Jahrgang 
1873
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sich ein grosses Digestorium von beiläufig 2,92 m Länge und 0,66 m Breite der Schiefer- platten(das ist demnach die lichte Grundrissfläche des Glasüberbaues), ein durch Gas geheiztes Sandbad und ein ventilirter Raum mit zwei Abtheilungen, deren eine zur Darstellung von Schwefelwasserstoff, die andere zu Arbeiten mit demselben dient. Diese Digestorien, wie auch das im Arbeitszimmer des Lehrers für Chemie, sind ab- weichend von der gebräuchlichen Herstellungsweise ganz in Holz konstruirt und sind die Aufbaue auch nur bis zur Höhe der Schiebefenster(1,88 m) verglast, darüber mit Holzfüllungen geschlossen. Die Rückwände sind mit Oelfarbe gestrichen. Bei der gebräuchlichen Herstellungsweise sind die Schieferplatten der Digestorien auf Unter- baue von glasirten Kacheln gelegt, welche anfänglich recht elegant aussehen, aber so gar leicht beschädigt werden und dann einen höchst ruinenhaften Anblick gewähren. Ueberdies bietet die gewählte Unterstützung mittelst hölzerner Pfosten neben zierlichem Ausschen, den so schr wünschenswerthen Raum zum Unterbringen von allerhand Utem silien, welehe bei den Arbeiten in den Digestorien gebraucht werden. Unter den Schieferplatten befindet sich zunächst ein hohler Raum, von welchem aus, durch ent- sprechende Durchbohrungen der Schieferplatte, frische Luft in das Digestorium gelassen werden kann. Die Durchbohrungen und die an dem Rahmen des Luftraumes zur Regu- lirung des Luftzutritts erforderlichen Schieber gleich denen über den Thüren der Eisenbahnwagen sind vorläufig nicht ausgeführt, da man den Luftzutritt in den meisten Fällen durch geringe Hebung der Schiebefenster ermöglichen kann. Die Digestorien haben bleierne Abflussbecken, selbstverständlich Gas- und Wasserzuleitung, deren(Durchlauf-) Hähne ausserhalb angebracht sind. Der Luftabzug wird durch Gas- flammen in den Ventilationsrohren befördert. Die inneren Decken der Digestorien sind mit starkem verzinntem Eisenblech( Pontonblech) überzogen und schräg geneigt. An den tiefer liegenden Kanten, längs der Flucht der Schiebefenster, sind Rinnen angebracht, welche zur Aufnahme der unter den Decken kondensirten Flüssigkeiten dienen sollen.

Die weiteren Einrichtungsgegenstände wie Wandtafel, Gebläsetisch u. s. w. können, da sie z. Theil keine festen Aufstellungsplätze erhalten haben, wohl übergangen werden.. Die Zuleitungsröhren für Gas und Wasser und die Wasserableitungsröhren liegen unter dem Fussboden in gemauerten Kanälen, welche mit Einlegebohlen geschlossen sind.

Das Arbeitszimmer des Lehrers für Chemie hat ein Digestorium von beiläufig 1,67 m*ℳ✕ 0,66 m lichter Grundfläche, einen Arbeitstisch mit Aufsatz, Wasserausgussbecken und einen Tisch mit einer Bunsen'schen Wasserluftpumpe darüber. Ausserdem ist ein kleiner Schreibtisch, ein Reagentienschrank und ein kleiner Wandschrank hergerichtet.

Das Waagenzimmer ist vom Laboratorium und dem vorbeschriebenen Arbeits- zimmer bequem zugänglich. Bei der Anordnung des Zuganges vom Laboratorium aus, ist in letzterem an Wandfläche gespart und das Waagenzimmer um 80 sicherer gegen das Einströmen von Dämpfen geschützt, welche den feinen Waagen schädlich werden könnten. Das solche schädlichen Einflusse von der Seite des Arbeitszimmers des Lehrers. sich bemerkbar machen könnten, ist unwahrscheinlich, da einerseits die Luft des Zimmers