Unter dem Vorbehalte, dass es gelingt auch die Verhandlungen mit der König- lichen Gewerbe-Akademie zu cinem günstigen Abschlusse zu bringen, kann gesagt
werden,... dass ein Schüler, der für die Untersekunda eines Gymnasiums
oder einer Realschule I. Ordnung gut vorbereitet ist, auf dem Wege durch die höhere Gewerbeschule und eine der polytech- nischen Schulen das Ziel einer so vollständigen theoretischen Ausbildung für einen technischen Beruf, als sie überhaupt ge- währt wird und den individuellen Fähigkeiten entspricht, von jenem Zeitpunkte ab in 5 Jahren erreichen kann, während auf dem Wege durch die allgemeinen Bildungsanstalten jener Kursus von demselben Zeitpunkte ab 7 Jahre in Anspruch nimmt; und dass, wenn Jemandem die hierzu erforderlichen Mittel fehlen, oder es ihm an Zeit gebricht, der Kursus sich selbst auf 4 Jahre(3 Jahre für die höhere Gewerbeschule, 1 Jahr= 2 Semester für die polytechnische Schule) „zusammendrängen“ liesse.
Hierbei ist der Vollständigkeit wegen hinzuzufügen, dass auch der Besuch der höheren Gewerbeschule allein unter Hinzurechnung dessen, was man in der Schule des praktischen Lebens lernt, die Aussicht gewährt, dass das Ziel praktisch brauch- barer Tüchtigkeit, wenn auch vielleicht etwas später und etwas mühevoller, doch immerhin erreicht werde.—
Zur weiteren Orientirung des Pablikums über diese Frage mögen hier einige Bemerkungen über die technische Ausbildung überhaupt angeschlossen werden.
Die Ausbildung in irgend einem technischen Fache hat stets zwei sich deutlich von einander abhebende Stufen zu überschreiten. Auf der einen werden die allgemeinen, immer wiederkehrenden Details oder Organe behandelt, auf der zweiten wird die Komposition derselben zu einem Ganzen, verschieden je nach der vorliegenden Aufgabe, gelehrt und geübt. Nehmen wir beispielswéise den Maschinen-Ingenieur, so würde dieser auf der ersten Stufe sich mit Zweck, Konstruktion und Anordnung von Nieten, Schrauben, Zapfenlagern, Stopfbüchsen, Wellen, Kuppelungen, Rädern aller Art, Riem- scheiben, Krummzapfen, Gradführungen, den allgemeinen Mechanismen zur Hemmung oder Umkehrung der Bewegung und noch verschiedenem Anderen bekannt zu machen haben, und sich mit diesen Dingen auch so vollständig vertraut machen können, als irgend gewünscht wird, ohne dass in dem ganzen Vortrage auch nur eine Maschine genannt zu werden brauchte, an welcher jene vorkommen. Demnächst wird er auf der zweiten Stufe die Zusammensctzung von Maschinen aus solchen Details zu studiren haben. Dazu gehört ferner auf dieser höheren Stufe das Studium der Eigenschaften der Rohmaterialien, welche der Bearbeitung mittelst Maschinen unterworfen werden sollen, und die Entwickelung der dem Maschinenbauer eigenthümlichen Geschicklichkeit die mit einem Rohmaterial vorzunehmende Prozedur in die Sprache zu übersetzen,


