Jahrgang 
1873
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gramme u. s. w. hat im ersten Stock etablirt werden müssen, da die beiden vor- benannten Zimmer keinen passenden Raum zur Aufstellung des vorhandenen grossen Archivschrankes, von Reposituren u. s. w. boten. Das Archiv(Nr. 17) dient zugleich für die Erhebung des Schulgeldes.

2. Abtheilung für Chemie. Fur diese ist hauptsäechllich das Erd- geschoss und das Kellergeschoss des Flügels bestimmt; das Auditorium und der Samm- lungsraum liegen im Hauptbau. Dass letzterer(Nr. 1) von dem Auditorium durch den Corridor getrennt ist, wird keine Unzuträglichkeiten im Gefolge haben, da die Samm- lungsgegenstände zum Zwecke des Vorzeigens im Auditorium ja doch immer trans- portirt werden müssen. Ueberdies ist es Absicht, besondere Gruppen, welche der Vortrag eben behandelt, in dem Vorraume zum Laboratorium in einem entsprechenden Glasschranke jeweilig aufzustellen, um sie so den Schülern länger vor Augen zu halten.

Die Ausrüstung des Auditoriums besteht in folgendem: Experimentirtisch mit der er-

forderlichen Wasser- und Gaszuleitung, mit Bleitrichter, Ventilationsrohr und pneu- matischer Wanne, mit einer Anzahl von Schränken und Schubfächern für Verbrauchs- gegenstände und einem Reagentienschrank. Ein zweiter Reagentienschrank ist unter der Doppelwandtafel angebracht. Bei der Doppelwandtafel lassen sich die zwei Schiefer- platten in vertikaler Richtung vor einander verschieben, um eine oder die andere der- selben benutzen zu können. Ein Digestorium ist in einer Wanddurchbrechung angeordnet, auf beiden Seiten mit Schiebefenstern nach dem Laboratorium hin matt verglast und seitlich mit einem kleinen Flügelfenster versehen; das letztere gestattet einem Gehülfen das Zureichen von Gegenständen während des Vortrags, ohne dabei vom Auditorium aus geschen zu werden. Das Digestorium hat eine Schieferplatte, durch welche die Träger der Gasschläuche treten, deren Hähne sich ausserhalb des Digestoriums befinden. Zur Beförderung des Zuges ist cin Rostbrenner in dem Ventilationsrohre angebracht. Neben dem Digestorium befindet sich ein mit eisernem Rost, mit Stellklappe und mit äusserer Thür versehener Kamin, welcher zur Bereithaltung von glühenden- Kohlen und zu Verbrennungen dienen soll.

Die sechs Sitzreihen für 46 Schüler steigen in dem Masse amphitheatralisch an, dass Schüler mittlerer Grösse von jedem Platze aus gleich bequem, die auf dem Ex- perimentirtische ausgeführten Versuche verfolgen können.

Das Laboratorium hat 12 Arbeitsplätze an drei Doppelarbeitstischen mit Auf- sätzen. Die Arbeitsplätze können durch Aufstellung von Tischen in den Fensterblenden um fünf vermehrt werden. Ein grösserer Experimentirtisch ist ohne Schränke und Aufsatz. Von zwei Wandtischen mit Schränken und Auszügen, dient einer zu Filtra- tionen mittelst der darüber angebrachten drei Bunsen'schen Wasserluftpumpen. Ein Steintisch zum Aufstellen von Verbrennungsöfen lässt unter der Platte Platz für zwei Gasometer; darüber ist ein Dunstfang angebracht und ein Wasserreservoir welches mit den Gasometern in Verbindung steht.

Zwischen den Fenstern sind vier kleine Digestorien zum Theil in der Mauerstärke angebracht; an der den Fenstern gegenüberliegenden Wand befindet