fanden. Grössere Aufgaben wurden nicht gelöst, sie blieben dem angewandten Teil der Mechanik, dem Unterricht in Maschinenlehre und Architektur vorbehalten.— 2 St. Dr. Gerland.
Der andere Teil der Mechanik hatte vorzugsweise die graphischen Verfahren bei Lõsung grösserer Aufgaben aus der angewandten Statik zu behandeln. Die Bedingungen für das Gleich- gewicht der äusseren Kräfte am Seilpolygon wurden aufgesucht und an zahlreichen Beispielen die Anwendbarkeit der graphischen Methode geübt, namentlich auch die Belastung der Zapfen für Giesserei- und Quaikrahne unter Berücksichtigung des Eigengewichts der Konstruktion ermittelt. Eingehend behandelt wurde die Wirkung der parallelen Kräfte auf einfache Träger, sowie die Wir- kung einer stetig verteilten Belastung. Sowohl die Maximum-Momente für eine ruhende Belastung, als auch die für eine bewegliche Belastung wurden mit Hülfe der Momentencurve konstruiert, andererseits die Inanspruchnahme der Querschnitte eines Brückenträgers in Folge eines passierenden Eisenbahnzugs hergeleitet. Ferner wurde für kombinierte Querschnitte mittels des Kräfteplans die Schwerpunkts-Axe, die Mittelkraft der Wasser-Belastung eines oberschlächtigen Wasserrads be- stimmt u. s. w.
Im letzten Semester war namentlich die Konstruktion der Fachwerkträger, mit konstanter und vorübergehender Belastung Gegenstand der graphischen UÜbungen. Zunächst wurde für ver- schiedene Dachneigungen die Belastung eines Daches resultierend aus dem Eigengewicht, dem Gewicht der Schneemenge und dem Winddruck berechnet und auf Grund dieser Daten die Kräfte- pläne für den deutschen, englischen und französischen Dachstuhl entworfen. Ferner wurden ein- schlägige Aufgaben, betreffend die Konstruktion von Perrondächern, Fachwerkträgern mit parallelen Gurtungen, Hänge- und Sprengwerken gelöst, bei verschiedenen derselben dann auch die Inanspruch- nahme dieser Konstruktionsteile durch Rechnung nach dem Ritter'schen Verfahren ermittelt.— 2 St. Plümer. 4
3. Physik. Nachdem die wichtigsten Gesetze des theoretischen Teils der Physik in den Klassen von Sekunda bis zum 1. Fachkurs durchgenommen, an Versuchen erläutert und mehrfach wiederholt sind, bleiben für den Abschluss des Unterrichts im 2. Fachkurs nur die technischen Anwendungen der Physik zu erörtern. Mit grosser Ausführlichkeit wurden die Anlage und der Betrieb der Telegraphen- und Telephonanlagen besprochen und die Feuerwehrtelegraphen, elek- trischen Klingelzüge und Signalapparate, Blockierungsvorrichtungen, Blitzableiter für Telegraphen- einrichtungen und für Gebäude durchgenommen. Das elektrische Licht wurde eingehend betrachtet, endlich die gebräuchlichsten Brennervorrichtungen, die in der Gasbeleuchtung ihre Anwendung
finden, abgehandelt. 2 St. Dr. Gerland. 4. Chemie(nur für Maschinentechniker und Chemiker). In gleicher Weise wie in der Physik bezweckt der chemische Unterricht in der zweiten Fachklasse weniger eine Erweiterung des theo- retischen Wissens der Schüler, sondern hat vielmehr die Aufgabe, die letzteren mit den wichtigsten Kapiteln der chemischen Technologie bekannt zu machen, die betreffenden chemischen Vorgänge zu erläutern und zu zeigen, wie dieselben im Grossbetrieb ausgeführt werden.
Im Sommerhalbjahr wurden zunächst die Heizmaterialien ausführlich behandelt, ohne jedoch die speziellen Heizanlagen mit in den Kreis der Betrachtung zu ziehen. Im allgemeinen Teil wurden besprochen: der absolute und der pyrometrische Heizeffect, die Bestimmung derselben und ihre Beziehungen zur chemischen Zusammensetzung, die in der Technik wirklich erreichten Effecte, die Verlustquellen, die zur Verbrennung zuzuführende Luftmenge, die Zusammensetzung der Rauch-


