Jahrgang 
1928
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jüngeren Schüler in der baufälligen Boofsbaracke, die wir stolzBootshaus nannten, nicht wohlfühlen konnten.

An der diesjährigen Schülcerregatta nahmen wir nur mit einem Doppelzweier, gefahren von E. Ströohschein und E. Hunold, Steuer: H. Langhuth, feil. Die Aus- bildung der Mannschaft übernahm auch diesmal wieder unserAlfter Herr, Friedrich Sinning. Die Mannschaft konnte aber nur als zweite knapp hinter dem Wilhelmsgymnasium durchs Ziel gehen. Auf der Vereinsregatta des Rudervereins Kassel konnte die Vierermannschaft 1. H. Bornscheuer, 2. E. Hunold, 3. F. Gut, 4. E. Strohschein, Steuer: H. Fuhr im Stil- ruderwettbhewerb der höheren Schulen den ersten Platz mit 59 ½ Punkten belegen.

Neben dem Uben in der Ruderanlage des Ruder- vereins Kassel, zu dem sich ungefähr 20 Schiler neu anmeldeten, wurden im Winter die üblichen Turn- stunden des Rudervereins und des kleinen Turnvereins abgehalten, die sich eines regen Zuspruchs erfreuten.

Im Dezember veranstaltete der T. R. V. seine Abendunterhaltung im Festsaal der Schule. Der Karfenverkauf lag in den Händen von Herrn Eimer. Durch seine Mithilfe, für die wir an dieser Stelle noch einmal herzlich danken, gelang es uns, die Ver- anstaltung im Januar zu wiederholen.

Mit dem Anfang des Jahres 1928 frat in dem Ver- einsleben ein jäher Umschwung ein. Wir mußten aus dem alten Bootshaus auszienen. Die Frage des Bootshausbaues wurde nun sehr dringlich. Aber es fehlen noch immer die nôtigsten Mittel, um an den Neubau herangehen zu können. Im Ruderverein Kassel fanden wir vorlaufig für unsere Boote Unterkunft. Mit besonderem kiter hat sich Herr Oberschullehrer Eimer der Sammlung von Mutteln für den Bootshaus- neubau angenommen. Es gelang ihm, mehr als 1000 Mark im Laufe des Jjahres zusammenzubringen.

Am Ende des Schuljahres forderte die Quinta b zu einem Wettbewerb im Vertrieb von Baustemen heraus, an dem sich die Unter- und Mittelklassen eifrigst be- teiligten. Es wurden im Laufe von 8 Tagen 1000 Bau- steine umgesett. Sieger m diesem Wetrbewerb bhieb die Quinta b. Um die unserm T. R. V. noch Fern- stehenden zu gewinnen, sei darauf hingewiesen, daß wir nicht nur Geist und Köorper kraftigen und stahlen, sondern auch Kameradschafts- und Gemeinschafts- geist pflegen wollen. Bei uns heißt es nicht: lch bin Oberprimaner und du nur Obertertianer, folglich.. nein, wir wollen Kameraden sein, die in Freud und Leid, bei der Ubungsarbeit und auf Wanderfahrien treu zusammenhalten. Also, wer Lust und Liebe zum Rudersport hat, wer auch für seinen Körper etwas lun will, der komme zu uns. Jjeder ist herzlich willkommen!

2. Der Theatergruppe bot sich im vergan- genen Jahre keine Gelegenheit, mit eigenen Auffüh- rungen hervorzutreten. Die Zahl der Unterhaltungs- abende, die von einzelnen Klassen bestritten wurden, war schon groß genug.

3. Der Trommler- und Pfeiferzug war Ostern 1927 durch den Abgang der besten Spieler stark geschwächt. Es mußten neue Trommler und Pfeifer angelernt werden. Fleißig wurde geübt, sodaß

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wir am 15. 8. zum ersten Male wieder ausmarschieren konnten, um Siebenbürgener Lehrer vom Bahnhof ab- zuholen. Dann folgte das Schulfest, an dem das Trommlerkorps, durch neue Spieler verstärkt, feil- nehmen konnte. Von dem Überschuß, den das Schul- fest gebracht hafte, wurde eine neue Trommel ange- schafft. Auch im Winterhalbjahr wurde oft geübt, doch müßte das Korps wieder ergänzt werden, da eine Anzahl Spieler abgegangen sind.

4. Die V. D. A.-Schulgruppe. Der Vorstand seßte sich zusammen aus dem Vertrauenslehrer Siu- dienrat Dr. Besser, dem 1. Vorsißenden Karl Branner, OIla, und dem 2. Vorsißenden Joachim Cörke, UIb. Große Verdienste um das Leben in der Schulgruppe haben sich Herr Oberstudiendirektor Dr. Küster sowie die Herren Studienräte Merkel und Camphausen er- worben. Die Mitgliederzahl stieg im Laufe des jahres von 150 auf 260.

12 Mitglieder der Gruppe beteiligten sich an der Pfingstfahrt nach Goslar und unternahmen im An- schluß an die Tagung eine Wanderung durch den Plarz. (Leitung: Herr Müller.)

Am Sonnwendtage zogen wir wieder hinaus zum Waldauer Flugplat und feierten das Fest der deul- schen Schule als Gedenktag für unsere Brüder im Auslande.

Am Sommerfest in der Stadthalle beteiligten sich die Schüler der Oberklassen in großer Anzahl. Auch beim Empfang der Lehrer aus unserem Betreuungs- gebiet waren wir mit unserer Gruppe, unserem Wim- pel und unserem Trommler- und Pfeiferzug dabei. Die Weihnachtsfeier im großen Stadtparksaale und der Saarabend am 14. 3. förderfen das Gemeinschafts- gefühl der Gruppe. Einige Schüler der Oberklassen singen in dem neugegründetfen V. D. A.-Chor mit.

5. Die Jungfliegergruppe. Sie schuf in

Oemeimschaft mit der des W.-G. ein Flugzeug, mit

dem in den Pfingstferien die ersten Flugversuche ge- macht wurden. Im Sommer war es soweitf, daß Flüge bis zur Dauer von 1 Minute bei einer Flugstrecke von 500 m gelangen. Im Fierbst konnten drei Schüler die A=Prüfung ablegen, darunter Steinhoff(U la). Zu dem selbstgebauten Flugzeug sind inzwischen noch zwei hinzugekommen, gestiftet vom Reich und den Raab-Katenstem-Werken. Obmann unserer Flieger- gruppe war Steinhoff.

1) Die Berufsberatung.

war eme schwere Aufqafe für den Direktor und die Klassenlehrer wegen der Uberfüllung in fast allen Berufen. Sie faten im Verein mit der Berufsberatungs- sjelle im Arbeitsamt das Mögliche, um den ins Leben tretenden Schülern geeignete Berufe anzuraten. In Zukunft dürfte sich die Berufsberatung noch schwie- riger gestalten, denn das Angebot an Arbeitskräften ist sehr groß..

m) Das Schulgeld.

war wie im Vorjahre für Einheimische auf 200 Mark,

für Auswärtige auf 250 Mark festgeseßt.