters bis Rudolf von Habsburg nach Pütz, II, für obere Klassen.


