Jahrgang 
1897
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Am 31. August 1896 wohnte Herr Dr. Grotkass von der Realschule zu Nieder-Wildungen dem neusprachlichen Unterricht bei, am 5. März 1897 Herr Prorektor Knobeloch von derselben Anstalt dem Religions- und dem deutschen Unterricht.

Der Gesundheitszustand des Lehrerkollegiums sowie der Schüler war im allgemeinen ein günstiger. Doch sah sich Herr Wagner, der schon vorher einigemal den regelmälsigen Unterricht auf kurze Zeit hatte unterbrechen müssen, Anfang November 1896 genötigt, zur Wiederherstellung seiner Gesundheit einen zweimonatlichen Urlaub zu nehmen. Da ein geeigneter Vertreter zur Übernahme der gesamten Stundenzahl bei der Kürze der Zeit nicht zu beschaffen war, so über- pahm Herr wissenschaftl. Hilfslehrer Bauer vom hiesigen Realgymnasium 11 wöchentliche Stunden. Die Anstalt ist ihm für seine hilfsbereite Unterstützung zu Dank verbunden. Für die übrigen Stunden trat bereitwillig das Kollegium ein, obgleich damit namentlich für Herrn Prof. Dr. Hoebel eine beträchtliche Mehrbelastung verbunden war. Nur dadurch wurde es möglich, den regelmäſsigen Unterrichtsbetrieb unverändert aufrecht zu erhalten. Auch in der ersten Schulwoche, während welcher Herr Prof. Dr. Hoebel nach Göttingen beurlaubt war, übernahm das Kollegium die Vertretung. Herr Oberlehrer Theisen war für die Zeit vom 8. August bis zum 19. September zu einer militärischen UÜbung einberufen und wurde, nachdem der Stadtrat der Residenz die erforderlichen Mittel bewilligt hatte, in seiner gesamten Stundenzahl durch Herrn wissenschaftl. Hilfslehrer Völker vom Realgymnasium zu Barmen vertreten; nur drei wöchentliche Turnstunden mufſsten durch Zusammenlegung mit einer anderen Klasse untergebracht werden. Sonst kamen nur un- erhebliche Unterbrechungen des regelmäſsigen Unterrichtsbetriebes vor.

Zur Förderung der allgemeinen Bildung unserer Schüler wurden mehrfach Veran- staltungen getroffen. Unter anderem hielt im Oktober der erblindete Kriegsveteran Best einen Vortrag über eigene Erlebnisse aus den Kriegen der Jahre 1864, 1866 und 1870/71; am 30. Oktober fand ein gemeinsamer Besuch des Zoologischen Gartens statt; im Dezember wurde im Saal der verbesserte Edisonsche Phonograph vorgeführt; im März 1896 erläuterte Herr Berger aus Bremen ein grolses Modell des Schraubenschnelldampfers Germania. Die Schüler der beiden oberen Klassen erhielten mehrfach Erlaubnis zum Besuch des Kgl. Hoftheaters.