Jahrgang 
1910
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III. Jahresbericht.

Das Schuljahr begann am 19. April 1909 mit der Prüfung der für die Klassen Quinta bis Unterprima angemeldeten Schüler. Die für Sexta angemeldeten waren bereits am Freitag, den 2. April, geprüft worden. Im ganzen wurden 106 Schüler aufgenommen, 84 in Sexta, 22 in den übrigen Klassen.

Die Verwaltungs-Kommission der Oberrealschule I bestand aus den Herren Oberbürger- meister Müller(Vorsitzender), Stadtschulrat Bobritz, Großhändler F. W. Schoppach und Kommerzienrat Vogt(später Rechnungsrat Stippich) als Mitgliedern des Stadtrats, den Herren Hofapotheker Nagell, Rechnungsrat Stippich(später Justizrat Dr. Bartels) und Sanitätsrat Dr. med. von Wild als Stadtverordneten und dem UÜUnterzeichneten.

In dem Bestande des Lehrerkollegiums sind gegen das Vorjahr folgende Veränderungen eingetreten:

Ostern 1909 rückte der bisherige wiss. Hilfslehrer H. Werner) in die durch den Abgang des H. Prof. Seibt frei gewordene Oberlehrerstelle ein; für ihn wurde H. Kand. d. h. Sch. Stern mit der Versehung der wiss. Hilfslehrerstelle betraut. An die Stelle des verstorbenen H. Prof. Gally trat H. Oberl. Dr. Enders)..

H. Oberl. Grund verließ uns am Schluß des vorigen Schuljahres, um eine Oberlehrer- stelle an der Realschule in Lübeck zu übernehmen. Die Anstalt bleibt ihm für treu geleisteten Dienst zu Dank verpflichtet. H. Oberl. Schmalz ³) wurde sein Nachfolger.

Die bisherigen Mitglieder des Pädagog. Seminars H. Gaul und H. Stern wurden auch zur Ableistung des Probejahres der Anstalt überwiesen.

H. Prof. Feitel, der im Winter 1908/09 wegen Krankheit beurlaubt war, konnte auch im Sommer 1909 seinen Unterricht nicht wieder aufnehmen. Zu unserm sehr großen Bedauern sahen wir den hochgeschätzten Amtsgenossen mit dem Schlusse des Sommerhalbjahres von der Anstalt scheiden, nachdem er 34 Jahre lang an der Schule gewirkt hatte. Wir verlieren in ihm einen zuverlässigen Berater, erprobten Freund und tüchtigen Lehrer, dem die Schule viel ver-

¹) Carl Werner, geboren am 11. April 1883 in Cassel, besuchte das Realgymnasium in Cassel und stu- dierte in Marburg und Berlin neuere Sprachen. Am 28. Juni 1906 bestand er in Marburg die Prüfung pro facultate docendi und trat am 1. Oktober 1906 das Seminarjahr an der Oberrealschule l in Cassel an. An derselben Schule leistete er bis zum 1. Oktober 1908 das Probejahr ab und wurde gleichzeitig mit der Versehung einer wissenschaft- lichen Hilfslehrerstelle betraut, die er bis zu seiner Anstellung als Oberlehrer am 1. April 1909 versah.

²) Max Enders, geboren am 2. Januar 1883 in Dammerkirch, Kreis Altkirch, Elsaß, besuchte das Gym- nasium zu Colmar und studierte in Straßburg Mathematik und Naturwissenschaften. Er wurde 1905 zum Dr. phil. nat. promoviert und bestand im Sommer 1906 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Von Herbst 1906 ab war er als Probekandidat am Gymnasium zu Hagenau, vom Frühjahr 1907 zunächst in gleicher Eigenschaft und dann als wissenschaftlicher Hilfslehrer an der Oberrealschule zu Metz, von Ostern 1908 an als kommissarischer Oberlehrer, später als Oberlehrer am Realprogymnasium zu Nowawes beschäftigt.

a) Emil Schmalz, geboren am 11. März 1883 in Frankfurt a. M., besuchte das dortige Realgymnasium Musterschule, das er Ostern 1901 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Er studierte neuere Sprachen und Latein in Göttingen, Heidelberg, Frankfurt a. M.(an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften) und Marburg und prachte einige Zeit im Auslande zu. Im Winter 1907 bestand er in Marburg das Examen pro facultate docendi. Sein Seminarjahr leistete er Ostern 1907 bis Ostern 1908 an dem mit der Oberrealschule l in Cassel verbundenen König- lichen Pädagogischen Seminar ab. Während des Probejahres war er an der Oberrealschule l in Cassel und an dem Gymnasium in Marburg beschäftigt. Ostern 1909 wurde er an der Oberrealschule l in(assel als Oberlehrer angestellt.

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