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, III. Jahresbericht.
Das Schuljahr begann Montag den 18. April 1898 mit der Aufnahmeprüfung, der sich 104 Schüler unterzogen, von denen 91 aufgenommen wurden. Am folgenden Tage fand die Feier der Einweihung des neuen Gebäudes statt(s. die Beilage). Mittwoch den 20. April fing der Unterricht an.,
Das Kuratorium bestand aus den Herren Vicebürgermeister Sanitätsrat Dr. Ende- mann, Stadtratsmitglied Prof. Dr. Zuschlag, Stadtverordneter Oberst a. D. Kieckebusch, Stadtschulrat Bornmann, Privatmann Ruetz, Fabrikant Thorbecke, Pfarrer Opper und dem Direktor.
In dem Bestand der Schule trat mit dem Beginne des Schuljahres 1898/99 insofern eine wesentliche Anderung ein, als die Oberrealschule die dritten Parallelklassen an die Real- schule abgab. Die Namen der 5 Lehrer, welche infolgedessen an die Realschule versetzt wurden, sind bereits im vorigen Jahresbericht verzeichnet worden. An Schülern wurden 145 der Real- schule überwiesen.(Das Nähere s. unter IV, A.)
Ausser den oben erwähnten Lehrern und Herrn Kollegen Knabe, dessen Weggang auch bereits im vorigen Jahre mitgeteilt ist, verliessen uns noch die wissenschaftlichen Hilfslehrer Herr Dr. Gottschalk und Herr Dr. Max Georg Schmidt; ersterer, um eine Oberlehrerstelle an der Oberrealschule in Bochum, letzterer um eine Oberlehrerstelle an der Realschule in Marburg an- zunehmen.
Mit Versehung der wissenschaftlichen Hilfslehrerstelle wurde von Ostern 1898 ab Herr Heinrich Dehnhardt beauftragt.
Heinrich Dehnhardt, geb. am 4. März 1864 zu Kleinalmerode(lessen-Nassau), besuchte das Friedrichsgymnasium zu Kassel und studierte von Ostern 1883 an in Marburg und Leipzig klassische Phi- lologie und Geschichte. Im Juni 1888 legte er in Marburg seine Prüfung für das höhere Lehramt ab, war 1888— 89 Probekandidat am Gymnasium zu Korbach und nachher Einjährig-Freiwilliger in Hannover. Von Ostern 1890 ab war er an verschiedenen Anstalten der Provinz als wissenschaftlicher Hilfslehrer thätig.
Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde Herr Lehrer Wilhelm Weissbrod als Lehrer für den Gesang- und Elementarunterricht an die Anstalt berufen.
Wilhelm Weissbrod, geboren am 3. Dezember 1863 zu Obermelsungen, erhielt die erste berufliche Ausbildung durch Privatunterricht in Melsungen und besuchte dann das Seminar zu Homberg. Nach der Entlassung aus demselben(1884) war er an der Schule zu Elgershausen und am reformierten Waisenhause zu Kassel als Hilfslehrer thätig. 1889 erfolgte sein Obertritt in den städtischen Schuldienst; nach 9 jähriger Wirksamkeit an der Bürgerschule 5 wurde er am 1. April 1898 als Lehrer an der Oberrealschule angestellt.
Vom Oktober 1898 wurde der Kandidat des höheren Schulamts Herr Wilhelm Wenck der Oberrealschule zur Ableistung seines Probejahres überwiesen. Er verblieb indessen nur bis Weihnachten an der Anstalt; von Januar bis März 1899 wurde er vom Königlichen Provinzial- Schulkollegium zur Vertretung eines erkrankten Lehrers dem Gymnasium in Marburg zugeteilt.
Wilhelm Wenck, geb. am 21. März 1870 in Lauenburg, besuchte bis Ostern 1892 Katharineum zu Lübeck,
und studierte auf den Universitäten Göttingen, Berlin und Marburg die Naturwissenschaften. Im Jahre 1897 legte er in Marburg die Prüfung für das höhere Lehramt ab. Vom Oktober 1897 bis September 1898 war
er Mitglied des Pädagogischen Seminars in Kassel und zugleich dem hiesigen Realgymnasium als Seminar- kandidat überwiesen.


