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Im Laufe des Jahres wurden sämtliche Schüler, zum Teil mehrfach vom Schularzt Dr. Steinhardt unentgeltlich untersucht. 29 Schüler wurden zu einem durch das städtische Ge- sundheitsamt vermittelten mehrwõchigen Aufenthalt in Erholungsstätten beurlaubt. Für die Schüler der Sexta bis Untertertia bestand die Möglichkeit, sich gegen geringe Vergütung in der städtischen Schulzahnklinik untersuchen und behandeln zu lassen. Die Einrichtung, Schülern zum Frühstück keimfreie Milch durch den Hausmeister darbieten zu lassen, wurde beibehalten; auch in diesem Jahre machten viele Schüler davon Gebrauch. 25 Schülern konnte im Winter auf Kosten der Stadt unentgeltlich Milch verabreicht werden.
i) Schulgeldsatz, Zahl der Freistellen usw.
Das Schulgeld betrug für Einheimische 200 ℛMℳ, für Auswärtige 250 ℛℳ. An Frei- stellen waren im Sommerhalbjahr 79, im Winterhalbjahr 84 bewilligt. In einem Falle wurde eine staatliche Erziehungsbeihilfe von 500 ℛN., in zwei Fällen eine städtische Erziehungsbeihilfe von je 75 ℛℳ. gewährt.
Die Hilfsbücherei, deren Bücherbestände dank reichlicher städtischer Unterstützung wesent- lich erweitert und durchgehend erneuert wurden, nahmen rund 400 Schüler in Anspruch.
k) Berufsberatung.
Berufsberatung wird in der Schule zunächst von Fall zu Fall gepflegt; da ein großer Teil der Elternschaft in regelmäßiger persönlicher Verbindung mit dem Klassenleiter steht, ist diese gelegentliche Art der Berufsberatung nicht zu unterschätzen. Darüber hinaus besteht in jeder Klasse ein Berufsberatungsausschuß, der sich aus dem Klassenleiter, dem besonderen Berufs- berater der Schule Studienrat Ehringhaus und dem Direktor der Schule zusammensetzt.
Die Berufskenntnis wird in vielen Unterrichtsfächern an geeigneter Stelle gepflegt, besonders im Deutschen, in der Geschichte, der Erdkunde und den naturwissenschaftlichen Fächern.
Die„Merkblätter für Berufsberatung“ der Deutschen Zentrale für Berufsberatung der Akademiker, die in die Schülerbüchereien der OI und UI eingereiht sind, fanden vielfache Verwendung.
IW. Der Elternbeirat und seine Betätigung.
Der Elternbeirat wurde im Juni 1928 neu gewählt und setzt sich aus folgenden Damen und Herren zusammen: 1. Reichsbahnoberinspektor Krug(Vorsitzender); 2. Stadtobersekretär Brandt(Kassenführer); 3. Generalagent Behrens; 4. Buchhalter Mogge; 5. Obertelegraphensekretär Pinne; 6. Postbetriebsassistent Brandau; 7. Oberpostsekretär Jaeger; 8. Reichsbahninspektor Faß; 9. Frau Hulda Hilwig; 10. Oberpostsekretär Schuch, der uns leider im März 1929 durch den Tod entrissen wurde; 11. Frau Käthe Paulus, 12. Reichsbahnobersekretär Lemmer.
In den Sitzungen wurde über wichtige Fragen des Schullebens beraten, so über das Ver- halten der Schüler außerhalb der Schulzeit, über den Bau des Bootshauses und über die Unter- stützung der Schule durch die Elternschaft zur Beschaffung von Lehr- und Lernmitteln. Die kleinen Beiträge, welche der Schule monatlich durch die Opferwilligkeit der Eltern zuflossen, ermöglichten u. a. eine namhafte geldliche Unterstützung beim Bau des Bootshauses, die An- schaffung einer Flöte und einer Bratsche für das Schülerorchester sowie die Bereicherung der Schulbüchereien. Herr Bankier Karl Pfeiffer stiftete in hochherziger Weise zweihundert Mark für die physikalische Sammlung; die Kali-Industrie-Aktiengesellschaft schenkte eine Ausgabe des deutschen Kolonialbuches. Allen freundlichen Spendern sei auch an dieser Stelle der herzliche Dank der Schule abgestattet.


