— 13—.
III. Jahresbericht.
Aufnahmen: Das Schuljahr 1910/11 begann Montag, den 4. April, mit der Aufnahme- prüfung der für Quinta bis Prima angemeldeten Schüler. Die für Sexta vorgemerkten Knaben waren schon am Freitag vor den Ferien geprüft worden. Es konnten aufgenommen werden: In die Sexten 102, in höhere Klassen 21, zusammen 123 neue Schüler.
Ferien: Die Pfingstferien dauerten vom 13. bis zum 19. Mai, die Sommerferien vom 1. Juli bis zum 2. August, die Herbstferien vom 24. September bis zum 10. Oktober und die Weihnachts- ferien vom 20. Dezember 1910 bis zum 4. Januar 1911. Der Schluß des Schuljahres wird am 5. April 1911 stattfinden.
Verwaltungskommission: Die Verwaltungskommission der Oberrealschule II bestand aus den Herren Oberbürgermeister Müller als Vorsitzendem, Stadtschulrat Bobritz, Stadtrat Schoppach und Stadtrat Stippich als Mitgliedern des Magistrats, Hofapotheker Nagell, Justizrat Dr. Bartels und Sanitätsrat Dr. med. von Wild als Stadtverordneten und dem Direktor.
Lehrerkollegium: Im Lehrerkollegium sind folgende Veränderungen eingetreten: Mit dem Schluß des Schuljahres 1909 schieden aus: 1. Der wissensch. Hilfslehrer Dr. Westphal, der bereits seit dem 7. März zu einer militärischen Übung nach Bitsch beurlaubt war und vom 1. Mai ab an die Musterschule zu Frankfurt a. M. überwiesen wurde, 2. Der Probandus Paul, der nach Be- endigung seines Probejahres dem Progymnasium zu Hofgeismar als wissensch. Hilfslehrer zugewiesen wurde, 3. Der Probandus Burmeister, der mit Genehmigung des Herrn Ministers und mit Aus- sicht auf feste Anstellung zur Fortsetzung seines Probejahres an die Realschule nach Plettenberg ging, 4. Der Probandus Frantzen, der zur Fortsetzung seines Probejahres dem Königlichen Gymnasium zu Fulda überwiesen wurde, 5. Der Probandus Peter, der am Realgymnasium zu Cassel seine Tätigkeit fortsetzte.
Am 1. April traten ins Lehrerkollegium ein: 1. Oberlehrer Dr. Löscher“, 2. Oberlehrer Kaak**, 3. Der ordentliche(kommissarische) Lehrer Eck*r, 4. Der Probekandidat Karl Kru-
Wilhelm Löscher, geb. 1. Mai 1881 zu Dortmund, evangelisch, erhielt Ostern 1901 das Zeugnis der Reife am Realgymnasium zu Münster i. W., studierte an der Universität Münster Naturwissenschaften und Mathematik und be- stand am 3. Juli 1906 die Prüfung für das höhere Lehramt. Vom Oktober 1906 bis Oktober 1907 leistete er an dem Kgl. Auguste Viktoria-Gymnasium zu Posen sein Seminarjahr ab und genügte hierauf seiner Militärpflicht als Einjährig- Freiwilliger im Inf.-Rgt. Nr. 13 zu Münster. Er erledigte sein Probejahr an der mit dem Kgl. Gymnasium zu Minden ver- einigten Oberrealschule und an dem Ostendorf-Realgymnasium zu Lippstadt. An letzterer Anstalt verblieb er bis zu seiner Berufung als Oberlehrer an die Oberrealschule II zu Cassel. August 1909 bestand er das Doktorexamen auf Grund der Dissertation: Die westfälischen Galéritenschichten mit besonderer Berücksichtigung ihrer Seeigelfauna.
„ Fritz A. Kaak, geb. 19. Juni 1882 zu Jever, evangelisch, widmete sich, nachdem er auf dem Marien- Gymnasium seiner Vaterstadt die Reifeprüfung bestanden hatte, germanistischen und historischen Studien an den Universi- täten München, Berlin und Göttingen. In Göttingen bestand er im Februar 1908 die Prüfung für das höhere Lehramt. Er wurde darauf zur Ableistung des Seminarjahres dem Kgl. Kaiser Wilhelms-Gymnasium zu Wilhelmshaven überwiesen, vor Beginn des Schuljahres jedoch mit der Verwaltung einer wissenschaftlichen Hilfslehrerstelle am Realreformgymnasium zu Harburg a. d. Elbe betraut. Sein Probejahr leistete er am Lyceum in Hannover ab.
er Robert Eck, geb. 9. Dezember 1882 zu Asbach, Kr. Herrschaft Schmalkalden, evangelisch-lutherisch, be- stand im September 1902 zu Erfurt die 1. und im Mai 1905 zu Eisleben die 2. Lehrerprüfung. Vom 1. Oktober 1902 ab wurde er mit der Verwaltung der Lehrerstelle in Steinsdorf, Rgbz. Merseburg, beauftragt. Er nahm vom Oktober 1905 bis März 1906 an einem Kursus zur Ausbildung von Turnlehrern in Berlin teil. Dann war er bis Ostern 1908 wieder in Steinsdorf tätig. Zum 1. April 1908 wurde er nach Cassel an die Bürgerschule 27 versetzt und zum 1. April 1910 an die
Oberrealschule II berufen.


