Jahrgang 
1894
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III. Jahresbericht.

Das Schuljahr begann am 10. April 1893 mit der Aufnahmeprüfung. Die Pfingstferien dauerten vom 21. 24. Mai, die Sommerferien vom 2.31. Juli, die Herbstferien vom 24. Sep- tember bis zum 8. Oktober und die Weihnachtsferien vom 29. Dezember 1893 bis zum 8. Januar 1894.

In der Zusammensetzung des Kuratoriums traten im laufenden Jahre keine Anderungen ein; dasselbe setzt sich wie folgt zusammen:

a) Ständige Mitg lieder: 1. Oberbürgermeister Westerburg, 2. Stadtschulrat Bornmann, 3. Direktor Dr. Quiehl; b) Gewählte Mitglieder: 4. Stadtrat Wentzell, 5. Geh. Kommerzien- rat Henschel, 6. Weinhändler Rudolf Scholl, 7. Baumeister Potente, 8. Pfarrer Wagner.

Das Lehrerkollegium bestand am Anfange des Schuljahres aus: 1. Dem Direktor Dr. Quiehl, 2. Prof. Förtsch, 3. Prof. Dr. Höbel, 4. Oberlehrer Dr. Pohler, 5. Oberlehrer Dr. Krefsner, 6. Oberlehrer Dr. Schreiber, 7. Oberlehrer Zergiebe], 8. Oberlehrer Beinhauer, 9. Wissensch. Hilfslehrer Theisen, 10. Elementar- und Zeichenlehrer Allwohl, 11. und 12. den katholischen Religionslehrern Kaplan Lins und Nau und 13. dem israelitischen Religionslehrer Dr. Stein.

Während der Osterferien war die Nachricht eingetroffen, dals den beiden Oberlehrern Herrn Richard Förtsch und Herrn Dr. Höbel auf Antrag des Königl. Prov.-Schulkollegiums durch Patent vom 27. März 1893 das PrädikatProfessor verliehen worden war.

Mittels Allerhöchster Ordre vom 10. April 1893 wurde Herrn Prof. Förtsch der Rang der Räte vierter Klasse verliehen.

Leider gestattete der Gesundheitszustand des Herrn Prof. Förtsch demselben nicht, seine Thätigkeit wieder aufzunehmen. Er trat am 1. Juli 1893 in den Ruhestand. Die Schule sah den Kollegen mit grolsem Bedauern scheiden; sein vielseitiges umfassendes Wissen, das sich nicht nur auf das Gebiet der neueren Sprachen, sondern auch auf dasjenige der Naturwissenschaften erstreckte, sein reger Pflichteifer, seine Treue und Gewissenhaftigkeit hatten ihn zu einem hoch- angesehenen Lehrer und Fraleber gemacht, dessen Wiedergesunden seine Kollegen lebhaft gewünscht und gehofft hatten. Leider sollte sich diese Hoffnung nicht erfüllen. Bei seinem Übertritt in den Ruhestand wurde ihm der Rote Adlerorden vierter Klasse verliehen. Möge dem geschätzten Kollegen Gesundheit und Kraft wieder zu teil werden, und möge es ihm beschieden sein, noch viele Jahre im Kreise der Seinigen froh und glücklich zu verleben.

An die Stelle des Herrn Prof. Förtsch trat der bisherige wissensch. Hilfslehrer Herr Paul Theisen, welcher vom 1. Juli an zum Oberlehrer befördert wurde.

Herr Dr. Schwarzentraub verliefs uns mit dem Ende des vorigen Schuljahres, um die zweite Hälfte seines Probejahres im Auslande zu verbringen. Für die treue Unterstützung, die er uns als Vertreter des damals beurlaubten Oberlehrers Herrn Zergiebel gewährt hat, sei ihm auch an dieser Stelle Dank gesagt.

Den katholischen Religionsunterricht übernahm für sämtliche Abteilungen Herr Kaplan Lins, nachdem Herr Nau seine Thätigkeit als Lehrer der katholischen Religion in den unteren Klassen wegen Kränklichkeit hatte einstellen müssen.

Durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiams vom 21. September 1893 wurde der Kandidat des höheren Schulamtes, Herr Edmund Staunke, der Anstalt zur Ableistung

des pädagogischen Probejahres überwiesen.