Jahrgang 
1882
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3. Seit Beginn des Winterhalbjahrs hat die Anstalt, einer Anregung des Königlichen Provinzial- Schulkollegiums folgend, den Turnunterricht für die Klassen Sexta bis Prima eingerichtet. Auf die von Seiten des Kuratoriums bei den städtischen Behörden gestellten Anträge haben diese sich damit einverstanden erklärt, dass die Schüler der bezeichneten Klassen in zwei Cötus, jeder in zwei wöchentlichen Stunden, Turnübungen in der Turnhalle des Herrn Boppenhausen vor- nehmen, und die hierzu erforderlichen Geldmittel bewilligt. Darnach wurden die Schüler der Klassen Quarta bis Prima dem einen, die der Sexta und Quinta dem andern Cötus zugeteilt, jene vom Lehrer Möller, diese vom Lehrer Schubert unterrichtet. Die Schwierigkeiten, welche grade bei der Einrichtung des Turnunterrichts sich namentlich dann einzustellen pflegen, wenn grössere Cöten gebildet, und Schüler verschiedenen Alters zu einem Cötus vereinigt werden, wurden in dem vorliegenden Falle durch den glücklichen Umstand schnell beseitigt, dass unter den Schülern wenigstens des oberen Cötus eine hinlängliche Zahl tüchtiger Turner sich vorfand, die sofort als Vorturner verwendet werden konnten. Da der untere Cötus nur wenig über dreissig Turner zählte, in dem oberen der Lehrer durch die Schüler in ausgiebiger Weise unterstützt wurde; so genügten wenige Stunden, um turnerischen Geist in den Schülern zu wecken, und die Stadien, welche man unter derEinrichtung begreift, schnell zu durchlaufen.

4. Der Besuch der Anstalt hat, wie sich aus der folgenden Zusammenstellung ergiebt:

Es waren

Die Klassen

Gewerbliche

Von

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wenn auch im ganzen gegen das Vorjahr etwas zugenommen, doch die erwünschte durchgrei- fende Besserung nicht gezeigt. Namentlich bleibt die immer noch schwache Frequenz der Sexta und folgerecht dies zu beklagen, dass vielfach die Eltern ihre Kinder erst dann unserer Anstalt zuführen, wenn diese in andern Schulen dem Unterrichte zu folgen nicht im Stande gewesen sind, der Eifer nachgelassen hat, sie selbst an halbem Wissen Genüge zu finden sich gewöhnt haben. Man erhebt im Publikum Beschwerde über die Überfüllung der unteren und mittleren Klassen unserer anderen höheren Lehranstalten, sowie darüber, dass die Kinder den Anforderungen an die häusliche Arbeitskraft nicht zu genügen vermögen: aber man weigert sich die Folgerung zu ziehen und gewiss nicht zum Besten der eigenen Kinder!

Die Erkenntnis der Überfüllung der Klassen und ihrer Folge, der Steigerung der Anfor- derungen an die häuslichen Arbeiten der Schüler, sollte die Eltern zu einer Steigerung der Vor- sicht auffordern, wenn es gilt die Schule für ihre Kinder zu wühlen, die Kraft der Kinder und die Mittel an Zeit und Geld, die sié selbst der Ausbildung ihrer Kinder zur Verfügung stellen können, gegen die Anforderungen abzuwägen, welche dieser oder jener Bildungsgang in beiderlei Hinsicht an sie stellt. Folgte man diesem Gedankengange, ohne sich Selbsttäuschungen in der einen oder anderen Richtung hinzugeben; und beherzigte den Grundsatz, dass der geistige und moralische Erfolg des Unterrichts sowohl für das Fortschreiten im Laufenden, als für das ganze spätere Leben im direkten Verhältnisse zu der Frische und Freudigkeit steht, mit welcher sich der Schüler am Unterrichte beteiligt: so sollte man nach Naturgesetzen, die sonst unser sociales