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Nach einem zweijährigen Aufenthalt theils in Hamburg, theils in Eisenach als Hauslehrer in einer englischen Familie machte er sein Probejahr als wissenschaftlicher Hülfslehrer an der Realschule I. O. zu Lippstadt und gehörte dieser Anstalt seit 1862 als ordentlicher, seit 1868 als Oberlehrer an, welche Stellung er im October vorigen Jahres aufgegeben hat, um nach Cassel überzusiedeln.
2. Karbiner, Wilh. Jul. Carl, geboren den 19. Februar 1846 zu Zoppot, besuchte von 1857— 1863 die
Schule des Königl. Waisenhauses zu Königsberg i. Pr. und von 1863— 1866 das Lehrerseminar daselbst. Als Elementarlehrer seit Ostern 1866 in Labagienen bei Labiau und an der höheren Stadtschule in Pr. Holland thätig, folgte er 1869 einem Rufe des Magistrats zu Königsberg dorthin als städtischer Lehrer, wo es ihm bei seiner Amtsthätigkeit noch möglich wurde, die Königl. Akademie zu besuchen und im Jahre 1875 das Zeichenlehrer-Examen zu beenden. An der hiesigen Realschule I. O. ist er seit Ostern dieses Jahres thätig.
3. Volchmar, Erwin, geboren den 3. Februar 1852 zu Homberg im Regierungsbezirk Cassel, ev.-ref.
Conf., besuchte das Gymnasium zu Hersfeld von 1865—1870, trat 1870 freiwillig in den vater- ländischen Kriegsdienst und machte im 83. Regiment den Feldzug an der Loire mit. Nach Beendigung des Kriegs besuchte er das Gymnasium zu Büdingen, wo er Ostern 1873 das Maturitätsexamen bestand. Er studierte 4 Semester in Leipzig und 3 Semester in Marburg Naturwissenschaft und Mathematik. Im Mai 1873 bestand er in Marburg das examen rigorosum und wurde auf Grund einer öffentlich vertheidigten Dissertation„Geologische Schilderung der Gegend von Homberg“ am 6. November zum doctor philosophiae promovirt. Am 8. Juni 1877 bestand er zu Marburg das examen pro fac. doc. Michaelis 1876 wurde er mit der Ver- sehung einer Hülfslehrerstelle an der Realschule I. O. in Cassel beauftragt.
4. Simon, Christian, geboren den 18. Juli 1850 zu Schneppenberg, Kreis Waldbroel, evangelischer
Confession, bestand die Maturitätsprüfung zu Brilon am 14. August 1872, studierte in Bonn Naturwissenschaften und Mathematik, bestand am 2. December 1876 daselbst die Prüfung pro tac. doc. und ist seit dem 9. Januar 1877 als Probecandidat an der Realschule I. O. in Cassel thätig.
5. Vrr, Otlto, geb. am 18. Febr. 1853 zu Altenkirchen im Oberlahnkreis, besuchte das Realgymnasium
vn Wiesbaden, wo er Ostern 1871 die Maturitätsprüfung bestand. Er studierte in München und Marburg Mathematik und Physik und legte seine Prüfung pro facultate docendi am 8. December 1876 ab. Eine Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulcollegiums wies ihn der Anstalt als candidatus Probandus zu. Er trat am 15. Januar d. J. ein, wurde jedoch schon am 9. April d. J.
zur Fortsetzung seines Probejahres und Versehung einer Lehrerstelle an das Gymnasium nach Hanau geschickt. 5
Mit Beginn des Schuljahres trat Seine Königliche Hoheit, Pr inz Heinrich von Preussen,
zweiter Sohn Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen des Deutschen Reiches und von Preussen, in die Obersecunda der Realschule I. O. ein, um einen Theil des Unterrichts zu be- suchen. Den zur Aufnahme in die Marineschule zu Kiel nöthigen Nachweis der Reife für die Ober- secunda einer Realschule I. O. erbrachte derselbe dadurch, dass er in ehrenvoller Weise eine desshalb angestellte Prüfung bestand. Der schriftliche Theil derselben fand in der Zeit vom 15. bis 19. Januar d. J., der mündliche am 20. Januar statt.
Die Anstalt erkennt in dem Eintritt Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich eine
hohe Auszeichnung, und Lehrer und Schüler werden derselben stets in freudiger und erhebender Erinnerung gedenken.


