Jahrgang 
1882
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Um den Schülern dieser Fach-Abteilung weitere Gelegenheit zu bieten, den Fabrikbetrieb, sowie die Arbeitsmaschinen, Halbfabrikate und fertig gestellten Maschinen kennen zu lernen, sei noch erwähnt, dass dem Lehrer seitens der Firma Henschel& Sohn zu Kassel mit dankens- werter Bereitwilligkeit gestattet war, mit den Schülern jederzeit die Werkstätten genannten Eta- blissements zu besuchen. Von dieser Vergünstigung wurde wiederholentlich Gebrauch gemacht. Ausserdem wurden auf Exkursionen unter Führung des Lehrers besichtigt: das Eisenwerk Vecker- hagen, die Werkstätten der Main-Weser-Bahn, die Dampfmühle von Otto Vogt, Ausstellung von Kesselgarnituren, veranstaltet vom Dampfkessel-Revisions-Verein zu Kassel, Hessische Papierfabrik zu Ober-Kaufungen, sowie endlich die maschinellen Anlagen eines Steinsalabergwerkes zu Leo- poldshall bei Stassfurt.

Ubungen im Entawerfen baulicher Anlagen(für Maschinenbauer und Techniker). Der Unterricht hat sich zunächst auf Repetitionen der wichtigeren Konstruktionen des Maurers, Zimmermanns u. s. w. gerichtet, um dieselben für die Verwendung besser zu befestigen. Dann sind namentlich ausgeführte Dachkonstruktionen für grössere Weiten und für gewerbliche Anlagen skizziert, und hat sich hieran das Entwerfen solcher Konstruktionen für gegebene Zwecke angeschlossen. An zusammenhängenden Entwürfen sind angefertigt: Schlosserei, Portierhäuser für grössere Fabrikanlagen, Zeichensaal mit Oberlicht für ein grösseres Etablissement, Lagerhäuser mit äusseren Lagerbühnen, Montierwerkstatt, Modellhaus; ferner die Gebäude zur Aufnahme der im Fachunterricht entworfenen Dampfmaschinen und Kessel für kleinere Fabrikbetriebe und für eine Pumpstation mit Wohnung für den Maschinen- wärter. Seitens der Chemiker sind nach den Darstellungen in Musprat zunächst Öfen u. s. w. für chemisch-technische Zwecke gezeichnet, dann ganze Baulichkeiten für die aus demselben ent- nommenen Apparate-Aufstellungen(für Schwefelsäurefabrikation und ein Kalkofen) entworfen.

Praktische Arbeiten in der mechanischen Werkstätle. Der Unterricht beginnt für die Maschinen- bauer mit Unterweisung im Gebrauch der Werkzeuge zur Bearbeitung des Holzes, mit Ubungen an der Hobelbank und Holzdrehbank. Nachdem derselbe hierbei verhältnismässig kürzere Zeit ver- weilt hatte, wurde zur Bearbeitung der Metalle und namentlich des Eisens übergegangen und nach geeigneten Vorübungen sowohl am Schraubstock als an der Drehbank sämmtlichen Schülern auf- gegeben, eine Reihe von Schrauben nach Whiteworth-Gewindesystem von 15 bis 30 mm D. mit Muttern und Unterlegscheiben fertig zu stellen. Die roh geschmiedeten Schrauben wurden von den Schülern gedreht, dann mit Hülfe der Leitschranbe oder der Kluppe die Gewinde angeschnitten und schliesslich die Schrauben befeilt. Ebenso wurde das Gewinde der Muttern teils mit dem Drehstahl, teils mit dem Gewindebohrer hergestellt. Auf das saubere, exakte Feilen der sechskan- tigen Muttern und Köpfe wurde besonderes Gewicht gelegt und dies so weit geübt, dass die Schüler auch in der Handhabung der verschiedenen Feilenarten einige Fertigkeit erlangt haben. Im Anschluss an diese Arbeiten wurden nun von den Schülern nachstehende Maschinen-Elemente in Angriff genommen und zur Ablieferung in die Sammlung fertig gestellt:

1) mehre Schraubenverbindungen;

2) eine eiserne Schraube von 26 mm D. und 30 mm Länge mit flachem Gewinde und hoher Messingmutter;

3) eine gusseiserne runde Axe von 45 mm D. mit schmiedeeisernem Zapfen; 4) eine hölzerne Welle von 52 mm D. mit Flügelzapfen; 5) ein geschlossener Schubstangenkopf von 40 mm Bohrung mit Metallfutter;