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Edmund Stange, geboren am 27. Februar 1867 zu Carlshafen, Kreis Hofgeismar, reformierten Be- kenntnisses, besuchte bis Ostern 1885 das Realgymnasium zu Cassel und studierte darauf in Marburg und Berlin neuere Sprachen. Er bestand am 19. Juli 1889 die Staatsprüfung und genügte vom 1. Oktober 1889 bis 30. September 1890 seiner Militärpflicht. Darauf begab er sich zu seiner weiteren Ausbildung nach Paris, wo er bis zum Herbst 1891 verblieb. Michaelis 1892 trat er als ordentliches Mitglied in das hiesige Kgl. Pädagogische Seminar ein und wurde von Michaelis 1892 bis Michaelis 1893 als Seminarkandidat am hiesigen Wilhelms- gymnasium beschäftigt.
Demnach besteht das Lehrerkollegium heute aus: 1. Dem Direktor und ferner den Herren 2. Prof. Dr. Höbel, 3. Oberlehrer Dr. Pohler, 4. Oberlehrer Dr. Krelsner, 5. Ober- lehrer Dr Schreiber(zugleich Turnlehrer), 6. Oberlehrer Zergiebel, 7. Oberlehrer Bein- hauer(zugleich Turnlehrer), 8. Oberlehrer Theisen, 9. Kandidat des höheren Schulamtes Stange, 10. Zeichen- und Elementarlehrer Allwohl, 11. Kaplan Lins(als kath. Religions- lehrer), 12. Dr. Stein(als israelit. Religionslehrer).
Am vorletzten Tage des vorigen Schuljahres, am 25. März, fand zwischen 11 und 1 Uhr in der Turnhalle des Realgymnasiums ein Abturnen sämtlicher Turnabteilungen unter Leitung der Turnlehrer und in Anwesenheit einer grolsen Anzahl von Angehörigen unserer Schüler und des Lehrerkollegiums statt. Diejenigen Schüler, welche aus den Wettübungen als die besten hervorgingen, wurden durch Turnpreise ausgezeichnet, die ihnen bei der Schlussfeier am 25. März im Saale der Anstalt in der Form von Eichenkränzen überreicht wurden. Den ersten Preis der 1. Abteilung erhielt Albert Reusch(damals in II), den zweiten Preis erhielt Franz Degenhardt(damals in II), den dritten Robert Fiege(damals in I); von den andern Ab- teilungen erhielten Preise Karl Voigt(1. Preis), Walther Weymann(2. Preis) und Her- mann Golze(3. Preis), damals sämtlich in III.
Die Geburts- und Todestage der in Gott ruhenden Kaiser Wilhelm IJ. und Friedrich wurden in der durch den Ministerialerlass vom 27. Juli 1888 vorgeschriebenen Weise begangen. Am Sedantage verxanstaltete die Anstalt vormittags eine Schulfeier, deren Ordnung die
folgende war:
1. Chorgesang:„O sei gegrüfst, mein Vaterland“, von K. Ecker.— 2. Vorträge: a)„Gelübde“ von H. Malsmann(Rich ard Ziegler, III); b) Der Rekrut auf Philippsburg von K. J. Simrock(OCtto Wenderoth, V). — 3. Chorgesang: Der Schmied von Sedah von R. Palme.— 4. Vorträge: a) Die Rosse von Gravelotte von K. Gerok(Karl Schäfer, IV); b) Des deutschen Knaben Tischgebet von K. Gerok(Alfred Schröder, VI).— 5. Chorgesang:„Viktoria! durchs deutsche Land“ von E. Höbel.— 6. Vorträge: a) Vergils, mein Volk, die treuen Toten nicht! von Ludwig Auerbach(Karl Thöring, 1); b) Deutsche Siege von E. Geibel(Hans Neumann, III).— 7. Chorgesang:„Vom Bodensee bis an den Belt“ von Schletterer.— 8. Gedächtnisrede des Oberlehrers Herrn Theisen.— 9. Allgemeiner Gesang: Die Wacht am Rhein, 1. Str.
Am Nachmittage des Sedantages zogen Lehrer und Schüler mit Musik und Fahnen hinaus auf den Festplatz an der Rasenallee, wohin eine groſse Anzahl von Angehörigen und Freunden der Anstalt folgten. Aus den Wettspielen gingen als Sieger hervor: In I: 1. Franz Degen- hardt, 2. Albert Reusch; in II: 1. Oswald Kohn, 2. Hans Schaub'; in III: 1. Chri- stof Klein, 2. Heinrich Schröder; in IV: 1. Hugo Nissen, 2. Oswald Weber; in V: 1. Heinrich Dörrbecker, 2. Heinrich Hopf; in VI: l. Konrad Kaiser, 2. Wilhelm John.
Der Geburtstag Sr. Majestät unseres Kaisers und Königs wurde am 27. Januar morgens im festlich geschmückten Saale der Anstalt durch eine öffentliche, sehr zahlreich besuchte Schulfeier begangen, von welcher die Behörden, Eltern und Freunde der Schule durch gedruckte Einladungen in Kenntnis gesetzt worden waren. Die Festrede hielt Herr Oberlehrer Paul


