nachdem die zur Bearbeitung des Materials unentbehrliche Geschicklichkeit und Ubung erlangt ist, den Unterricht in der Baukonstruktionslehre dadurch unterstützen, dass die in dem Vortrage besprochenen Konstruktionen nachgebildet, somit zu klarerem Verständnis geführt, und die Formen in dem Gedächtnis des Schülers befestigt werden. Es wurden Modelle von Maurer- und Zimmer- mannsarbeiten, jene aus Gips, diese aus Hölzern, die zugerichtet den Schülern übergeben wurden, hergestellt; so wurden insbesondere angefertigt: verschiedene An- und Abläufe von Abfasungen, einzelne Holzverbindungen in grösserem Massstabe— Längenverbindungen, französisches Haken- blatt, eingesetzter Haken, Eckverkämmungen u. s. w.; ferner einfache Dachstühle, Kehlbalkenstühle, je in zwei Binderweiten, ein Walmdach mit einschneidendem Dache über einem vorspringenden schmaleren Flügel, ein Thurmhelm.—
b) Für Maschinenbauer.
Spexielle Maschinenlehre. Der Unterricht bestand in Vorträgen und in Konstruktions-Ubungen. Gegenstand der Vorträge bildeten: I. Maschinen zur Aufnahme der Muskelkräfte und des Gewichts von Menschen und Tieren, also namentlich Winden, Krahne, Flaschenzüge, Drehscheiben und Schiebebühnen.
II. Das Wasser als Motor. Nachdem die Effektbestimmung eines Wasserlaufs, die Anlagen der Wehre, Kanäle und Leitungen des Wassers in Röhren behandelt waren, folgte:
a) Theorie und Bau vertikaler Wasserräder.
b) Theorie und Bau der Turbinen,
c) die Wassersäulenmaschine.
Eingehender erläutert wurde das Poncelet-Rad, namentlich aber die neueren Systeme der Partialturbinen.
III. Dampfkessel und Dampfmaschinen. Diesem Teile der Maschinenlehre wurde mit Rück- sicht auf dessen hervorragende Bedeutung der grössere Teil der Unterrichtszeit gewidmet. Die Vorträge über Anlage und Betrieb der Dampfkessel verbreiteten sich über:
a) Brennmaterialien, Heizeffekt der Brennstoffe, Luftbedarf, und im Anschluss hieran An- leitung zu Versuchen über die Heizkraft und Kohäsion der Steinkohlen.
b) Rostkonstruktionen, Feuerungsanlagen, Heizkanäle und Schornsteine.
c) Kessel, Bestimmung der Grösse der Heizfläche, Rostfläche und Blechstärken. Die ver- schiedenen Dampfkesselsysteme mit Rücksicht auf die Grösse des Wasserraumes und ihre technische Anwendbarkeit.
d) Garnituren der Dampfkessel.
e) Gesetze und Verordnungen über Anlegung von Dampfkesseln im deutschen Reich.
Den Vorträgen über Dampfmaschinen wurden die»„Dampfmaschinen-Berechnung von Hrabak“ und„Der Indikator von J. Völckers“ zu grunde gelegt. Nachdem die wichtigsten Gesetze über Wasserdampf, auf welchen die Dampfmaschinen-Theorie basiert, entwickelt, wurden die Maschinen älteren Systems, die Corliss-Sulzer- und Woolf'sche Maschine, berechnet und ihre Konstruktion erläutert; auch die Funktionen der Schwungräder und Regulatoren, so weit dies nicht bereits in der Mechanik erfolgt, erklärt. Die praktisch wichtigen Schiebersteurungen: der einfache Uberlappungsschieber, die Meyer'sche Expansionssteurung, die Farcot-Steurung,


