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Dr. Albert Harnisch, geb. am 13. Dezember 1862 zu Frankfurt a. O., erhielt scine erste Ausbildung auf dem Realgymnasium seiner Vaterstadt, welches er Ostern 1881 mit dem Zeugnis der Reife verliels, um in Berlin und Marburg neuere Sprachen, Erdkunde und Geschichte zu studieren. Im Mai 1885 wurde er von der philosophischen Fakultät der Universität Marburg magna cum laude zum Doktor promoviert. An derselben Universität legte er im Juni 1886 seine Staatsprüfung ab. Nach Beendigung des Probejahres, welches er bereits Ostern 1886 an dem Kgl. Friedrichs-Gymnasium zu Frankfurt a. O. angetreten hatte, unternahm er eine halbjährige Studienreise nach England. Michaelis 1887 wurde er als wissenschaftlicher filfslehrer an die Gewerbeschule zu Hagen in W., Abteilung Realschule, berufen, wo Michaelis 1888 scine endgültige Anstellung erfolgte. Ostern 1889 folgte er einem Rufe an die neugegründote II. Städt. Realschule zu Berlin. Im Frühjahr 1893 unternahm er auf Kosten des Berliner Magistrats eine Studienreise nach Paris und Brüssel. Ostern 1894 wurde oer zum Direktor der Städt. Realschule in Quodlinburg gewählt, von wo aus oer Ostern 1895 in das Direktorat der Realschule zu Cassel überging.— An wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlichte er: 1) Die alt- provenzalische Präsens- und Imperfektbildung.(Ausgaben und Abhandlungen aus dem Gebiete der romanischen Philologie). Marburg 1886; 2) Die Verwertung der Phonetik beim Unterricht.(Phonetische Studien). Marburg 1890; 3) Badghis, Land und Leute. Nach den goographischen Ergebnissen dor Afghanischen Grenzkommission von 1884— 88.(Programm der II. Realschule). Berlin 1891; 4) Das lateinlose höhere Schulwesen der Stadt Berlin während des Verwaltungsjahres 1890/91.(Zeitschrift für lateinloso höhere Schulen). Hamburg 1891; 5) Afghanistan in seiner Bedeutung für den Völkerverkehr, nach englischen und russischen Quellen.(Zeitschrift für wissenschaftliche Geographie). Weimar 1891; 6) C. Massey, In the Struggle of Life. Für den Schul- gebrauch bearbeitet. Mit Anhang: Land und Leute in England. Leipzig 1892; 7) Bericht über eine Studien- reise nach Paris.(Zeitschrift für lateinlose höhere Schulen). Leipzig 1895; u. s. w.
Ernst Wagner, geboren am 8. September 1861 zu Ringenkuhl, erhielt seine wissenschaftliche Vorbildung von Ostern 1872 bis dahin 82 auf dem hiesigen Gymnasium und studierte sodann auf den Univorsitäten Leipzig.
Berlin und Halle Mathematik und Naturwissenschaften. Nachdem er zu Halle seine Fakultäts-
prüfung abgelegt hatte, absolvierte er von Ostern 1891 ab an der mit dem Gymnasium zu Wiesbaden ver-
bundenen Seminareinrichtung sein Seminarjahr und wurde hierauf der hiesigen Oborrealschule zur Ableistung des pädagogischen Probejahrs überwiesen. Nach Vollendung desselben wurde or mit der Versehung einer
Hilfslehrerstelle an derselben Anstalt beauftragt. Seit Ostern 1895 ist er in derselben Stellung an der Real-
schule thätig.
Somit setzte sich das Kollegium während des laufenden Schuljahres wie folgt zusammen: 1. Direktor Dr. Harnisch, 2. Prof. Dr. Hoebel, 3. Oberlehrer Dr. Pohler, 4. Oberlehrer Dr. Krefsner, 5. Oberlehrer Dr. Schreiber(zugleich Turnlehrer), 6. Oberlehrer Zergiebel(zu- gleich Turnlehrer), 7. Oberlehrer Theisen(zugleich Turnlehrer), 8. Wissenschaftlicher Hilfslehrer Wagner, 9. Zeichenlehrer A IIwohl, 10. Kaplan Braun(als katholischer Religionslehrer), 11. Dr. Stein(als israelitischer Religionslehrer).
Die auf den inneren Ausbaun der Anstalt gerichtete Thätigkeit des Lehrerkollegiums hatte in dem verflossenen Schuljahre in erster Linie die einheitliche Organisation der „UÜbungen im deutschen Ausdruck“., sowie die Durchberatung des Lehrplans auf der durch die neuen Lehrpläne geschaffenen Grundlage zum Ziel.
Am Montag, den 29. April 1895, wurde der neuberufene Direktor der Anstalt durch Herrn Geh. Regierungs- und Provinzial-Schulrat Kannegiesser in Gegenwart der städtischen Behörden und der Direktoren der städtischen höheren Lehranstalten feierlich in sein neues Amt eingeführt. Der Saal war aus dieser Veranlassung seitens der Schüler in sinniger Weise festlich geschmückt worden. Nach der eipleitenden Andacht ergriff der Vertreter der staatlichen Aufsichtsbehörde, Herr Geheimrat Kannegieſser, das Wort, um auf die ernsten Pflichten, die mit dem Direktorenamt ver- bunden sind, hinzuweisen und darauf eindringliche Mahnworte an die Schüler zu richten, denen
Sittenreinheit und echte Geistes- und Gemütsbildung als das unverrückbare Ziel jeder Schul-


