Jahrgang 
1906
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H. Oberlehrer Adam war vom Reichs-Marineamt berufen worden, eine neuphilologische Oberlehrerstelle an der deutschen Schule in Tsingtau zu übernehmen; er ging am 1. Juli in den Reichsdienst über, wurde aber aus Rücksichten auf seinen Gesundheitszustand genötigt, die Ausreise nach Ostasien zu unterlassen, und trat deshalb am 1. September wieder in unser Kol- legium ein. 6

Zu Michaelis 1905 schieden aus der wissensch. Hilfslehrer H. Dr. Fischer, der als Oberlehrer an die Oberrealschule zu Barmen-Wupperfeld überging, und der Seminarkandidat H. Hartdegen, um an einer Privatlehranstalt in Leipzig weiterhin tätig zu sein. Mit Ge- nehmigung des Königl. Prov.-Schulkollegiums übertrugen die städtischen Behörden die frei gewordene Hilfslehrerstelle H. Dr. Lindner¹) aus Groß-Lichterfelde. Außerdem wurden von Michaelis 1905 ab die beiden Seminarkandidaten H. Georg Hertlein und H. Karl Ruez der Anstalt überwiesen.

Ein schwerer Verlust traf die Schule am Anfang des Winterhalbjahres durch das Hin- scheiden des Herrn Prof. Zimmermann. Sein Gesundheitszustand ließ schon am Schluß des vorigen Schuljahres zu wünschen übrig; er glaubte, ein 3wöchiger Urlaub vor den Osterferien würde seinen Körper so kräftigen, daß er nach Ostern wieder tätig sein könne. Leider war dies nicht der Fall. Er sah zich gezwungen, auch nach Ostern Urlaub zu nehmen, und hoffte durch einen längeren Aufenthalt in einem Sanatorium seines Leidens. Herr zu werden. Es hat nicht sollen sein. Am 13. Oktober ist er in seinem Hause in Wahlershausen still und ruhig ent- schlafen.

Das Kollegium hat in ihm einen treuen und erfolgreichen Mitarbeiter verloren, der mit großer Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit 23 Jahre lang an der Schule tätig war. Aus- gezeichnet durch umfassendes Wissen, besonders auf dem Gebiete der neueren Sprachen und der Geschichte, und begabt mit scharfem Verstand und regem Geiste, widmete er seine ganze Kraft der Schule und den Interessen der ihm anvertrauten Jugend, wußzte er seine Schüler in er- freulicher Weise zu fördern. Seinen Kollegen war er ein Muster in der Ausübung des Be- rufes; sie werden sein Andenken dauernd in Ehren halten.

Während des Urlaubes und nach dem Tode des H. Prof. Zimmermann übernahm die Unterrichtsstunden desselben H. Seminarkandidat Dr. Neumann.

Durch Allerhöchste Ordre vom 10. Mai 1905 wurde den beiden Professoren H. Dr. Bächt und H. Dr. Volker der Rang der Raàte IV. Klasse verliehen, und durch Patent vom 27. Januar 1906 verlieh der H. Unterrichtsminister den Oberlehrern HH. Dr. Meinhoff, Bachmann, Dr. Fennel, Beinhauer und Boekholt den Charakter als Professor.

Demnach setzte sich im Schuljahre 1905/06 das Lehrerkollegium folgendermaßen zu- sammen:

1. Dr. Quiehl, Direktor. 5. Dr. Merkelbach, Prof. 8. Dr. Völker, Prof. 12. Beinhauer, Prof.

2. Feitel, Professor. 6. Zimmermann, 9. Dr. Meinhoff, 13. Boexholt, 3. Seibt,(im Sommer). 10. Bachmann, 14. Gally, Oberl. 4. Dr. Ulrici, 7. Dr. Bächt, 11. Dr. Fennel, 15. Dr. Schaefer

¹) Dr. phil. Gerhard Lindner wurde am 22. Mai 1879 in Bensberg(Rheinland) geboren. Er besuchte das Gymnasium zu Gro--Lichterfelde bei Berlin, das er Ostern 1898 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Er studierte in Jena, Berlin und Greifswald neuere Sprachen und Erdkunde. Am 11. August 1902 promovierte er in Greifswald zum Dr. der Philosophie und bestand am 25. Juli 1903 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Das Seminar- jahr legte er von Michaelis 1903 bis dahin 1904 an der Oberrealschule zu Charlottenburg, das Probejahr von Michaelis 1904 bis dahin 1905 am Bismarckgymnasium zu D.-Wilmersdorf bei Berlin ab.