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Die Zuſammenſetzung des Lehrerkollegiums hat im Laufe des verfloſſenen Jahres folgende Verän⸗ derungen erfahren.. 5
Mit Beginn des Sommerſemeſters verließ uns der katholiſche Religionslehrer Herr Kaplan Lins, um in eine Pfarrſtelle in Allendorf a. W. überzugehen. Wir drücken, auch im Namen des geſchiedenen Herrn Direktors, ihm für die Dienſte, welche er der Oberrealſchule geleiſtet hat, den Dank der Anſtalt aus und be⸗ gleiten ihn in ſeinen neuen Wirkungskreis mit den beſten Wünſchen, insbeſondere auch für ſein körperliches Wohlergehen. Er hat ſich ein freundliches Andenken bei uns geſichert. Mit Genehmigung des Kgl. Prov. Schulkollegiums vom 20. April 1894 trat in ſeine Stelle(zugleich als Religionslehrer des Realgymnaſiums und der Neuen Realſchule) Herr Kaplan Braun.
Eduard Braun, geb. zu Bauerbach im Kreiſe Marburg am 13. Oktober 1868, beſuchte von Oſtern 1883 bis dahin 1890 das Gymnaſium zu Fulda. Nach beſtandenem Maturitäts⸗Examen ſtudierte er am Prieſterſeminar zu Fulda bis zu ſeiner am 10. März 1894 erfolgten Prieſterweihe.
Zur Ableiſtung ihres pädagogiſchen Probejahres wurden der Oberrealſchule durch Verf. Kgl. Prov.⸗ Sch.⸗K. vom 29. Sept. v J.— No. No. 5546, 5547 u. 6026— zugewieſen die Herren v. Hanxleden, Menges und Pohl. Sie geben von ihrem Lebenslauf folgende Nachrichten:
Erich v. Hanxleden, geb. 29. Juli 1868 auf der Oberförſterei Netzer⸗Thiergarten(Fürſtent. Waldeck), ev. Konf., beſuchte das Gymnaſium zu Corbach, das er Herbſt 1887 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Von da bis Mich. 1888 genügte er ſeiner Militärpflicht und ſtudierte ſodann auf den Univerſitäten zu Jena und Marburg Ma⸗ thematik und Naturwiſſenſchaften. Oktober 1893 beſtand er an letzterer die Fakultätsprüfung, nachdem er bereits im Frühjahr 1891 ſich die Beſähigung zur Erteilung von Turnunterricht erworben hatte. Nach Vollendung des Semi⸗ narjahres an dem hieſigen Königl. pädagogiſchen Seminar und dem Realgymnaſium trat er am 8. Oktober 1894 an der Oberrealſchule ſein Probejahr an.
Karl Menges wurde am 25. März 1865 zu Kaſſel geboren und iſt ev. Konf. Nach Abſolvirung der da⸗ maligen Realſchule II. O., der jetzigen Oberrealſchule, an der er Oſtern 1882 die Abiturientenprüfung ablegte, ging er auf das hieſige Realgymnaſium über, dos ihn 1885 mit der Reifeprüfung entließ. Hierauf ſtudierte er zu Mar⸗ burg neuere Philo logie und Geographie und genügte nach beſtandenem Fakultätsexamen ſeiner Militärpflicht. Von Michaelis 1893 bis dahin 1894 war er Mitglied des Kgl. Seminars und Kandidat des Realgymnaſiums dahier.
Moritz Pohl, geb. 27. Juni 1867 zu Marburg in Heſſen, evang., erhielt ſeine Vorbildung auf dem hieſi⸗ gen Realgymnaſium, leiſtete nach beſtandener Reifeprüfung von Oſtern 1887 bis dahin 1888 ſein Militärjahr ab und ſtudierte ſodann in Berlin und Marburg neuere Philologie, Germaniſtik und Theologie. 1893 beſtand er die Prüfung pro facultate vor der Marburger wiſſenſch. Prüſungskommiſſion und abſolvirte das Seminarjahr bis Herbſt 1894 am Königl. pädag. Seminar und Königl. Friedrichs⸗Gymnaſium hieſelbſt.
Es iſt uns Herzensbedürfniß, hier noch des Verluſtes zu gedenken, den wir durch den Tod eines ehe⸗ maligen lieben und werten Amtsgenoſſen erlitten haben. Am 12. Februar d. J. iſt in dem hohen Alter von faſt 82 Jahren in die Ewigkeit eingegangen Oberlehrer und Pfarrer Joh. Adam Röſe. Über 4 Jahrzehnte hat er mit vollſter Hingebung und mit reichem Erfolge an unſerer Anſtalt gewirkt. Unſern ſchmerzlichen Em⸗ pfindungen über ſein Hinſcheiden gaben wir durch eine öffentliche Anzeige Ausdruck, in der es heißt:„Vom erſten Jahre der Gründung unſerer Schule an hat er mehr als 40 Jahre lang ſeine reichen Gaben und ſeine vortrefflichen Kenntniſſe voll treuer Pflichterfüllung in den Dienſt unſerer Schule geſtellt. Die große Zahl ſeiner Schüler zollt ihm in liebevollem Andenken eine dankbare Geſinnung, und ſeine Amtsgenoſſen werden den ſtets freundlichen und liebenswürdigen Kollegen in ehrender Erinnerung behalten.“ Herr Dir. Ackermann widmete ihm in No. 4 der Zeitſchrift„Heſſenland“ einen Nekrolog, der mit den Worten ſchließt:„Seine herz⸗ liche Teilnahme bewahrte er der Schule auch, nachdem er im Frühjahr 1887 in den Ruheſtand getreten war, und bis vor wenig Jahren folgte er mit ausgeſprochener Freude allen Einladungen zu den Feiern unſerer An⸗ ſtalt, zuletzt zur Jubiläumsfeier im Mai 1893. Mit ſchmerzlichem Bedauern vernahmen von da ab ſeine
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