Jahrgang 
1906
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entstandene; und er ist andererseits das beste Mittel, in gemeinsamem Zusammenwirken diejenigen Maßregeln herauszufinden, die zum Wohle der Schüler zu ergreifen notwendig sind.

Neben diesem persönlichen Verkehr gehen noch schriftliche Mitteilungen her, welche die Angehôrigen von Fällen, in denen Schüler Anlaß zu Tadel oder zu Strafen geben, in Kenntnis setzen. Auch diese Mitteilungen sollen dazu dienen, die Familie in den Stand zu setzen, in ge- meinsamem Wirken mit der Schule die für die Erziehung und für die körperliche und geistige Ausbildung des Schülers geeigneten Maßregeln zu ergreifen. Diese schriftlichen Mit- teilungen sollen auf erheblichere Fälle beschränkt werden. Um so not- wendiger ist es, die persönlichen Beziehungen zwischen Haus und Schule noch lebhafter als bisher zu pflegen; und die Eltern mõgen die Versicherung ent- gegennehmen, daß die Lehrer es sehr gern sehen, wenn die Angehoérigen im Laufe des Jahres sich mit uns dauernd in Verbindung halten.

Damit dies um so zwangloser und leichter geschehen konne. haben alle Lehrer feste Sprechstunden eingeführt, deren Zeiten auf den gedruckten Stundenplänen zu ersehen sind. Aber auch außerhalb dieser festen Sprechstunden stellen sich die Lehrer wie bisher für Rück- sprachen zur Verfügung und sind bereit, auf mündliche oder schriftliche Anfragen hin Zeit und Ort für eine Unterredung anzugeben.

Es empfiehlt sich in jedem Fall, Besuche beim Direktor wie bei den Lehrern mehrere Tage vorher. spätestens aber einen Tag vorher, anzumelden, damit auf diese Weise die Méglichkeit geboten werde, über den Kenntnisstand, die Leistungen und das Verhalten des Schü- lers auch bei den anderen Lehrern vorher Erkundigungen einzuziehen und so erschöpfendere Auskunft zu erteilen.

Ich ersuche die verehrten Eltern bezw. deren Vertreter, nicht nur im letzten Schul- vierteljahre diese Rücksprachen zu nehmen, sondern bereits am Anfange des Schul- jahres Anknüpfung zu suchen und sich im Laufe des Jahres dauernd mit den Lehrern in Fühlung zu halten; denn erfahrungsmäßig ist es bei Schülern, die sich im ersten Teile des Jahres vernachläßigt hatten, im letzten Vierteljahr leider vielfach zu spät, um noch wirksame Maßnahmen zur Erlangung ihrer Versetzungsreife zu treffen.

Das neue Schuljahr wird Montag den 23. April 1906 mit der Prüfung der neu Angemeldeten beginnen. Zu derselben haben sich die betreffenden Schüler um 8 Uhr vormittags im Schulhofe, Kölnische Straße 89, einzufinden.

Bei der Anmeldung ist der Geburtsschein, der Impfschein(oder Wiederimpfschein) und das Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Schule einzusenden.

. Die Wahl der Wohnung für auswärtige Schüler unterliegt nach§ 22 der Schulgesetze der vorherigen Genehmigung des Direktors, auch darf später ohne vorherige Zustimmung desselben die Wohnung nicht gewechselt werden..

Das Schulgeld beträgt: in den Klassen VI UII für Einheimische 114 M., für Orts- fremde 160 M., in den Klassen OIIOI für Einheimische 130 M., für Ortsfremde 180 M.

Die Sommerferien werden im Schuljahre 1906/07 mit dem 7. Juli, die Herbstferien am 29. September beginnen.

31. März 1906. 3 Gassel, am 31. März Der Direktor der Oberrealschule:

Dr. Quiehl.