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29. November 1876. Curatorium der Realschule I. Ordnung theilt mit, dass in Zukunft das Etatjahr auf die Zeit vom 1. April des einen Jahres bis dahin im nächstfolgenden verlegt wird.
14. April 1877. Das Königliche Provinzial-Schulcollegium genehmigt die von dem Curatorium beantragte Einrichtung, derzufolge der israelitische Religionsunterricht in der Vorschule vor- läufig ausfällt und den Schülern der Realschule in wöchentlich zwei Stunden ertheilt wird.
25. April 1877. Das Königliche Provinzial-Schulcollegium theilt die Verfügung des Ministers der geistlichen etc. Angelegenheiten vom 7. März 1877 mit, betr. die Erwerbung der Doctorwürde.
4. Juni 1877. Das Königliche Provinzial-Schulcollegium theilt die Verfügung des Ministeriums der geistlichen etc. Angelegenheiten vom 29. Mai 1877 mit, betr. das Verfahren bei Ausstellung des militärischen Befähigungszeugnisses.
II. Chronik.
Das Curatorium der Anstalt bestand im vorigen Schuljahr aus den Herren: Oberbürgermeister Weise, Stadtschulreferenten Dr. theol. Metropolitan Hochhuth, Regierungsrath Scheffer, Justizrath Hupfeld, Stadtrath Kaufmann Ritz, Stadtrath Partikulier Hentze, Mitglied des Bürgerausschusses, Schreinermeister Tegethof und dem Director derselben Dr. Preime.
Das Schuljahr begann am 9. October 1876 und schloss mit dem 22. September 1877.
Während desselben bestand das Collegium aus folgenden Lehrern:
I. Director: Dr. Preime. II. Oberlehrer: 1. Prorector Heuser, 2. Grebe, 3. Dr. Wittich, 4. Dr. Hornstein, 5. Dr. Siebert. III. Ordentliche Lehrer: 1. Stange, 2. Dr. Hölting, 3. Dr. Kramm, 4. Zwirnmann, 5. Dr. Schantz, 6. Krauth, 7. Ide, 8. Dr. Grebel, 9. Schwarz, 10. Lange. IV. Wissenschaftliche Hülfslehrer: 1. Oberlehrer Vilmar(beauftragt), 2. Dr. Volckmar, 3. Simon, 4. Dörr. V. Elementar- lehrer: 1. Spangenberg, 2. Gottschalk, 3. Jürgens, 4. Erdmann. VI. Religions- lehrer: 1. Hofmann, kathol. Caplan, 2. Nau(kathol. Elementarlehrer), 3. Dr. Stein (isr.). VII. Technische Lehrer: 1. Karbiner(ordentl. Zeichenlehrer), 2. Boppenhausen (Turnen).
Von den früheren Lehrern sind demnach ausgeschieden: 1. ordentl. Realschullehrer Wilde, welcher Ostern d. J. eine Stelle in Frankfurt annahm; 2. wissenschaftlicher Hülfslehrer Henkel, welcher seine Stelle aufgeben musste, um seiner Militärpflicht zu genügen; 3. Zeichenlehrer Merkel, welcher wegen seiner künstlerischen Arbeiten seinen Unterricht aufgeben musste; 4. Zeichenlehrer Giesse, dessen Beauftragung mit Ostern d. J. erlosch.
Zu den früheren Lehrern sind demnach hinzugekommen: 4 1. Oberlehrer Dr. Vilmar versah den grössern Theil der Stunden, welche nach dem Abgang des etc. Wilde zu besetzen waren. Derselbe ist geboren am 23. April 1835 zu Fahrenbach, Kreis Witzenhausen, besuchte von Michaelis 1850 bis Ostern 1854 das Gymnasium zu Cassel, studirte darauf Philologie auf den Universitäten Marburg und Göttingen und bestand im Jahre 1858 in Marburg das Examen„für die Bewerber um ein ordentliches Lehramt an Gelehrtenschulen“.


