Jahrgang 
1891
Einzelbild herunterladen

6

3. UÜbersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres durchgenommenen Lehraufgaben.

Oberprima.

Klassenvorstand: Oberlehrer Dr. Schantz. Wö5chentlich 32 Stunden(ohne Turnen und Gesang). Lehrgang einjährig.

1. Religion. 2 Std. Oberlehrer Dr. Schantz. Der Römerbrief wurde gelesen und erklärt, der Hebräerbrief mit Auswahl. Mitteilung der sicheren Thatsachen in betreff der Abfassung der Schriften des Petrus, Jakobus, Judas und des Hebräerbriefs. Das Wichtigste aus der neueren Kirchengeschichte. Gelegentliche Wiederholung aus dem Katechisn.us sowie von Sprüchen und Kirchenliedern. Hollenberg, Hilfsbuch für den evangelischen Religionsunterricht.

2. Deutsch. 3 Std. Oberlehrer Dr. Schantz. Die in Hopf und Paulsiek enthaltenen Proben der epischen und lyrischen Kunstpoesie des Mittelalters, namentlich aus Parcival und den Liedern Walthers von der Vogelweide, wurden in neuhochdeutscher Übersetzung gelesen und erklärt, ausserdem Schillers Wallenstein und Braut von Messina und Lessings Nathan der Weise. Vorträge und Deklamationen. Alle vier Wochen ein Aufsatz.

Aufsätze: 1) Folgen der Züge Alexanders des Gr. 2) Leben im Mittelalter. 3) Das Glück eine Klippe, das Unglück eine Schule(Schulaufsatz). 4) Wahres Unglück bringt der falsche Wahn. 5) Walther von der Vogelweide, ein deutscher Patriot. 6) Was hören wir von Wallenstein inWallensteins Lager? 7) Es siegt immer und notwendig die Begeisterung über den, der nicht begeistert ist. 8) Wie kommt Wallenstein zum Verrat? Probe-Aufsatz.) 9) Wodurch werden Wallensteins Pläne vereitelt?

Aufgabe für die Reifeprüfung: ¹) Die wichtigsten Folgen der Erfindung der Buchdruckerkunst.(Herbst.) 2) Welche Wichtigkeit hat der Sonntag für unser Leben?(Ostern.)

3. Latein. 5. Std. Direktor. Gelesen und eingehend besprochen wurden folgende Oden des Horaz: I, 1, 3, 4, 5, 6, 7, 11, 14, 16, 18, 21, 22, 24, 31, 32, 37; II, 1, 3, 6, 7, 10, 14, 16, 18; III, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 8, 9, 12, 13, 16, 21, 23, 25, 29, 30; IV, 2, 3, 4, 5, 7, 9, 12, 15 sowie Epode 2; nur gelesen wurden die Oden 2, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 15, 17, 19, 20, 23 des ersten Buches. Im Anschluss daran wurden Regeln der Metrik durchgenommen; die vorkommenden Versmasse wurden erklärt und eingeprägt. Einige Gedichte wurden aus- wendig gelernt. Im Winter wurde Ciceros Rede für den Milo gelesen. Grammatische Be- trachtungen schlossen sich gelegentlich an den Lesestoff an oder an die Übersetzungen aus dem Deutschen ins Lateinische(Süpfle, Aufgaben zu lateinischen Stilübungen, Teil I, Nr. 306; Grammatik von Moiszisstzig). Schriftliche UÜbersetzungen wurden nur selten geliefert.

4 Französisch. 4 Std. Dr. Danker. Grammatik nach Plötz, Schulgrammatik, Lekt. 7679, sowie Zusammenfassung und Erweiterung früherer Abschnitte. Aufsätze, häusliche und Klassen- arbeiten. Gelesen wurden Abschnitte aus Kreyssig: Trois Sièécles de la Littérature française, und Molière: L'Avare. Sprechübungen im Anschluss an das Gelesene.

Aufsätze: 1) Par quoi Louis XIV s'est-il acquis le surnom de Grand? 2) Napoléon I. jusqu'à la paix

de Tilsit.(Probearbeit.) 3 Causes, développement et marche de la révolution française jusqu'à la mort du roi. 4) Première croisade.(Probearbeit.) 5. Campagne de Russie.

Aufsatz-Aufgaben für die Reifeprüfung: 1) Frédéric Barberousse.(Michaelis.) 2) La France du temps de la Convention nationale.(Ostern.)