Jahrgang 
1904
Einzelbild herunterladen

120

richtsstunden. Für Herrn Obl. Askevold trat von Neujahr bis zu seiner Einberufung zu einer militärischen Übung am 10. März Herr Probekandidat Dr. Stange ein. Alle übrigen Vertretungs- stunden übernahm mit dankenswerter Bereitwilligkeit das Kollegium, sodals der geregelte Unter- richtsbetrieb jederzeit aufrechterhalten werden konnte; u. a. erteilten im August und September vertretungsweise Herr Prof. Dr. Hoebel Naturbeschreibung in IIb, Herr Oberlehrer Hintz Natur- beschreibung in beiden Tertien.

Der Gesundheitszustand der Schüler war im ganzen ein guter. Je 2 Schüler erkrankten an Diphtheritis und Scharlach, 3 andere an leichteren ansteckenden Krankheiten; 11 Schüler mulsten zeitweilig vom Unterrichte ausgeschlossen werden, weil in ihren Familien ansteckende Krankheiten herrschten.

Die Schüler der beiden oberen Klassenstufen machten von den ermälsigten Eintrittspreisen zum Königl. Hoftheater eifrig Gebrauch. Zu der Schüleraufführung desTell im März 1904 er- hielten 11 Schüler Eintrittskarten. Im Oktober besuchten die Primen und Sekunden unter Führung des Herrn Zeichenlehrer Allwohl fast vollzählig die grofſse Kunstausstellung im Meſs- hause. Zur Vervollkommnung im praktischen Gebrauch der französischen und englischen Sprache beteiligten sich 50 Schüler der beiden oberen Klassenstufen an dem internationalen Briefwechsel mit gleichaltrigen Schulkameraden in Frankreich, England und den Vereinigten Staaten von Amerika. Im November hielt der Lektor der französischen Sprache an der Universität Gieſsen, Herr Goetschy im Saale der Anstalt eine französische Vorlesung, an der sich die Schüler der Klassen Quarta bis Prima fast vollzählig beteiligten. Im September fanden photographische Aufnahmen statt. Vor Weihnachten wurden die von der Kasseler Jugendschriften-Vereinigung freundlichst übersandten Verzeichnisse empfehlenswerter Jugendlektüre an zahlreiche Schüler ausgehändigt. Auch in diesem Jahre konnten der Anstalt Hephata bei Treysa zu einem Krankenhäuschen für schwach- sinnige Kinder 43 M., die durch freiwillige Spenden unserer Schüler eingekommen waren, als Pfingstgabe übersandt werden.

IV. Zahlenmälsige Nachweise. A. Religions- und Heimatsverhältnisse der Schüler.

Evang. Kath. Diss. Juden Einh. Ausw. Ausl. zusammen

1. Am Anfange des Sommerhalbjahres(B. 4). 390 18 4 20 349 81 2 432 2. Am Anfange des Winterhalbjahres(B. 8.). 389 18 4 19 346 V 82 2 430 3. Am 1. Februar 1904(B. 11.)..... 381 18 4 19 338 82 2 422