Jahrgang 
1911
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Feiern sich vereinigten. Am 29. Juni besuchten 340 Schüler und eine Anzahl Lehrer das vom GesangvereinGermania der Firma Wegmann unter Mitwirkung von Künstlern aufgeführte Balt=: sche FestspielKönigin Luise im großen Stadtparksaal.

Am 1. September fand nach 2 jähriger Pause in der altbewährten Form das Waldfest auf

dem Saurasen statt. Die überaus starke Beteiligung von Eltern und Freunden der Anstalt zeigte, daß die Oberrealschule II in weiten Kreisen der Bürgerschaft ein ehrenvolles Vertrauen genießt.

Beim turnerischen Teil führte die Va unter Leitung des Lehrers Eck einen hübschen Aufmarsch und Fahnenreigen aus. Der Schülerturnverein zeigte anerkennenswerte Leistungen am Reck. Einen ersten Preis errang dabei der Vorsitzende dieses Vereins Gustav Sänger UI, einen zweiten Hermann Neumann aus O II. Die Festansprache des Direktors klang in ein Hoch auf Seine Majestät den Kaiser aus. Auf dem Schulhofe wurde abends beim Schein der zusammengeworfenen Fackeln ein Hurra auf das deutsche Vaterland ausgebracht und mit Musikbegleitung das LiedDeutschland, Deutschland über alles gesungen.

Am 2. September, vormittags 9 Uhr, wurde durch einen(nicht öffentlichen) Festakt die Sedanfeier begangen. Die Klassen O-U IIc feierten gemeinsam im Saale, wobei der Oberprimaner Karl Schmidt die Festrede hielt, in der er über die Gründe und Ursachen des deutsch-franzö- sischen Krieges 1870/71 sprach. Zum ersten Male hatte hier der neu begründete Musikverein der Anstalt Gelegenheit, seine schon recht hübschen Leistungen zu zeigen.

Am 14. Dezember, abends 7 ½ Uhr, fand im großen Saale des Evangelischen Vereinshauses eine Schüleraufführung statt, die im ersten Teil neben einem Chor aus Judas Makkabäus von Händel (begleitet von dem Schülermusikverein) die Kinder-Symphonie von Haydn und das Pocci'sche MärchenspielMuzl, der gestiefelte Kater brachte, worauf der zweite Teil nach einem vom Pro- fessor Hoebel komponierten Winterliede(Der erste Schnee) eine Anzahl Weihnachtsgedichte, darunter zwei französische, und das Melodram: Das Glöckchen von Innisfär von Friedrich Halm bot.

Der große Saal war von Publikum vollständig besetzt. Vom Provinzial-Schulkollegium be- ehrte uns Herr Geheimer und Ober-Regierungsrat Dr. Paehler mit seiner Gegenwart, von der Ver- waltungs-Kommission war Herr Hofapotheker Nagell anwesend. Auch verschiedene Direktoren hiesiger höherer Lehranstalten besuchten die Aufführung als Gäste. Der Reinertrag des Abends war zur Beschaffung des vierten Ruderbootes bestimmt. Seine Exzellen« Herr Oberpräsident Hengstenberg sandte mit einem liebenswürdigen Schreiben an den Unterzeichneten einen größeren Beitrag für die Zwecke des Rudervereins.

Sonntag, den 22. Februar 1910, wurde eine Wiederholung des am Unterhaltungsabend auf- geführten StückesKater Muzl vor einem weiteren Publikum im großen Stadtparksaale veranstaltet. Infolge des recht zahlreichen Besuches konnte dem Unterstützungsfonds der Anstalt die Summe von 316 zugeführt werden.

Am 27. Januar 1911, früh 9 Uhr, fand im reichgeschmückten großen Saale des Evange- lischen Vereinshauses die Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. statt. Die Festrede hielt Oberlehrer Gaß, der überDie Begründung der neueren Physik durch Galilei sprach. Die beiden der Anstalt als Geschenke Seiner Majestät des Kaisers vom Provinzial-Schulkollegium überwiesenen BücherWislicenus, Deutschlands See- macht undMarinealbum wurden nach Beschluß der Lehrerkonferenz vom Direktor dem Ober- sekundaner Gustav Bodenbender und dem Unterprimaner Georg Müller als Kaiserprämien