k) Die weiter erschienenen Merkblätter für Berufs- beratung wurden angeschafft und den Schülern zugäng- lich gemacht. Die in den letzten Jahren besprochenen Schwierigkeiten der Beratung bestehen fort. Immer noch besteht der ungesunde Andrang besonders zu den mittleren und oberen Klassen. Es ist eine Ausnahme, wenn jetzt ein Schüler mit der Reife für Obersekunda die Schule verläßt. Zum Teil ist es ja in den wirtschaftlichen Verhältnissen begründet, zum Teil auch in den un—
berechtigten Anforderungen, die von vielen Seiten hin- sichtlich der Vorbildung gestellt werden. Dadurch werden viele gezwungen auf der Schule zu bleiben, während sie ihrer Anlage nach sich in einem kätiſten Berufe weit besser entwickeln und bewähren würden Um so mehr ist es zu beklagen, daß manche Eltern in Verkennung der Verhältnisse günstige Gelegenheiten, ihre Söhne dem Berufsleben früher zuzuführen, nicht benutzen.
4. Elternbeirat.
Dem Elternbeirat gehörten an: Herr Ingenieur Gerdum(Vorsitzender), Oberstudienrat Dr. Hollstein (Schriftführer), Dr. med. Jorns, Lehrer Richter, Post- inspektor Wackermann, Landesobersekretär Klaube, Stadtoberinspektor Arnold, Frau Trost, Frau Dr. Gäbel, Frau Lewandowski. Am 1. Dezember fand eine Sitzung statt, in der die Einrichtung der Wander- tage, insbesondere auch der Unfall auf der Herkulesbahn (vgl. S. 11), der jetzige Stand der Gabelung der Schule,
5. Sammlungen
Die Lehrerbücherei stieg von 4081 auf 4120 Nummern. Infolge ihres geringen Etats pleibt sie auch in den wichtigsten Fächern je länger je mehr zurück.
Schülerbücherei. Am 20. Dezember 1927 erließ das Provinzialschulkollegium folgende Verfügung:
„Zu den besonderen Aufgaben des Arbeitsunterrichts gehört es, die Schüler zur selbständigen Aneignung und Verwertung von Literaturwerken jeder Art anzuleiten, die ihrer Altersstufe angemessen sind. Damit gewinnen die Büchereien, die den Schülern zur Benutzung zur Verfügung stehen, eine erhöhte Bedeutung. Neben die Schülerbücherei älterer Form, die der Weckung und Bildung des Lesebedürfnisses dient, tritt die Arbeits- beitsbücherei mit der Aufgabe, sachliche Darstellung jeder Art als Grundlagen für die Bearbeitung nach be- stimmten Gesichtspunkten des Unterrichts der Klassen und freien Arbeitsgemeinschaften bereitzustellen. Wir erwarten deshalb von den Lehrkörpern aller uns unter- stellten Anstalten, daß sie dem Ausbau ihrer Schüler- büchereien besondere Sorgfalt widmen. Bei dieser Arbeit sind aber auch alle Bücher auszuscheiden, die nach Form oder Gehalt den erzieherischen Aufgaben der Schule widersprechen, wozu unter anderem wissenschaftlich überholte, künstlerisch minderwertige und politisch nicht mehr zeitgemäße Schriftwerke gehören. Wir werden diesem Gebiete des Schullebens auch weiterhin große Aufmerksamkeit zuwenden“.
Wir haben schon in den letzten Jahren in diesem Sinne unsere Schulbücherei umzustellen begonnen. Daß wir dies konnten, verdanken wir in erster Linie den Eltern, die auch im verflossenen Jahr ihre monatlichen Beiträge geleistet haben und sie hoffentlich auch*im kommenden weiter leisten werden. Denn noch ist viel zu tun. Die im vorigen Jahr gesteckten Ziele sind nur zu einem Teil erreicht worden. Denn auch jetzt noch muß die ganze Arbeit mit Hilfe einiger Schüler der Ober- klassen neben der vollen Berufstätigkeit geleistet werden. In den wenigen Minuten der großen Pausen können zur Not die Bücher ausgeliehen werden, den Suchenden zu helfen, ihnen zu raten, ist kaum möglich.
die Waschanlagen im Schulhause besprochen wurden. Die Wünsche des Elternbeirats wurden in einer allgemeinen Konferenz des Lehrerkollegiums weiter behandelt. Das erfreuliche Zusammenwirken des Elternausschusses mit der Schule besteht fort. Es zeigte sich auch in der ansehnlichen Spende, die Herrn Geheimrat Schulte-Tigges bei seinem Scheiden aus dem Amte vom Vorsitzenden des Elternbeirates zur freien Verfügung für die Schule überreicht wurde.
und Spenden.
Wir müssen hoffen, daß endlich Staat und Stadt die große geldliche Hilfe der Eltern anerkennen und ergänzen, indem sie der Bücherei und dem Bücherwart die nötige Zeit zu der wichtigen Arbeit geben. Nur dann werden die Forderungen der Verfügung erfüllt werden können.
IIn die Hilfsbücherei wurden über 1000 Bände neu eingestellt, die Zahl der ausgeliehenen Bücher wuchs um 20% gegen das Vorjahr.
Für die erdkundliche Sammlung wurden folgende Karten neu beschafft: 1. Barmen, Wirtschaftskarte der Welt. 2. Verkehrskarte von Deutschland(Perthes). 3. Nordamerika(physikalisch). 4. 54 Meßtischblätter
Kassel-Ost. 5. Siedſungskarten(9 Blätter). 6. 6 Karten- stempel(Westermanns Umriß-Stempel). 7. Nord- und Ostseegebiet.
Anschauungsmittel und Bilder. Es wurden an- geschafft: 1. Mehrere Karten, um verbrauchte zu ersetzen. 2. Zwei Anschauungsbilder für den neusprachlichen Unter- richt. 3. Wiedergaben guter Kunstwerke, besonders zu der Dürerfeier. 4. Ein Bilderschrank. Ferner wurde ein vorhandener Schrank für die Modellsammlung umge- arbeitet. 3
Es fehlte aber auch in diesem Jahre vor allem an der Zeit, um die Sammlung so zu gestalten, daß sie wirklich im Schulleben so wirksam wurde, wie sie es ihrem inneren Werte nach sein müßte. Es ist nicht möglich, eine solche Arbeit nur so nebenbei zu leisten. Den Schaden haben Schule und Schüler.
Für den Zeichenunterricht wurde eine Kupferdruck- presse angeschafft. Damit ist die Möglichkeit gegeben, Druckverfahren wirklich kennen zu lernen.
Für den Werkunterricht wurde ein Motor angeschafft zum Betrieb einer Drehbank für Holzdreherei.
Spenden und Geschenke. Durch S. Exzellenz den Herrn Oberpräsidenten Dr. D. Schwander eine voll- ständige Empfangsanlage für Rundfunk mit Protos- lautsprecher. Vom Oberpräsidium 80 RM als einmalige Beihilfe zum Bau des Bootshauses. Vom Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, James Beck, Die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika.


