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Mit Beginn des neuen Schuljahres nahm IH. Lehrer Zimpel nach Ablauf seines einjäh- rigen Urlaubes seine Tätigkeit an der Schule wieder auf. Neu traten Ostern in das Kollegium ein: 1. H. Oberlehrer Krüdener ¹) von der RKealschule in Biebrich; 2. H. Dr. Israel, der zur Vollendung seines Seminarjahres der Anstalt zugewiesen und mit Genehmigung des Königl. Prov.-Schulkollegiums mit der Versehung einer unbesetzten Oberlehrerstelle beauftragt worden war, und 3) H. Zeichenlehrer Weishaar ²).
Mit der Versehung einer wissensch. Hilfslehrerstelle wurde HI. Kand. Hertlein beauftragt. H. Dr. Georg Neumann, der Michaelis sein Probejahr beendete, wurde von diesem Zeitpunkte ab zum Oberlehrer an der Oberrealschule befördert. Zu Michaelis verließen uns nach Ablauf ihres Seminarjahres die HI. Dr. Israel und KRuez, um das nächste Halbjahr als deutsche Lehramtsassistenten in Frankreich zu verbringen. Die Unterrichtsstunden des H. Dr. Israel über- nahm H. Dr. Kusche ³), der von den städtischen Behörden als wissensch. Hilfslehrer mit der Aussicht Ostern 1907 in eine Oberlehrerstelle einzurücken berufen worden war. Mit Genehmi- gung des Köônigl. Prov.-Schulkollegiums wurde Michaelis 1906 der französische Lehramtsassis- tent H. Maurice Evrat der Oberrealschule auf ein halbes Jahr zur Beschäftigung überwiesen; gleichzeitig wurde H. Kandidat Hertlein zur Ableistung des pädagogischen Probejahres und die Kandidaten H. Dr. Ernst Neumann und H. Karl Werner als Seminarkandidaten der Anstalt überwiesen.
Durch Allerhöchsten Erlaß vom 18. März 1906 wurde den Professoren HH. Beinhauer Dr. Meinhoff, Boekholt, Bachmann und Dr. Fennel der Rang der Käte 4. KI. verliehen; durch Patent vom 18. Dezember 1906 erhielten die Oberlehrer HH. Gally, Siegel und Dr. Schaefer den Charakter als Professor, durch Allerhöchsten Erlaß vom 18. Januar 1907 wurde ihnen der Rang der Räte 4. Kl. verliehen.
Demnach setzte sich im Schuljahre 1906,07 das Lehrerkollegium folgendermaßen zusammen:
¹) Karl Krüdener, geboren den 26. November 1868 zu Heidelberg, evangelischen Bekenntnisses, erhielt auf den Realschulen zu Heidelberg und zu Colmar i. E., sowie auf dem Domgymnasium zu Verden seine Vorbildung und studierte von Ostern 1889 an auf den Universitäten Marburg und Halle Theologie und Philologie. Er bestand im Oktober 1892 vor dem Kgl. Konsistorium zu Koblenz die Prüfung pro licentia contionandi und im Dezember 1893 die Prüfung pro fac. doc. Von Januar 1894 bis Ostern 1900 leitete er die Henkel'sche höhere Lehranstalt zu Melsungen und bestand im Dezember 1895 die Rektorenprüfung. Er legte Ostern 1900 bis Ostern 1901 am Kgl. Gymnasium zu Hersfeld sein Probejahr ab, nachdem er von der Ableistung des Seminarjahres entbunden war. Bis Ostern 1903 wirkte er als wissenschaftlicher Hilfslehrer am Gymnasium zu Hersfeld und von Ostern 1903 bis zu seiner Berufung nach Cassel als Oberlehrer an der Realschule zu Biebrich.
²) Jakob Weishaar, geboren am 23. Juni 1869 in Renda, Kr. Eschwege, evangelischen Bekenntnisses, besuchte das Seminar in Schlüchtern und war nach seiner Entlassung im Herbst 1890 Lehrer der einklassigen Schule in Elln- rode, später 5 Jahre in Hofgeismar und von Ostern 1898 bis 1. April 1901 an der Bürgerschule 5 in Cassel. Im Februar 1897 bestand er die Turnlehrerprüfung in Berlin und nach zweijährigem Besuch der hiesigen Kunstgewerbe- schule im Juni 1898 die Zeichenlehrerprüfung. Von Ostern 1901 bis 1. April 1906 war er als Zeichenlehrer an der Oberrealschule i. E. in Mühlhausen i. Th. tätig.
³) Friedrich Wilhelm Kusche, geboren den 11. Januar 1881 zu Elbing, evangelischen Bekenntnisses, erhielt Ostern 1899 auf dem Realgymnasium zu St. Johann in Danzig das Zeugnis der Reife, studierte in Heidelberg, Grenoble und Kiel neuere Sprachen und Erdkunde und wurde am 13. Dezember 1902 in Kiel zum Dr. phil. promoviert auf Grund einer Dissertation über„Ursprung und Bedeutung der üblichen Handwerkerbezeichnungen im Französischen“. Er bestand sein Staatsexamen im März 1904 und legte sein Seminar- und Probejahr am Kgl. Gymnasium zu Altona ab, während welcher Zeit er vertretungsweise auch am Kgl. Gymnasium zu Rendsburg beschäftigt wurde.


