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Freunde, daß der einſt ſo rüſtige und frohgemute Gelehrte dem Geſetze der Natur ſeinen Tribut bringen mußte und den Leiden des Alters mehr und mehr verfiel. Dieſes Bedauern galt aber nicht allein dem ehemaligen Amtsgenoſſen, ſondern auch dem geliebten Manne, der durch ſeinen gutmütigen Humor, durch die herzgewinnende Liebenswürdigkeit ſeines Weſens die Sympathien Aller erwerben mußte, die in näheren Verkehr mit ihm kamen. Der reiche Segen, den er in viel tauſend Schülerherzen ausgeſtreut und die unwandelbare Treue, mit der er zu allen Zeiten ſeines Amtes gewaltet, ſichern ihm in weiteſten Kreiſen ein dankbares Gedenken.“— Wir begleiteten am Nachmittag des 16. Febr. den lieben Kollegen und treuen Freund zu ſeiner letzten Ruheſtätte.
Einen ſchmerzlichen Verluſt hat die Schule auch in ihrem Kuratorium zu beklagen. Am 18. No⸗ vember v. J. ſtarb deſſen langjähriges Mitglied Geh. Kommerzienrath Oscar Henſchel. Einſt ſelbſt Schüler unſerer Anſtalt(von ſeinem 8. Lebensjahre, 1844, an bis zum Abgang auf die polytechniſche Hochſchule, März 1852), als geborener Heſſe und als ein Sohn Kaſſels von klarer Einſicht von der Bedeutung und der Wichtig⸗ keit unſerer Oberrealſchule für unſere Stadt hat er in ſeiner Stellung als Kuratoriumsmitglied für die Fortent⸗ wicklung der Schule ſtets mit Eifer und vollem Verſtändniß gewirkt. Klar und beſonnen in ſeinem Urteil und von großer Herzensgüte verſtand er es zu raten und ſehr oft auch zu vermitteln in einer Weiſe, die ihm den Dank der Meiſten, die mit ihm zur Arbeit für die Anſtalt berufen waren, noch über das Grab hinaus ſichern. Die Zeitſchrift„Heſſenland“ brachte in No. 23 des Jahrg. 1894 aus der Feder unſeres vorhinnigen Direktors einen ausführlicheren Nekrolog, der mit den Verſen ſchließt, mit denen wir ihm auch in dieſen Annalen ein Denkmal ſetzen wollen:
Semper honos nomenque tuum laudesque manebunt; Molliter ossa cubent caespite sub viridil
Ein Gefühl der Wehmut ergreift uns, indem wir des von der Oberrealſchule gar zu früh geſchiedenen Herrn Direktors Dr. Ackermann gedenken. Durch Erlaß des Herrn Miniſters der geiſtlichen Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten vom 26. November vorigen Jahres wurde ſeine Verſetzung in den Ruheſtand zum 1. März dieſes Jahres genehmigt. Am 28. Februar nahm er in einer zu dieſem Zwecke veranſtalteten Schulfeier von dem verſammelten Lehrerkollegium und den Schülern der Anſtalt, die Grundſätze ſeiner Verwaltung darlegend und bewegten Herzens allen dankend, Abſchied. Seitens der Schule wurde ihm wohlverdiente Anerkennung für ſeine vielfachen Verdien ſte um die Ober⸗ realſchule durch den Dirigenten ausgeſprochen, und nach der Schulfeier überreichten ihm die Lehrer im Conferenzzimmer eine hübſche Gabe als Andenken.
Herr Direktor Dr. Ackermann iſt 31 Jahre im höheren Schuldienſt thätig geweſen, davon brachte er 20 Jahre an der Oberrealſchule zu und war 7 Jahre ihr Direktor. Treu und unermüdlich ſeinem aus tiefer Neigung erwählten Berufe obliegend, kehrte er eines Tages wie ein verwundeter Soldat vom Felde der Ehre aus der Schule in den Kreis ſeiner Familie zurück. Seine Geſundheit war geknickt. Nachdem er ſich et⸗ was erholt hatte, bat ihn das Lehrerkollegium nach dem Heimgange des Direktors Dr. Karl Buderus, ſeines Freundes, eine etwa auf ihn fallende Wahl zum Direktor anzunehmen. Obgleich er mit Rückſicht auf ſeinen Geſundheitszuſtand dieſe Ehre ablehnen zu müſſen glaubte, ſo gab er doch dem wiederholten Drängen ſeiner Amtsgenoſſen nach und erklärte ſich bereit, ihren Wunſch zu erfüllen. Groß war die Freude über ſeine Wahl, die alsbald erfolgte, nicht minder groß über ſeine Beſtätigung.
In ſein Direktorat fällt die Feier des 50jährigen Beſtehens der Anſtalt und ihre Erhebung zur Oberrealſchule. Dieſe beiden wichtigen Ereigniſſe ſind daher mit dem Namen des Direktors Dr. Karl Ackermann unzertrennlich verknüpft. Am goldenen Jubelfeſte der Schule wurde ihm von Sr. Excellenz dem Herrn Oberpräſidenten Magdeburg als Zeichen der Allerhöchſten


