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III. Jahresbericht.
Das Schuljahr 1907/08 begann Montag, den 8. April, mit der Aufnahmeprüfung der für Quinta bis Prima neuangemeldeten Schüler. Die für Sexta Angemeldeten waren bereits vor den Ferien geprüft worden. Es konnten aufgenommen werden: In die Sexten 92, in höhere Klassen 14, zusammen 106 neue Schüler. Die Pfingstferien dauerten vom 17. bis zum 23. Mai, die Sommer- ferien vom 5. Juli bis zum 6. August, die Herbstferien vom 28. September bis zum 15. Oktober und die Weihnachtsferien vom 23. Dezember 1907 bis zum 7. Januar 1908. Der Schluß des Schuljahres wird am 11. April 1908 erfolgen.
Die Verwaltungs-Kommission der Oberrealschule II i. E. bestand aus den Herren Oberbürgermeister Müller als Vorsitzendem, Stadtschulrat Bornmann, Stadtrat Schoppach und Kommerzienrat Vogt als Mitgliedern des Magistrats, Hofapotheker Nagell, Rechnungsrat Stippich und Dr. med. von Wild als Stadtverordneten und dem Direktor.
Im Lehrerkollegium sind folgende Veränderungen eingetreten: Mit dem Beginne des neuen Schuljahres übernahm an Stelle des nach Kiel berufenen Herrn Direktors Dr. Harnisch der Unterzeichnete*) die Leitung der Anstalt.— Aus besonderen Gründen war vom Königlichen Provinzialschulkollegium ausnahmsweise der Magistrat der Residenz mit der Einführung des Neuein- tretenden beauftragt worden. Dieselbe geschah am 8. April, vormittags 11 Uhr, im Beratungszimmer der Anstalt durch Herrn Stadtschulrat Bornmann. Derselbe begrüßte den neuen Dir ektor, stellte ihn den anwesenden Lehrern der Oberrealschule II i. E. vor und sprach ihm die besten Hoffnungen und Glückwünsche der Stadt Cassel aus. Hierauf dankte der Unterzeichnete mit dem Gelöbnis, seine volle Kraft in den Dienst der Anstalt stellen zu wollen, entwickelte kurz die Grundsätze, nach denen er in seinem Amte zu verfahren gedächte, und legte seine Gedanken über die schwierige Lage und Aufgabe der Oberrealschulen in der Gegenwart dar. An die Herren Amtsgenossen rich- tete der neue Direktor die Bitte, ihm volles Vertrauen entgegenzubringen, ihn bei dem gemeinsamen schönen Werke kräftig zu unterstützen und das gegenseitige Verhältnis so ersprießlich und ange- nehm gestalten zu helfen, wie es nach seinem eigenen herzlichen Wunsche werden solle. Im Namen des Lehrkörpers sprach dann noch Herr Professor Dr. Hoebel herzliche Worte der Begrüßung, dann hatte die kleine Feier ihr Ende erreicht.
An die Schüler der Anstalt richtete der neue Direktor am folgenden Morgen(9. April) eine Eingangsansprache.
*) Albert Dewitz, geb. zu Glogau in Schlesien am 1. Februar 1861, evangelisch, vorgebildet auf dem König- lichen Gymnasium zu Bunzlau und später, nach mehrjähriger Unterbrechung des Schulbesuches, auf der König Wilhelms- schule(Realgymnasium) zu Reichenbach i. Schl., studierte in Leipzig, Berlin und Breslau neuere Philologie, Philosophie und Pädagogik. Er wurde 1889 in Breslau auf Grund seiner Inauguraldissertation„Untersuchungen über Alfreds des Großen westsächsische UÜbersetzung der Cura pastoralis Gregors und ihr Verhältnis zum Original“ zum Doktor der Philo- sophie promoviert und war in demselben Jahre am Pädagogium in Katscher, O.-Schl., tätig. 1890 bestand er seine Ober- lehrerprüfung, leistete das Seminarjahr an der Königlichen Ritterakademie in Liegnitz und das Probejahr am Gymnasium und Realgymnasium zu Görlitz ab. Hier unterrichtete er auch mehrere Monate in beiden Klassen des städtischen Lehrerinnen- seminars, sowie an mehreren Privatanstalten. Im Jahre 1893 wurde er in das Rektorat der städtischen Mittelschule zu Salzuflen in Lippe berufen. Diese Anstalt baute er, von 1896 an, dem Wunsche der Stadt entsprechend, zur berechtigten Realschule aus und war ihr erster Direktor. Vom 1. April 1901 ab war er Direktor der Realschule in Wilhelmshaven und leitete den Ausbau dieser Anstalt zur Oberrealschule während des ersten Jahres(1906/7). Ostern 1907 übernahm er die Leitung der hiesigen Oberrealschule II i. E.


