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c) Aufgaben für die schriftliche Reifeprüfung. Ostern 1929.
OIa: I. Deutsch: Zur Wahl: 1. Der Völkerbundgedanke und seine Verwirklichung.— 2. Wie gestaltet Georg Kaiser die Idee des Selbstopfers in seinem Drama „Die Bürger von Calais“?(Einige Exemplare standen den Schülern zu gelegentlicher Einsichtnahme zur Verfügung.)— 3. Vom Segen und Fluch der Ma- schine.— 4. Die Getreideversorgung der Erde mit besonderer Berücksichtigung Deutschlands.(Eine Tabelle, die den Stand von 1928 anzeigt, stand zur Verfügung.)
II. Französisch: Freie Nacherzählung: Die Ge- schenke der Berggeister.
III. Englisch: Freie Nacherzählung: David und Goliath.
VI. Mathematik: 1. Ein 3 Meter hoher Stab, der senkrecht auf einer horizontalen Fläche steht, wirft am 17. Dezember 1927 vormittags einen 17 Meter langen Schatten. Wieviel Uhr mitteleuropäischer Zeit ist es, und in welche Richtung fällt der Schatten?
Für Kassel%= 51,32°„ 4= 9⁰5; 6=— 23,310. Zeitgleichung=— 4,4 min.(Die Aufgabe ist zeich- nerisch oder rechnerisch zu lösen).— 2. Es ist die
Gleichung des Kreises aufzustellen, der durch die Eckpunkte des Dreiecks ABC geht, wenn die Gleichungen der drei Seiten folgendermaßen lauten: 2= y= 2— 3. b=y= 2+ 11, e=y=— 2XX 1. Wie groß ist der Flächeninhalt dieses Dreiecks?—
.. 2X— 2 3. Die Funktion 7— 27 3
graphisch darzustellen.
V. Wärme.
VI. Chemie: Die Oxydationsprodukte der ein- wertigen Alkohole und ihre wichtigsten Vertreter.
VII. Biologie: Die Sinnesorgane für den Schwer- kraftreiz in Pflanzen- und Tierreich.
Physik: Die Bestimmung der spezifischen
ist zu untersuchen und
01Ib: I. Deutsch: Zur Wahl: 1. Die soziale Gesetzgebung in Deutschland.— 2. Die Getreideversorgung der Erde mit besonderer Berücksichtigung Deutschlands. — 3. Die Baukunst der Gegenwart. Eine Darlegung des modernen Baugedankens.(Es standen zur Ver- fügung aus den„Blauen Büchern“: 1.„Wohnbauten und Siedlungen“, 2.„Bauten der Gemeinschaft“.)— 4. Die Technik der„Erinnerung“ in Thomas Manns Novelle„Tonio Kröger“.(Der Text stand zur Ver- fügung.) II. Französisch: Freie Nacherzählung: Die Wun- dereiche. III. Englisch: Freie Nacherzählung: Stresemann (nach englischem Text). IV. Mathematik: 1. Auf einem ebenen Abhang soll nach einer beigegebenen Skizze in der Höhe 10 m eine wagerechte quadratische Fläche hergestellt werden. Soweit sie in den Berg eingeschnitten ist, muß ein Streifen von 1 m Breite zur Anlage eines Wasserabzugsgrabens zugegeben werden. Damm- und Einschnittsböschung(Steigung 1:1) sind zu kon- struieren. Die Steigungen des Geländes und der gradlinigen Böschungsränder sind zu bestimmen.— 2. Die Funktion y= e— ¹ ist graphisch darzustellen. Das von der Kurve, den Koordinatenachsen und der Ordinate X= 1,5 begrenzte Flächenstück ist durch Reihenentwicklung auf 2 Dezimalstellen zu berechnen. — 3. In der beigegebenen Zeichnung soll sich der Punkt P so bewegen, daß PB= PF bpleibt. Welche Bahn beschreibt er?
V. Physik: Die Beziehungen zwischen Volumen, Druck und Temperatur bei Gasen und bei Dämpfen.
VI. Chemie: Es ist ein Überblick über die Kohlenhydrate zu geben mit besonderer Berücksich- tigung ihrer Bedeutung für den Menschen.
VII. Biologie: Bau des Stammes der zweikeim- blättrigen Holzgewächse und ihr Dickenwachstum.
M P
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Einheit ½ cm
f) Die Einrichtung des künstlerischen und technischen Unterrichts.
Der Zeichenunterricht wurde in jeder einzelnen Klasse besonders erteilt; der Unterricht fand im Sommer bei gün- stigem Wetter zum Teil im Freien statt.
Musikunterricht. In den Klassen VI und V wurden wöchentlich je 2 Gesangstunden erteilt. Die Schüler der übrigen Klassen erhielten je eine Wochenstunde besonderen Musikunterricht; doch waren die Primen und jeweils die Parallelklassen zu einer Gruppe vereinigt. Ferner wurden aus den Schülern aller Klassenstufen außer UII und VI zwei Abteilungen für Chorgesang gebildet, die wöchentlich je eine Stunde einzeln uud eine Stunde gemeinsam übten. Außer- dem bestand für alle Klassen eine Gruppe für Instrumental- musik mit einer Wochenstunde.
Die für die Leibesübungen angesetzten Stunden ver-
teilten sich in folgender Weise: Jede Klasse erhielt wöchent- lich 2 Turnstunden am Vormittag. In den Klassen 0I, UI, UII und OIII waren die beiden Parallelklassen zu je einer Abteilung vereinigt, so daß im ganzen 14 Turnabteilungen bestanden. Für Bewegungsspiele und Sport(am Nachmittag) entfielen gleichfalls auf jede Klasse 2 Stunden. Es bestanden hierfür 14 Abteilungen. Bei schlechtem Wetter trat Hallen- turnen an die Stelle des Spielens.
Am wahlfreien Werkunterricht nahmen im Sommer 50, im Winter 55 Schüler der verschiedensten Klassenstufen, vorwiegend der mittleren nnd unteren teil. Es bestand ein Lehrgang für Papier-, Papp- und Buchbinderarbeiten und ein weiterer für Holzbearbeitung. U. a. wurde für das Beratungs- zimmer der Anstalt eine aus Holz gedrehte Tischlampe an- gefertigt.


